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Planungen für B2-Brückenersatz und Wasserschlange kommen in Endphase

Gewässerverbund Planungen für B2-Brückenersatz und Wasserschlange kommen in Endphase

Es wird spannend: Sowohl für den B2-Brückenersatz am Agra-Park als auch die Wasserschlange vom Markkleeberger See zur Pleiße sollen bis zum Jahresende die Vorzugsvarianten vorgelegt werden.

Die bei vielen Markkleebergern verhasste B2-Hochbrücke: An ihrem südlichsten Ende soll der Kanal vom See kommend in die Pleiße geleitet werden.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. In die Schlusskurve kommen derzeit die Planungen sowohl für einen Kanal vom Markkleeberger See zur Pleiße – wegen seiner Form liebevoll Wasserschlange genannt – als auch für die Tieferlegung oder den Ersatzneubau der B2-Brücke über den Agra-Park. Wie sehr beides zusammenhängt, wurde Dienstagnachmittag beim Grünen Ring Leipzig diskutiert.

Markkleebergs OBM Karsten Schütze hatte eingangs den Planungsstand zur B2-Brücke erläutert. Bekanntlich wollte das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) das marode Bauwerk im Eilverfahren abreißen und an gleicher Stelle größer wieder neu aufbauen - bis Markkleeberg in Protest ging, Leipzig und auch der Kreis mitzogen. Sie fordern Tunnel statt Brücke, um das Sündenbauwerk aus DDR-Tagen über den historischen, denkmalgeschützten Agra-Park optisch verschwinden zu lassen.

Schon seit Jahren werden seitdem verschiedene Varianten geprüft. Jüngster Stand: „Das Untersuchungsgebiet wurde auf den Bereich zwischen Seenallee und Goethesteig erweitert“, so Schütze. Bis zum Jahresende solle eine Vorzugsvariante gefunden sein, die Stadt werde vorher nochmal gehört.

Im Landesverkehrwegeplan werde die Trasse inzwischen als Konfliktstraße in der obersten Kategorie geführt. Sie tangiere zwei wichtige Schutzgebiete, erklärte Schütze. Bei einer Tieferlegung könnten diese Konflikte umgangen werden, meinte er.

Etwa in Höhe des südlichsten B2-Brückenbogens sollte nach früheren Planungen der Kanal vom Markkleeberger See in die Pleiße münden. Aber auch nach den bisherigen Tunnelplänen Markkleebergs ginge das, meinte Gabriela Lantzsch, AG-Leiterin Landschaft beim Grünen Ring. „Tunnel und Wasserschlange schließen sich nicht aus.“ Was allerdings bei einem längeren Tunnel geschieht, konnte keiner erklären. Nur so viel: „Wir müssen irgendwie vom Markkleeberger See in die Pleiße und dafür jetzt die Planungen zusammenbringen. Es geht hier schließlich um ein Jahrhundertbauwerk. Da kann es notfalls auch etwas länger dauern“, sagte Lantzsch.

Immerhin seit fast zehn Jahren wird schon an der Wasserschlange geplant. Es sei aber auch sehr kompliziert, wie Steffi Raatzsch vom federführenden Kommunalen Forum erläuterte. Anfangs sei überlegt worden, die Kleine Pleiße, den jetzigen Abfluss des Sees, weiter auszubauen. Seit dem Hochwasserereignis 2013, als die Gösel erst den Störmthaler und dann den Markkleeberger See flutete und der Kanupark schweren Schaden zu nehmen drohte, sei jedoch klar, dass die Kleine Pleiße als Abfluss nicht genüge, so Raatzsch. Ein Ausbau werde sowieso auch von der Landesdirektion aus naturschutzfachlichen Gründen abgelehnt. Damit komme dem neuen Kanal nicht nur eine touristische, sondern auch eine hydraulische Funktion zu. Gebaut werden könne daher auch mit Mitteln aus der Tagebaugrundsanierung.

Rund 1,4 Kilometer lang ist die Wasserschlange. Kompliziert für die Planer werden vor allem die letzten Meter vor der Einmündung, wo der Kanal auf Mühlpleiße und Kleine Pleiße trifft. Nach langen Diskussionen sei entschieden worden, die Kleine Pleiße ganz in Ruhe zu lassen, dafür den Kanal ein Stück über die Mühlpleiße zur Einmündung zu führen, erklärte Raatzsch. Dafür müsse die Mühlpleiße aber etwas abgesenkt werden, was wiederum Folgen auf die Wassermühle in Dölitz habe. Der dortige Betreiberverein müsse aber ohnehin sein Wehr passierbar machen für Fische, habe damit Probleme, gab sie die komplizierte Gemengelage wider. Nächstes Proplem: Mit der tiefergelegten Mühlpleiße entfiele die Wasserspeisung für den gerade fertig gestellten Antenteich im Agra-Park. Und: Alle Gewässer haben Bestandsschutz.

Viele Fragen. Über ein Dutzend Planer säßen derzeit daran, sagte Raatsch. Ende des Monats solle es Ergebnisse geben.

Von Jörg Ter Vehn

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