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Pläne für besonderen Campingplatz am Störmthaler See vorgestellt

Arbeit auch für Behinderte Pläne für besonderen Campingplatz am Störmthaler See vorgestellt

Am Störmthaler See könnte ein Integrationscampingplatz mit 400 Standplätzen entstehen, der Behinderten Arbeit gibt und eine Versorgungslücke im Leipziger Neuseenland schließt. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie von Harald Köpping Athanasopoulos, die dieser unterstützt von der Heidehof Stiftung erstellt hatte.

An dem Uferstück unterhalb von Lagovida und der dortigen Lagune (links oben zu sehen) könnte der Integrationscampingplatz entstehen.

Quelle: LMBV/ Peter Radke

GRosspösna. Am Störmthaler See könnte ein Integrationscampingplatz mit 400 Standplätzen entstehen, der Behinderten Arbeit gibt und eine Versorgungslücke im Leipziger Neuseenland schließt. Zu diesem Schluss kommt eine Machbarkeitsstudie von Harald Köpping Athanasopoulos, die dieser unterstützt von der Heidehof Stiftung erstellt hatte. Köpping stellte die Studie ausführlich beim Gemeinderat am Montagabend vor.

Ausgangspunkt für ihn sei das Problem, dass zwar die Arbeitslosigkeit in der Region abnehme, nicht aber unter Behinderten. Zugleich gebe es zu wenig Campingplätze im Neuseenland. Dabei steige die Zahl der Camping-Übernachtungen bundesweit ständig und der Trend werde sich wohl auch fortsetzen.

Im Neuseenland gebe es aktuell zwölf Campingplätze mit zusammen 1300 Standplätzen. Die meisten seien kleinere Einrichtungen, wie auch in Lagovida am Störmthaler See, das aber als Luxus-Ressort anders sei und eher keinen typischen Campingurlaub verspreche, sagte er.

Auf einer Fläche von rund zehn Hektar Fläche soll dies nach seinen Plänen nördlich von Dreiskau-Muckern nahe dem See möglich sein. Die Gemeinde Großpösna hatte dort in früheren Plänen schon immer eine Fläche freigehalten für derartige Nutzungen, aber keinen Investor gefunden.

Den gibt es auch jetzt noch nicht. Allerdings versprechen sich Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) und ihre Gemeinderäte viel von dem Engagement der Heidehof-Stiftung, die 1971 vom Industriellen Robert Bosch mitgegründet worden war und sich unter anderem für die Förderung von Behinderten einsetzt. Sie hatte das Erarbeiten der Studie finanziell unterstützt, würde eventuell auch beim Bau hilfreich sein, hofft die Gemeinde. Köpping selber nannte zur Finanzierung unter anderem die Stiftung Aktion Mensch, die bei derartige Projekten sowohl den Aufbau als auch bei den Zinsen fördernd helfen könnte.

Den Gesamtbedarf für den Campingplatz samt kleinem Laden und Restauration schätzte Köpping auf 2,76 Millionen Euro. Die Zahl orientiere sich an den Kosten für den Aufbau vergleichbarer Plätze, sagte er. Eine Amortisation stellte er schon im ersten Betriebsjahr in Aussicht. Im sechsten Jahr könnten dort insgesamt 16 Arbeitsplätze entstanden sein, davon sieben für Menschen mit Behinderung. Die Eröffnung könnte 2021 sein, im nächsten Jahr der Bebauungsplan begonnen und im Folgejahr die Investorensuche stattgefunden haben, erläuterte Köpping seine Zeitschiene.

Der Nutzungsdruck auf den See scheint groß. Tatsächlich riefen fast wöchentlich Investoren mit Anfragen an, erläuterte Lantzsch. Vieles sei bei dem Integrationscampingplatz noch zu klären, das Projekt stehe noch ganz am Anfang, erläuterte sie. Trotzdem fände sie es gut, wenn der Gemeinderat zunächst einmal an den Plänen festhalte.

Einwohner aus Dreiskau-Muckern meldeten noch im Gemeinderat erste Bedenken an. Schließlich müsse ihr kleines Dorf schon Lagovida und das Highfield-Festival verkraften, hieß es. Da seien 400 Plätze mit bis zu 1200 Gästen auf dem Platz doch sehr viel. Ob es nicht kleiner ginge, oder an einem anderen Ort? fragten sie. Kleiner sei wirtschaftlich kaum attraktiv, sagte Köpping. Lantzsch erläuterte, dass für den Campingplatz eine durchschnittliche Auslastung von 22 Prozent angenommen würde, sich die Belastung also in Grenzen halte.

Von Jörg ter Vehn

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