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Markkleeberg „Ohne Vernunft ist nichts zu machen“
Region Markkleeberg „Ohne Vernunft ist nichts zu machen“
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11:22 17.09.2009
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. 15-Jähriger fährt von der Kirchstraße auf die Seenallee und übersieht Radfahrer. Der 49-Jährige wird schwer verletzt: drei Meldungen der vergangenen Wochen. Doch die Liste ließe sich fortführen. „Leider“, wie Polizei und Ordnungsamt unisono betonen.

„Wir gehen davon aus, dass uns nur ein Drittel der Unfälle angezeigt wird“, erklärt der Leiter des Polizeireviers Markkleeberg, Mario Luda. Blechschäden und Schrammen würden in der Regel „verschmerzt“. Außerdem ergreifen Verursacher oft genug die Flucht. Die Gründe für Kollisionen sieht Luda im steigenden Verkehrsaufkommen und der Unvernunft einiger, die mit unangemessener Geschwindigkeit oder Handy am Ohr in die Pedale treten. Oder bei Hundehaltern, die ihre Lieblinge selbst bei Betrieb auf den Seepromenaden nicht anleinen. „Die Mehrzahl der Leute ist aber angemessen unterwegs“, betont der Revierchef. Dennoch: Gegenseitige Rücksichtnahme sei ein Dauerthema.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) beklagt, dass es an „der nötigen Öffentlichkeitsarbeit“ fehlt. „Weder die Kommune, noch die Polizei oder die Betreiber der Seen nehmen Einfluss auf ein ordentliches Verhalten der Gäste und das bei ausgesprochen eng bemessenen Wegen“, glaubt der ADFC-Sprecher für den Südraum Andreas Boos. Dabei habe der Verein bei Gesprächen mit der Stadt mehrfach auf das Problem hingewiesen.

„Obwohl man mit der schmalen Promenade am Cossi bereits negative Erfahrungen gesammelt hat, ist es für Änderungen am Markkleeberger See schon wieder zu spät. Die Planungen längst abgeschlossen“, bedauert Boos. Er hoffe, dass wenigstens bei der Anlage der Fuß- und Radwege am Störmthaler und Zwenkauer See – dort ist ein Sechs-Meter-Rundweg geplant (die LVZ berichtete) – aus Fehlern gelernt werde. „Trotz der allgemeinen Finanzlage, die immer schnell als Begründung für geringe Breiten herhalten muss“, so Boos. Generell fordert er mehr Polizeipräsenz, um „mäßigend auf Rowdys einzuwirken“ – am besten „nah dran als Radstreife“.

Das bleibt vorerst ein Wunsch. Auch wenn die Stadt Markkleeberg neue Wege beschreiten will. „Grundsätzlich sind uns die Hände gebunden, die Trassen für eine Separierung zu schmal“, erläutert Rathaussprecher Daniel Kreusch. Abhilfe will man dennoch schaffen – mit einem neuen Bürgerdienst, der ab 7. Oktober im Stadtgebiet, aber auch an Markkleeberger und Cospudener See im Einsatz sein wird. „Aktuell werden zehn Langzeitarbeitslose geschult, die künftig in Zweierteams auf Ordnung und Sicherheit achten und Ansprechpartner für unsere Bürger sind“, so Kreusch. Inwieweit der Bürgerdienst Einfluss auf Radfahrer, Inline-Skater und Hundehalter nehmen kann, bleibt indes offen. Ein Weisungsrecht erhält der Bürgerdienst Markkleeberg nicht. Insofern gilt auch in Zukunft Boos’ Fazit: „Ohne Vernunft ist nichts zu machen.“

Ulrike Witt

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