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Markkleeberg „Ohne Ehrenämter sieht es düster aus“
Region Markkleeberg „Ohne Ehrenämter sieht es düster aus“
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18:38 01.03.2011
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Markkleeberg

Hinzu kommt, dass der 54-Jährige Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Markkleeberger Sportvereine (AGMSV) und beratendes Mitglied im Sozialausschuss der Stadt ist. Ein Leben ohne Ehrenämter ist für Kern undenkbar. Für sein Engagement wurde er deshalb mit dem Ehrenamtspreis 2010 in der Kategorie Sport ausgezeichnet.

Nein sagen konnte Kern noch nie. Wo auch immer Not am Mann war, ein Übungsleiter gesucht wurde, oder die Organisation von Sportfesten anstand: Kern war dabei.

Als kleiner, leicht kränkelnder Junge begann seine sportliche Laufbahn beim TSV 1886. Da war er gerade elf Jahre alt und sollte – nach dem Wunsch seiner Eltern – eine Sportart betreiben, bei der er „viel Luft“ bekomme. Die Wahl fiel auf Badminton. Und aus dem anfänglichen Sporttreiben wurde schnell Leidenschaft. Drei Jahre später bereits arbeitete er im Vorstand des TSV mit und betreute die Kinder und Jugendlichen. 1975 wurde er Leiter und 1977 Trainer der Abteilung Badminton. Mehr als 40 Jahre sind vergangen, seit Kern das erste Mal einen Badmintonschläger in der Hand hielt. Doch weder diesen noch das Zepter der Ehrenämter hat er bis heute aus der Hand gegeben. „Es muss ja immer was gemacht und organisiert werden“, begründet Kern seinen unermüdlichen Einsatz.

Doch gerade in den vergangenen Jahren sei es zunehmend schwieriger geworden, den sportlichen Nachwuchs für freiwilliges Engagement zu gewinnen. Was nicht daran liege, dass kein Interesse da sei. „Vielmehr ziehen viele von hier weg, weil sie woanders studieren, eine Lehre machen oder feste Arbeit gefunden haben“, erklärt er. Dabei würden die Vereine viel Geld in die Ausbildung der jungen Leute zu Übungsleitern stecken. „Sind die Jugendlichen dann weg, haben die Vereine umsonst investiert.“ Überhaupt seien Ehrenämter von der Gesellschaft und der Politik zu wenig geschätzt. „Viele wissen gar nicht, was da alles dran hängt, ohne Ehrenämter würde es in Deutschland ganz schön düster aussehen.“

Kern, der hauptberuflich Elektromeister ist, investiert täglich mehrere Stunden seiner Freizeit in die Tätigkeiten bei Vereinen. 1999 kam noch einer hinzu: er wurde stellvertretender Vorsitzender der AGMSV, seit elf Jahren steht er an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft. Deren Ziele: die Vernetzung der Markkleeberger Sportvereine, die Kommunikation zwischen ihnen und der Stadtverwaltung und die Organisation von Veranstaltungen wie dem Sportlerball und der Sportmeile beim Stadtfest.

Ach ja – und nationaler Schiedsrichter ist Kern auch noch, und zwar schon seit 1978. „Ehrenämter füllen mich aus“, betont er. Er freue sich immer, wenn ihm bewusst werde, wie sehr der TSV und die AGMSV an der Gestaltung des „schmucken Städtchens“ Markkleebergs beteiligt waren.

Und damit soll auch noch nicht Schluss sein, Kern will weitermachen. Dennoch gibt der Vater zweier Söhne seine Erfahrungen an den Sportnachwuchs weiter, denn „Vereine beruhen auf Ehrenämtern“. Und damit die nicht vollkommen verschwinden, sieht Kern Politik und Wirtschaft in der Verantwortung. Zum einen müssten hier ausreichend Arbeitsplätze geschaffen werden, zum anderen müssten Chefs das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeiter unterstützen.

Julia Tonne

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