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Markkleeberg Polizist mit Leib und Seele will in den Bundestag
Region Markkleeberg Polizist mit Leib und Seele will in den Bundestag
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07:00 06.09.2017
Will in den Bundestag: Lars Herrmann (AfD) tritt im Landkreis an. Quelle: Foto: A. Kempner
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Markkleeberg

Lars Herrmann aus Parthenstein kandidiert am 24. September als Direktkandidat der Alternative für Deutschland (AfD) im Bundestagswahlkreis 154 Leipzig-Land.

Von sich selbst sagt der 40-jährige Vater von drei Kindern, er sei „Polizist mit Leib und Seele“. Sein Beruf und seine Erfahrungen dort seien es auch gewesen, die ihn dazu bewegt hätten, politisch tätig zu werden. Herrmann arbeitete viele Jahre in der Abschiebung von Ausländern, meist Nordafrikanern, am Flughafen Frankfurt, ist aktuell als Polizeihauptkommissar der Bundespolizei am Hauptbahnhof eingesetzt. Er sei sich aber bewusst, dass er als Polizist überwiegend quasi die Problembereiche der Gesellschaft erlebe, sagt er selbstkritisch.

Dennoch: Recht und Ordnung sind seine Hauptthemen im Wahlkampf. Er spricht von „verfehlter Integrationspolitik“, von einer „absehbaren Katastrophe“ bei der Aufnahme von Flüchtlingen und von der „Wiederherstellung von Recht und Gesetz“. Im Grunde wolle die AfD keine neuen Gesetze, sagt er, „sondern nur, dass wir uns an Recht und Gesetze halten“, formuliert er. Als Beispiel nennt er das Dublin-Verfahren, das bekanntlich die Frage der Asylanträge auf das erste Land in der Europäischen Union beschränkt, in das Flüchtlinge ihren Fuß setzen. Von humanitären Problemen spricht Herrmann nicht.

Dafür sind die Kernpunkte seines Wahlprogramms durchsetzt mit Themen, die vom Stammtisch bekannt vorkommen:

Mehr Volksbefragungen zu wichtigen Themen statt Bevormundung der Bürger.

Opferschutz vor Täterschutz: Wer fremdes Eigentum, oder die körperliche Unversehrtheit anderer nicht achte und verletze, dürfe keine Gnade erwarten. „Abschreckung, Vergeltung, Sühne und Wiedergutmachung statt Kuscheljustiz“, heißt es da wörtlich.

Einheitliche Bildungsstandards und überall in Deutschland gleichwertige Schulabschlüsse fordert Herrmann.

Eine warme und zugleich bezahlbare Mahlzeit für die Kinder müsse möglich sein. „Tiefkühlerdbeeren aus China gehören nicht dazu“, meint er.

Herrmann, im Gespräch ein netter, stets freundlich lächelnder Familientyp, poltert aber genauso per Pressemitteilung, dass Sachsens CDU-Landtagsabgeordnete die Islamisierung Sachsens vorantrieben, weil sie jüngst den Afd-Antrag auf ein Burka-Verbot ablehnten. Der Antrag sei gegen das Grundgesetz und handwerklich fehlerhaft, hatten die gesagt. Dabei habe die CDU selbst ein Vollschleierungs-Verbot geplant gehabt, sei nur am Koalitionspartner gescheitert, meint Herrmann.

Er sitzt auch im Kreistag des Leipziger Landes. Dort sei die AfD aber nur „schmückendes Beiwerk“, meint er selbstkritisch. Seine Begründung: Mit zwei Sitzen und ohne Fraktionsstatus seien sie in keinem Ausschuss dabei, könnten nur in den Debatten Stellung nehmen. Auf der Landesliste der AfD Sachsen belegt Herrmann Platz zehn.

Von Jörg ter Vehn

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