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Ortswehrleiter: Kirchenbrand wie in Tellschütz überall möglich

Ortswehrleiter: Kirchenbrand wie in Tellschütz überall möglich

Von der Masse der Informationen "erschlagen und desillusioniert", so fühlten sich Pfarrerin Barbara Hüneburg und der Tellschützer Kirchvorstand, als Zwenkaus Ortswehrleiter Thomas Kröter jetzt mit ihnen den 10. Januar, an dem ihre Dorfkirche Opfer der Flammen wurde, minutiös rekapitulierte.

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In den frühen Morgenstunden des 10. Januar brannte die Tellschützer Dorfkirche aus. Eine Chance auf Rettung gab es aus Sicht des Experten nicht.

Quelle: Mike Koehler

Zwenkau. "Der Brand ist zu spät entdeckt worden. Wir hatten keine Zugangsmöglichkeiten, keine gute Aufstellfläche für unsere Technik. Dazu kam das Sturmtief", erklärte Kröter. Als er 3.24 Uhr, 17 Minuten nach Alarmierung, mit dem Löschfahrzeug in Tellschütz angekommen sei, habe im Turm hüfthoch glühender Bauschutt gestanden. Die Tür zum Kirchenschiff, das noch nicht voll brannte, sei durch herabstürzende Teile verstellt gewesen. "Um 3.41 Uhr die Durchzündung zu vermeiden, hätten wir das gesamte Kirchenschiff kühlen oder die Rauchgase ableiten müssen. Das war bei der Größe und Höhe der Kirche ein Ding der Unmöglichkeit", gestand Kröter.

Ausführlich ging er auf den Vorwurf ein, dass es an Löschwasser gefehlt habe. "Die zur Verfügung stehende und vom Brandschutzbedarfsplan bestätigte Löschwassermenge aus dem Hydranten und dem Mühlgraben reicht für den Grundschutz, das heißt einen Wohnungsbrand. Allein dafür müssten 96 Kubikmeter über zwei Stunden zur Verfügung stehen, für ein Großobjekt wie die Kirche weit mehr." Am 10. Januar spendete aber erst mal nur der Hydrant Löschwasser und die acht wasserführenden Einsatzfahrzeuge hatten genau zwölf Kubikmeter an Bord.

"Um auch nur den Hauch einer Chance zu haben, hätten wir ab der ersten Minute 3,5 Kubikmeter direkt in den Brandherd bringen müssen. Wir hatten also weder ausreichend Wasser, noch sind wir selbst mit der Drehleiter an den Brandherd im Turm und später im Kirchenschiff herangekommen. Als die Leitungen zum Mühlgraben und nach Großdalzig kurz nach Vier endlich standen, war das Dach des Kirchenschiffs eingestürzt, ging es nur noch darum, die benachbarten Höfe, die von starkem Funkenflug bedroht waren, zu retten", machte Kröter deutlich. Pfarrerin Hüneburg schockierte das offensichtlich "kontrollierte Abbrennen einer Kirche".

Kröter, selbst Mitglied der evangelischen Gemeinde Zwenkau, empfahl den Tellschützern, aber auch den Kirchenvorständen Großdalzig, Wiederau und Zwenkau selbst aktiv zu werden. Auch wenn Kirchen, wie alle dem Gottesdienst gewidmeten Räume, gemäß der sächsischen Veranstaltungsstättenverordnung vom Brandschutz ausgenommen seien. "Wenn vorbeugend nichts getan wird, sind Kirchen Feuer aufgrund ihrer Substanz, Lage und Nutzung meist abwehrlos ausgesetzt", warnte der Fachmann. Als Gründe nannte er das oft über Jahrhunderte ausgetrocknete Holz, unübersichtliche, verstellte Dachstühle und Hohlräume, nicht vorhandene Brandabschnitte. Insbesondere die Kaminwirkung zwischen Turm und Schiff über die Orgel begünstige das ungehinderte Ausbreiten von Feuer und Rauch.

Anhand von Bildern der Zwenkauer Laurentiuskirche zeigte Kröter, wie Gemeinden mit relativ geringen Mitteln ihre Gotteshäuser besser schützen können. Dies reiche von Metall- statt Holzeinhausungen für Motoren über Brandschutztüren, die Ausschilderung von Rettungswegen und Feuerlöschern bis zur Ausweisung von Aufstellflächen für die Feuerwehr und den Einbau automatischer Brandmeldeanlagen. Kröter, der inzwischen auch Anfragen von anderen Kirchgemeinden bekommen hat, bot seine Hilfe beim Erstellen von Feuerwehrplänen an, wobei jede Kirche ganz individuell betrachtet werden müsse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.03.2015
Ulrike Witt

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