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Markkleeberg Platzhirsch im eigenen Revier
Region Markkleeberg Platzhirsch im eigenen Revier
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17:38 09.12.2011
Blickfang: Die Wohnungsbaugesellschaft Markkleeberg hat das Gebäude Rathausstraße 26 von Grund auf saniert und in der vergangenen Woche bezogen. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Aus dem maroden Gebäude ist unter Regie des Eigentümers, der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Markkleeberg (WBG), ein Schmuckstück geworden.

„Bald zehn Jahre haben wir versucht, einen Käufer zu finden. Aber bei der Lage an den Bahngleisen und in dem Zustand, war das aussichtslos“, erklärt WBG-Geschäftsführer Philipp Staude. Das Dach undicht, der Giebel nass. Die Wohnungen im zweiten Obergeschoss konnten schon lange nicht mehr vermietet werden. Einzig die Stadtbibliothek blieb mangels Alternativen. „Es gab dann zeitweise die Überlegung, zwei Etagen für die Bibliothek auszubauen“, erzählt Staude. Die Idee wurde hinfällig als sich die Stadt 2007 entschloss, die Mittelschule zu erweitern und die Bibliothek im Anbau unterzubringen.

Dass die WBG ihr Eigentum selbst nutzt, auch darüber wurde schon ab 2000 nachgedacht. „Da wir für unsere Büros in der Hauptstraße 113 b Mitte der 1990er-Jahre einen langfristigen Mietvertrag unterschrieben hatten, war aber auch das erst einmal vom Tisch“, so Staude. Indes: Klar war, dass das Haus erhalten werden sollte. „Schon allein um die Rathausstraße zu stärken. Wir mussten nur die Zeit überbrücken“, erläutert der Geschäftsführer. Als erstes wurde dann vor vier Jahren das Dach erneuert und zum Schutz für Passanten ein Gerüst mit Netzen aufgestellt. Denn längst drohten Stuckteile von der Fassade herab zu brechen.

Vor zwei Jahren, die Stadtbibliothek war gerade ins Interim in der Rathausgalerie gezogen, wurde dann mit der Planung für den WBG-Verwaltungssitz begonnen. Im September 2010 lag schließlich die Baugenehmigung vor. „Das Haus wurde komplett entkernt, die Räume in allen vier Etagen nach unseren Bedürfnissen ausgerichtet“, sagt Bauingenieur Sven Kuhnhardt. Rund 1,5 Millionen Euro hat die WBG letztlich investiert.

Während die Mieter der 2300 WBG-Wohnungen – das sind 20 Prozent des Markkleeberger Wohnungsbestandes – ihre Ansprechpartner ab Dienstag im Erdgeschoss finden, liegt Staudes Zimmer in der ersten Etage. In der zweiten hat die WBG-Tochter Markkleeberger Grundstücksverwaltungsgesellschaft (MGV) ihre Büros. Knapp 500 Wohnungen und gewerbliche Objekte, darunter der Gewerbepark Großstädteln und etliche Geschäfte in der Rathausstraße, werden von den Mitarbeitern betreut. Im ausgebauten Dach sind Beratungsräume untergebracht.

Mit ihrem Umzug ist die WBG Platzhirsch im eigenen Revier. „Fast 50 Prozent der Häuser in der Rathausstraße gehören uns“, sagt Staude und spricht auch als Bürgermeister offen über die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. „Wir können regulierend eingreifen. Das betrifft einerseits das Sortiment, andererseits sind wir auch in der Lage, einem Händler mal eine gewisse Zeit entgegen zu kommen. Auch wenn wir natürlich marktgerechte Mieten verlangen müssen“, betont Staude.

Wer eine Wohnung sucht, kann sich ab Dienstag – dem ersten Sprechtag im neuen Domizil – an einem Monitor im Erdgeschoss über aktuelle Angebote informieren. Allerdings braucht es für die Traumwohnung ein bisschen Glück: Im sanierten Bereich stehen gerade mal zwei Prozent der WBG-Wohnungen leer. Auf einem zweiten Monitor will die MGV künftig ihre Objekte und Dienstleistungen präsentieren. Vorerst können Besucher darauf noch den Umbauprozess verfolgen.

Ulrike Witt

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