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Markkleeberg Ordnungsamt Markkleeberg überwacht ab Januar den rollenden Verkehr selbst
Region Markkleeberg Ordnungsamt Markkleeberg überwacht ab Januar den rollenden Verkehr selbst
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16:38 27.11.2009

. Grundlage ist die geänderte Ordnungswidrigkeitenzuständigkeitsverordnung für Verstöße nach Paragraf 49 Straßenverkehrsordnung (StVO).

Stefan Pietsch, Ordnungsamtsleiter in Markkleeberg, avanciert zum Herrn der kommunalen Blitzer. „Die Städte sollen nach dem Willen des Sächsischen Innenministeriums im Zuge der Dezentralisierung gestärkt werden“, erklärt er. Kurz: Nicht nur Knöllchen für Falschparker werden künftig im Rathaus abgeschickt, auch Bußgeldschreiben für Tempo- und Rotsünder haben bald kurze Wege.

Bislang lagen solche Verfahren beim Landkreis. Und es waren nicht wenige: Allein bis zum 30. Juni 2009 wurden allein in Markkleeberg 1058 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt, wie Sprecherin Brigitte Laux mitteilt. Jährlich mache das im Durchschnitt 2000 Verfahren. Ertappt werden die Raser bis dato an der einzigen stationären Anlage in Deuben beziehungsweise mit einem der vier mobilen Blitzer, die im gesamten Kreis unterwegs sind.

„Die Standorte für Messungen werden nach präventiven Gesichts- und Unfallschwerpunkten ausgewählt“, berichtet Laux. Meist stünden die Geräte in der Nähe von Schulen, Kitas und Seniorenheimen sowie an stadtbekannten Rennpisten. Schließlich ist laut Statistik bei 43 Prozent der Verkehrstoten überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache. „Zudem erhalten wir regelmäßig Hinweise aus der Bevölkerung“, so Laux. Im Ergebnis existieren allein in Markkleeberg 19 Messpunkte, die variabel und ohne Vorwarnung „scharf geschaltet“ werden.

„An diesem Vorgehen wird sich auch nichts ändern“, betont Pietsch, der in der Kreisunfallkommission sitzt. Allerdings wolle er nicht nur an „althergebrachten Stellen“ wie der Seenallee und der Koburger Straße genau hinschauen. „Wer sich nicht an die StVO hält, muss überall auf Überraschungen gefasst sein“, kündigt er an.

Aber auch auf Pietsch und seine Mitarbeiter kommen neue Herausforderungen zu: „Da es sich bei der Verkehrsüberwachung um eine hoheitliche Aufgabe handelt, muss immer ein Messbediensteter anwesend sein.“ Doch genau die hat die Kommune noch gar nicht. Einige Kollegen müssen deswegen die Schulbank drücken. Gleiches gilt für die Bearbeiter der Bußgeldverfahren.

Wesentlich teurer werden Markkleeberg aber die Kosten für die Anschaffung der Technik zu stehen kommen. „Vorerst wird es eine Zusammenarbeit mit Dienstleistern geben“, so Pietsch. Schließlich drücke auch das je nach örtlichen Gegebenheiten – gerade Straßen, Kurven – ganz unterschiedliche Angebot.

„Ich gehe davon aus, dass wir als erstes ein Statistikgerät erwerben, um nicht einzig auf die subjektive Wahrnehmung hinsichtlich Durchfluss und Stundenkilometerzahl angewiesen zu sein“, sagt Pietsch. Generell plane er aber ein behutsames Hineinwachsen in die neue Verantwortung. Eines steht indes bereits fest: Wo wann geblitzt wird, bleibt allein Pietschs Geheimnis.

Ulrike Witt

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