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Markkleeberg Picturesound Studios drehen Film über Droge Crystal Meth
Region Markkleeberg Picturesound Studios drehen Film über Droge Crystal Meth
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09:18 23.02.2017
„Heftige“ Erlebnisse: Timo Metzkes hat einen Film über Crystal gedreht Quelle: Foto: A. Kempner
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Grosspösna

Keine Droge ist so reizvoll, keine aber auch tückischer: Die Picturesound Studios in Großpösna haben einen Film über die Modedroge Crystal gedreht. Vor allem in der Präventionsarbeit an Schulen soll er eingesetzt werden.

„Das Interview mit dem ehemaligen Süchtigen war heftig“, erzählt Filmemacher Timo Metzkes. Ein paar Mal habe der junge Mann an der Grenze zum Zusammenbruch gestanden. Er habe berichtet, wie er einen Rückfall erlebte, „während er schon auf Entzug war“, sagt Metzkes. Und eine junge Frau, die früher Crystal konsumierte, erinnerte sich an ihre Zeit mit ihrer Clique. „Die haben im Keller an Fahrrädern gebastelt und dabei das Zeug genommen. Die Frau kann bis heute nicht in den Keller gehen, ohne Suchtdruck zu bekommen.“

Wie man von der Droge wieder loskommt und wieder ein sinnvolles Leben danach führen kann, sei ein Teil des Filmes, erklärt Metzkes. Aber auch die Gründe, warum Crystal zur Zeit gerade in Sachsen so weit verbreitet ist, werden nicht ausgeblendet. Auflagen und Erwartungen an junge Leute spielen dabei eine große Rolle, hip zu sein und Party zu machen – eine Art Stress, den die Teenager eben jeder auf ihre Art abbauen. Da kommt manchen Crystal ganz recht.

„Wir haben keinen Film mit erhobenem Zeigefinger gemacht“, sagt Metzkes. Schließlich könne Crystal ja gesellschaftskonform, Leistung steigernd und Angst lösend wirken. „Das Problem ist, was hinten dran hängt“, erzählt Metzkes von seinen Erfahrungen beim Dreh. Denn Crystal finde im Kopf statt. „Und es macht dich in kürzester Zeit kaputt.“

Es sei alles andere als ein harmloses Instant Pulver für schnell mal gute Laune zwischendurch. Es langfristig zu konsumieren heiße, „sich in eine psychische Abhängigkeit zu begeben, in deren Alltag suchttypische Komponenten wie das Beschaffen und das Konsumieren der Droge dominieren – und zwar ausschließlich“, hat er festgestellt.

In fünf Kapiteln nähert sich der Film dem Thema. Vom Reiz des länger wach Seins und der Leistungssteigerung ist dabei die Rede, aber auch vom Absturz in das tiefe Loch nach dem Höhenflug, auch von der Gesellschaft, die das Thema gerne verdrängt. Wie man wieder davon loskommt und wo Süchtige Hilfe finden, spielt ebenso eine große Rolle.

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz sei auf ihn zugekommen und habe ihn gebeten, den Präventionsfilm zu Crystal zu produzieren, erklärt Metzkes. Inhaltlich betreut habe das Projekt das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig mit dem Drogenreferat und den Kollegen der Suchtprävention. Vorerst seien 500 Kopien von dem Film gebrannt worden für die Bildungsträger in Sachsen.

Wer den Streifen sehen will, kann dies nächsten Dienstag ab 15 Uhr im Kreuzgewölbe des Bürger- und Vereinshauses von Großpösna. Im Anschluss wird zur Diskussion eingeladen.

Eine Multimedia-Reportage zum Thema Crystal finden Sie hier.

Von Jörg ter Vehn

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