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Markkleeberg Protest gegen geplanten Imbiss und WC am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium
Region Markkleeberg Protest gegen geplanten Imbiss und WC am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium
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07:00 28.09.2016
Das Schulgelände soll für WC und Imbiss um einen 20 Meter breiten Streifen am See verkleinert werden. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Unruhe im Rudolf-Hildebrand-Gymnasium in Markkleeberg: Eltern sorgen sich wegen des von der Stadt geplanten Wasserwanderrastplatzes am Ostufer des Cospudener Sees. 2017 soll die rund 600 000 Euro teure Anlage mit behindertengerechtem Bootsanleger, WC-Häuschen, Imbiss und Fahrradabstellplätzen auf der Rückseite des Gymnasiums errichtet, dafür ein 20 Meter breiter Streifen mit Zaun vom Schulgelände abgetrennt werden.

„Wir befinden uns in der Phase der Vorplanung, in der alle Betroffenen angehört werden. Es ist noch kein Bauantrag eingereicht worden“, betonte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) vor der gestern Abend anberaumten Schulkonferenz. Mitte März sei eine Variantenuntersuchung im Technischen Ausschuss vorgestellt worden, im April habe der Stadtrat den Bewirtschaftungsbeschluss gefasst, im Juni die Planung an das ortsansässige Ingenieurbüro IBB vergeben, erklärte er das bisherige Prozedere. Parallel sei Schulleiter Ditmar Apel informiert, inzwischen auch Kontakt mit dem Elternrat aufgenommen worden.

Während Eltern wie Christiane Otto fürchten, dass durch den Imbiss Alkohol und illegale Drogen den Schülern sozusagen frei Haus geliefert werden und Protest ankündigen, sieht der Rathauschef vor allem Vorteile. „Wir brauchen am Ostufer dringend eine Toilettenanlage. Die Diskussion geht schon über zehn Jahre. Das Wäldchen neben dem Gymnasium ist in einem unhaltbaren hygienischen Zustand. Die Badegäste hinterlassen dort ihr Geschäft“, berichtete er. Um das wilde Parken am See zu unterbinden, seien auch Fahrradabstellplätze dringend erforderlich. Und von der Steganlage profitierten Oberschüler und Gymnasiasten, die ihre Bootshäuser auf dem Schulgelände haben. „Das ist sogar ein Qualitätssprung“, so Schütze. Außerdem hoffe die Stadt, dem besonders an Wochenenden inzwischen üblichen Vandalismus auf dem Schulsportplatz Herr zu werden.

Der Oberbürgermeister weiß aber auch um den Nachteil: „Natürlich wird das Außengelände um einen maximal 20 Meter breiten Streifen kleiner.“ Da das Rudolf-Hildebrand-Gymnasium sachsenweit über das größte Schulgelände verfüge, halte er den Verlust allerdings für verkraftbar. Eine Standortalternative gebe es auch nicht. „Zwischen Nord- und Oststrand bekommen wir sonst am Seerundweg nirgendwo Baurecht für eine WC-Anlage: Wir befinden uns dort baurechtlich im Außenbereich und noch dazu im Landschaftsschutzgebiet. Wir können nur ein Grundstück nutzen, dass sich in städtischem Eigentum und im sogenannten Innenbereich nach Baugesetzbuch befindet“, erläuterte Schütze das Problem.

Offen sei, wer den Imbiss künftig betreiben wird, versicherte er. Derweil halten sich in Markkleeberg hartnäckig Gerüchte, dass Brot & Kees den Gastro-Part übernehmen werde. Wie berichtet, will Inhaber Thomas Recknagel am Wasserwanderrastplatz perspektivisch Hausboote verleihen.

Von Ulrike Witt

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