Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Petition übersehen - Beschluss vertagt
Region Markkleeberg Petition übersehen - Beschluss vertagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 19.05.2015
Soll kulturelles Zentrum werden: das ehemalige Sozialgebäude im Agra-Park. Quelle: André Kempner

Daraus wurde nichts - denn die Stadt hatte ihren Räten nichts von einer Petition erzählt, die das Malerpaar Regina und Andreas Purschwitz zum Erhalt des bisherigen kulturellen Zentrums Westphalsches Haus gestartet hatte.

Purschwitz und Gemahlin stellten in der Bürgerfragestunde ihre Petition vor, für die sie während ihrer Ausstellung im März im Westphalschen Haus 509 Unterschriften sammeln konnten. 312 davon stammten von Bürgern der Stadt, so Andreas Purschwitz. Und die restlichen Unterschriften würden bezeugen, "dass das Haus weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und beliebt ist und einen Anziehungspunkt für unsere Stadt darstellt", meinten sie. In der Petition setzen sie sich für den Erhalt des Hauses als einmaliges Kleinod bürgerlicher Landhaus- und Jugendstilarchitektur ein, das hervorragend geeignet sei für Kammerkonzerte, Lesungen und Ausstellungen.

Ins selbe Horn stieß Baronin Gisela von Keyserlingk, früher selbst Stadtratsmitglied (CDU). Sie warnte davor, anstelle des Kleinods "den Küchenbau" auf der Agra ausbauen zu wollen. "Wir würden einen schweren Fehler begehen", meinte sie und bat um Prüfung der Alternativen.

Aus der LVZ hatten Andreas und Regina Purschwitz im vorigen Herbst erfahren, dass die Stadt vorhat, den Agra-Sozialbau zu sanieren und zum Kulturzentrum auszubauen. Das Paar mokierte in der Sitzung vor allem, dass es die Petition Anfang April an die Stadt sandte "und nicht mal eine Eingangsbestätigung bekommen hat", wie Andreas Purschwitz erklärte. "Das ist schon ein bisschen skandalös."

Philipp Staude, der derzeit den erkrankten Oberbürgermeister Bernd Klose vertritt, entschuldigte sich dafür. Über einen geplanten Verkauf des Westphalschen Hauses sei noch nichts entschieden, meinte er. Gleichwohl bekomme die Stadt aber zwei kulturelle Zentren nicht gefördert, gab er zu bedenken. Das alte Sozialgebäude biete viermal so viel Platz wie das Westphalsche Haus, in dessen Sanierung noch viel Geld gesteckt werden müsse und das ein Parkplatzproblem habe. Das gebe es auf der Agra nicht.

Für die SPD-Fraktion beantragte Rolf Müller, den Ratsbeschluss zu vertagen. Schließlich sei über die Petition nicht, wie sonst üblich, vorher im Ältestenrat gesprochen worden.

Staude nahm danach als Bürgermeister den Beschluss von der Tagesordnung, bot allen Räten eine Führung durchs Agra-Haus an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2013

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_24973]Markkleeberg/Großpösna. Niederschläge und Hochwasser haben auch am Störmthaler und Markkleeberger See dramatische Situationen verursacht.

19.05.2015

Zimperlich werden die Sportler von den Kickers 94 Markkleeberg nicht mit ihren neuen Fußbällen umgehen. Im Gegenteil. Ab sofort müssen die Bälle beweisen, dass sie mindestens genauso robust sind wie herkömmliche Modelle, denn sie weisen eine Besonderheit auf: sie sind fair produziert und gehandelt.

19.05.2015

Großpösna. Lange geplant war der Bau der Ortsumfahrung Störmthal. Deshalb sei der Baustart auch trotz der Hochwasserkatastrophe nicht verschoben worden, sagte gestern Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP).

19.05.2015
Anzeige