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Markkleeberg Onleihe im Leipziger Umland gerade bei älteren Menschen immer beliebter
Region Markkleeberg Onleihe im Leipziger Umland gerade bei älteren Menschen immer beliebter
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08:00 14.02.2018
Antje Pfeiffer leitet die Stadtbibliothek Markkleeberg. Seit fünf Jahren können Nutzer digitale Medien ausleihen. Gedruckte Bücher sind immer noch am beliebtesten. Quelle: Foto: A. Kempner
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Markranstädt/Markkleeberg

Statt dicker Schmöker können sich die Mitglieder der Bibliotheken im Leipziger Land auch digitale Bücher ausleihen – ohne zusätzliche Kosten. 19 Büchereien im Leipziger Umland haben sich mittlerweile zu einem Verbund zusammengeschlossen, kommen gemeinsam für die Betriebskosten und Lizenzgebühren der digitalen Bibliothek auf. Alle Mitglieder der Büchereien können sich insgesamt rund 7300 Videos, Musik-CDs, Hörspiele, Zeitschriften und E-Books für eine gewisse Zeit herunterladen. In dem Zeitraum kann das Medium von niemand anderem entliehen werden.

Seit knapp fünf Jahren ist die Stadtbibliothek in Markkleeberg Mitglied im Onleihe-Verbund Leipziger Raum, Markranstädt seit etwa einem Jahr. Die Zahl der digitalen Entleihungen habe stetig zugenommen, sagt Markkleebergs Bibliotheksleiterin Antje Pfeiffer. Rund 230 Leser nutzten das Angebot dort im Vorjahr, 2016 waren es etwa 180. Sie luden im vergangenen Jahr etwa 4 300 digitale Medien auf Reader, Tablet oder Smartphone. 2016 entliehen die Markkleeberger noch etwa tausend digitale Medien weniger, über 80 Prozent davon waren E-Books. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gingen etwa 110 000 gedruckte Bücher über die Markkleeberger Ausleihtheke. „Die Onleihe ist ein Zusatzangebot, das gern genutzt wird“, sagt Pfeiffer. E-Books seien aber noch weit davon entfernt, „normale Bücher“ abzulösen. Die meisten Nutzer liehen sich immer noch Bücher aus Papier aus. Nur wenige bevorzugen das digitale Angebot: „Zwei unserer Mitglieder verwenden ausschließlich die Onleihe“, erzählt Pfeiffer aus Markkleeberg.

Krimis beliebt bei Lesern in Markkleeberg und Markranstädt

In Markranstädt steckt das digitale Projekt noch in Kinderschuhen: Knapp 30 von etwa 570 registrierten Lesern nutzten bislang das zusätzliche Angebot. Im ersten Onleihe-Jahr wurden mehr als 21 000 Medien insgesamt verliehen, nur etwa 360 stammten aus der Internet-Bücherei für den Leipziger Raum.

In Markranstädt lesen die Freunde gedruckter Bücher derzeit gern „Das Orchideenhaus“ von Lucinda Riley und Mary Kay Andrews „Die Sommerfrauen“. Als E-Book laden sich die Nutzer gern „Die Eishexe“ von Camilla Läckberg und „Engel der Erlösung“ von Hilkje Hänel herunter. In Markkleeberg ist derzeit – digital und analog – das neueste Buch des Bestseller-Autors Ken Follett „Das Fundament der Ewigkeit“ begehrt. „Gerade Krimis und Thriller werden in der Onleihe gern ausgeliehen“, weiß Pfeiffer. In gedruckter Form seien in Markkleeberg Elena Ferrantes Neapolitanische Saga, „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde und „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben beliebt. Kinder läsen nach wie vor gern Harry Potter und Gregs Tagebuch. Mädchen liehen sich häufig „Mein Lotta-Leben“ aus, kleinere Kinder „Die Schule der magischen Tiere“. Derzeit würden in Vorfreude auf den Sommer wieder mehr Reiseführer ausgeliehen, beobachtet Pfeiffer. „Wenn die Gartensaison startet, nehmen sich die Leute spezielle Ratgeber mit.“ Insgesamt sei der November der Monat, in dem die meisten Medien über den Bücherei-Tresen wandern.

Onleihe: E-Books werden automatisch zurückgegeben

„Gerade ältere Menschen leihen sich ihre Bücher inzwischen häufig digital aus“, beobachtet Pfeiffer. Sie können an ihren Lesegeräten die Schriftgröße anpassen. Weil die digitalen Bücher automatisch zurückgegeben werden, sei eine Versäumnis nicht möglich, so die Markkleeberger Bibliotheksleiterin. Damit die Nutzung der Reader nicht an der Technik scheitert, bieten die Stadtbibliotheken Onleihe-Sprechstunden an: In Markkleeberg können sich Bibliotheks-Mitglieder jeden ersten Donnerstag im Monat zwischen 16 und 17 Uhr beraten und ihre Reader einstellen lassen, in Markranstädt sogar jeden Donnerstag zwischen 17 und 18 Uhr. „Es ist immer jemand da“, berichtet Pfeiffer aus Markkleeberg. „Das wollen wir unbedingt weiterhin anbieten.“

Von Theresa Held

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