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Markkleeberg Oldtimerfans auf der Agra im Glück
Region Markkleeberg Oldtimerfans auf der Agra im Glück
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07:00 03.07.2017
Trubel auf dem Agra-Gelände: Alte Landmaschinen stehen bei Besuchern aus der ganzen Bundesrepublik hoch im Kurs. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Die Motoren brummen, die Laien staunen und die Experten fachsimpeln – so ist es immer, wenn die Agra zu einem der größten Oldtimer-Traktoren- und Landmaschinen Treffen Deutschlands lädt. Auch an diesem Wochenende zog das Motto „Bulldogs, Dampf und Diesel“ wieder Tausende Besucher nach Markkleeberg.

Klar, dass unter den mehr als 1000 historischen Fahrzeugen und Maschinen auch Oldtimer waren, die auf der Agra erstmals bewundert werden konnten. Darunter eine ganz besondere Rarität: Der einzige Dampf-Traktor seiner Art vom Baujahr 1908. Hergestellt von der Ruston, Proctor Company im englischen Lincoln und viele Jahrzehnte später von der Familie Derksen aus dem niederländischen Vierlingsbeek restauriert. Ein wahres Schmuckstück, das ständig von Besuchern umlagert war. Fragen nach Gewicht und Restaurierungsdauer mussten am meisten beantwortet werden. „Der Dampf-Traktor ist 13,5 Tonnen schwer – 4500 Stunden haben wir gebraucht, um das Gefährt wieder herzustellen“, berichtete Anton Derksen.

Voll im Glück waren Oldtimerfans auch beim Anblick der thematischen Sonderschau: Über 20 Fahrzeuge mit originaler Patina lockten zum Näherkommen. „Hier“, zeigte Marc Nürnberger von den Lanzfreunden Sachsen auf einen Acker-Lanz-Bulldog vom Baujahr 1937. „Statt der dicken Gummireifen, wie man sie von modernen Fahrzeugen kennt, ist dieser Oldie noch mit Eisen bereift.“ Hingucker der Sonderschau waren auch der IHC McCormick-Deering vom Baujahr 1923 oder der Fordson F aus dem Baujahr 1927. Manche der Ackerfahrzeuge und -geräte hatten ihre Besitzer ganz liebevoll mit Getreideähren geschmückt.

Ein absolutes Highlight war auch der Lanz mit Glühkopfmotor, der 1921 als erster Rohölschlepper der Welt in Leipzig vorgestellt wurde. Nur drei Jahre jünger ist das Modell, das Karl-Heinz Kieß aufwändig restaurierte. „Die Räder zu vulkanisieren war das Schwierigste, denn die großen Maschinen zum Felgeneinspannen gibt es ja nicht mehr“, so der Oldtimerfreund aus dem erzgebirgischen Lugau. Keine betagte, aber eine originelle Schönheit ist der K 700 A, den Ronny Reinhardt im Maßstab 1:2 nachgebaut hat. „Alles selbst gedreht, gebohrt, geschweißt, montiert“, so der 35-Jährige aus Siegersleben bei Magdeburg.

Doch egal ob neu oder älter – „die Markkleeberger Schau ist ein Treffen mit Kultstatus“, schwärmte Hans Gerstenmaier, der mit Familie und Freunden aus Freiburg im Breisgau kam. „Die Ausstellung hat sich herumgesprochen. Wir sind das erste Mal hier und fühlen uns um 50 Jahre zurückversetzt. Die weite Anreise hat sich gelohnt“, freute sich der 78-Jährige. Eine kleine Markkleeberg-Premiere feierte auch der zweijährige Paul aus Gattersleben: Voller Stolz saß der jüngste Technikfreak in einem Lanz, den sein Opa für ihn baute. Der hölzerne Traktor – das wohl kleinste Fahrzeug der Schau.


Von Ingrid Hildebrandt

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