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Osttangente soll Entlastung für die Leipziger Straße bringen

Verkehrskonzept Zwenkau Osttangente soll Entlastung für die Leipziger Straße bringen

Die Stadt Zwenkau wächst und damit das Verkehrsaufkommen. Wo es Defizite gibt und wie die Verkehrsströme künftig gelenkt werden könnten, darauf gibt das neue Verkehrskonzept Antworten. Vorgestellt und einstimmig angenommen wurde das Papier am Donnerstagabend im Stadtrat.

Zufahrt zum Zentrum: Stark belastet ist der Verkehrsknoten Leipziger-/Bahnhofstraße.

Quelle: Andre Kempner

Zwenkau. Die Stadt Zwenkau wächst und damit das Verkehrsaufkommen. Wo es Defizite gibt und wie die Verkehrsströme künftig gelenkt werden könnten, darauf gibt das neue Verkehrskonzept Antworten. Vorgestellt und einstimmig angenommen wurde das Papier am Donnerstagabend im Stadtrat.

„Das Verkehrskonzept ist ein Leitfaden keine Umsetzungsrichtlinie. Einige Maßnahmen werden wir zügig realisieren können, andere nach detaillierter Planung in Abhängigkeit von der Haushaltslage“, betonte Bürgermeister Holger Schulz (CDU) noch vor der Präsentation. Die wurde lange erwartet. Schon Ende 2013 hatten die Freien Wähler, damals mit Blick auf die Eröffnung des Sees, die Erarbeitung gefordert.

Für viele Zwenkauer überraschend – die Situation ist nicht so schlecht wie gedacht aber ausbaufähig. „Die Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz ist mit der B 2 sehr gut. Wenn die im Zuge der A 72 ausgebaut wird, bald noch besser“, erklärte Diplom-Ingenieur Frank Zimmermann vom IVAS-Büro für Verkehrsplanung aus Dresden. Die durch den Tagebau geschaffene Halbinsel-Lage bedeute zwar längere Wege nach Leipzig, verhindere aber auch den in anderen Städten belastenden Durchgangsverkehr.

Das Problem: „Der Großteil des Verkehrsaufkommens fließt heute in Nord-Süd-Richtung über die Pegauer und Leipziger Straße beziehungsweise als Zubringer über die Bahnhofstraße“, sagte Zimmermann. Alle drei Straßen böten aber wenig Raum für die vielen Autos, Linienbusse, Radfahrer und Fußgänger.

Erstaunlich: Es gibt schon heute einige Tempo-30-Zonen in der Stadt, aber ausgerechnet in kritischen Bereichen, wie vor den beiden Kitas in der Leipziger Straße, vorm Schulzentrum und am Krankenhaus in der Pestalozzistraße, fehlen sie. „Kein generelles Problem“ gebe es bei Parkplätzen, verkündete Zimmermann. Allerdings komme es bei Events wie dem Hafenfest zu Engpässen.

Als Entwicklungsschwerpunkte machte er am See das Kap und das geplante Wohngebiet Harthweide, das Zentrum zwischen Rathaus und Bahnhofstraße, die Leipziger und die Pegauer Straße sowie die Gewerbegebiete aus. „Die Stadt rechnet hier in den nächsten Jahren mit deutlich mehr Einwohnern und mehr Arbeitsplätzen. Gegenüber der aktuellen Situation erwarten wir dadurch 4200 Fahrzeuge pro Tag mehr – immerhin ein Plus von 14 Prozent“, erläuterte Zimmermann.

Sein Lösungsansatz: „Zwenkau braucht eine zusätzliche Verbindung von der B 2 zum Kap.“ Die Osttangente soll die Erschließung der Harthweide übernehmen. „Bis zu 2200 Fahrzeuge könnte die Straße aufnehmen und so die Pegauer und die Leipziger sowie den Großteil der Bahnhofstraße entlasten“, sagte Zimmermann. Untersucht hat der Experte auch zwei Varianten zur Osttangente – über den Leichenweg und Zur Harth oder über die Zeschwitzer Straße. Beide hätten Vor- und Nachteile, so Zimmermann, den Ausschlag dürften am Ende die Baukosten geben. Und da schneidet der Leichenweg mit 108 000 Euro gegenüber 210 000 Euro für die Zeschwitzer Straße besser ab.

Ausgebaut werden müsse aus seiner Sicht auch das Hauptstraßennetz östlich der Leipziger Straße, darunter die ohnehin geplante Arthur-Mahler- und die Goethestraße, abgestuft im Zuge der Verlegung der B 2 bis 2030 der hintere Teil der Pegauer Straße. Entschärft werden sollten Knotenpunkte: Im Großdeubener Weg und an drei weiteren Stellen in der östlichen Innenstadt rät er zu Kreisverkehren sowie durchgängig Tempo 30 vor Schulen und Kitas. Außerdem sollte die Harthweide per Bus angebunden, mehr Haltestellen in der Stadt, unter anderem am Waldbad und vor der Stadthalle, eingerichtet werden.

In puncto Parken empfahl er Kurzzeitparkplätze vorm Rathaus und am Schulzentrum auszuweisen, den Parkplatz Illgnerstraße besser zu beschildern und die Stellplätze am Hafen temporär kostenpflichtig zu machen. Ein Bewirtschaftungskonzept solle erstellt, ein Parkhaus am Kap mit 70 Stellplätzen und ein ebenfalls zu bauender Parkplatz an der Osttangente aufgenommen werden. „Um wirklich Entlastung zu schaffen, muss die Wegweisung in Zwenkau generell überarbeitet werden“, so Zimmermann.

Während CDU-Fraktionsvorsitzender Wolf-Dietrich Einicke von einer „guten Grundlage“ sprach, mahnte Stadtrat Uwe Penz von den Freien Wählern eindringlich: „Wir sollten uns mit der Umsetzung nicht zu viel Zeit lassen.“

Von Ulrike Witt

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