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Markkleeberg Ökolöwen warnen wegen Glyphosat-Belastung vor Bau des Harthkanals
Region Markkleeberg Ökolöwen warnen wegen Glyphosat-Belastung vor Bau des Harthkanals
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07:00 16.09.2016
Im Frühjahr 2016 informierten sich Politiker bei einer Fahrt durch das Leipziger Neuseenland am Zwenkauer See über den geplanten Bau des Harthkanals. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Der Ökolöwe warnt vor dem Bau des Harthkanals. Basis ist eine im Auftrag der Landtagsfraktion der Grünen erstellte Studie des Umweltinstitutes Leipzig, wonach im Zwenkauer See der Grenzwert für Glyphosat und dessen Abbaustoff Ampa von 0,1 Mikrogramm pro Kubikmeter Wasser überschritten wird (die LVZ berichtete).

„Das Pflanzenschutzmittel wird von der Krebsforschungsgesellschaft der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Und hier ist es in einem Badesee, dessen Belastung mit Sulfaten ohnehin sehr hoch ist“, sagt Ökolöwin Anja Werner. Das „wenig Vertrauen erweckende Wasser“ solle schon bald durch den Harthkanal in den Cospudener See fließen, dann über Floßgraben und Pleiße in den Auwald.

„Eine Gewässerverbindung hat an sich etwas Reizvolles, gerade für Wasserwanderer. Doch unter den gegebenen Bedingungen wäre diese grob fahrlässig – sowohl für Badende als auch die seltenen Arten des Auwaldes wie Teichmuschel oder Bitterling“, meint Werner. Außerdem kritisiert sie, dass es keine Umweltverträglichkeitsprüfung für den aus Sicht der Ökolöwen überdimensionierten Harthkanal gibt.

Die naturschutzrechtlichen Belange seien in Vorbereitung des im Juni eingereichten Plangenehmigungsantrages abgeklärt worden, betont die Sprecherin des Tagebausanierers LMBV, Claudia Gründig. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei nur bei einem Planfeststellungsverfahren vorgesehen. Vom Landkreis Leipzig hieß es gestern: „Wir können keine Stellungnahme abgeben. Uns liegen keine Untersuchungsergebnisse vor.“ Außerdem sei ein Glyphosat-Grenzwert für Badeseen nicht bekannt. Die 0,1 Mikrogramm würden ausschließlich für Trinkwasser gelten. Eine Gefährdung für Badende gebe es im Zwenkauer See nicht.

Der Bau des Harthkanals soll voraussichtlich 2018/19 starten, Fertigstellung Ende 2021, die Inbetriebnahme zum Saisonbeginn 2022 sein.

Von Ulrike Witt

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