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Markkleeberg „Quadratur des Kreises"
Region Markkleeberg „Quadratur des Kreises"
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17:44 15.09.2010
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Markkleeberg

Im Ring standen diesmal die Anwohner des Zöbigker Winkels und die Stadt Markkleeberg. Der Streitpunkt: die geplante Änderung des Bebauungsplanes (die LVZ berichtete).

Wer bei der vorgezogenen Bürgeranhörung mit voll besetzten Reihen wie im März 2009 bei der Debatte zum Unister-Hotelprojekt am Cospudener See gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Der Einladung von Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD) waren fast ausschließlich Stadträte und betroffene Hauseigentümer gefolgt. Deren Standpunkt trug Johannes Krautheimer, Sprecher der Bürgerinitiative „Sanfter Tourismus Markkleeberg“, lautstark und unbeeindruckt von sachlichen Argumenten vor.

„Sie wurden gewählt, um sich um das Wohl der Markkleeberger zu kümmern. Das tun sie im Zöbigker Winkel nicht.“ Stattdessen werde eine Großbaustelle geplant, die gegen die Ästhetik des Städtebaus verstoße und die das vorhandene Verkehrsproblem im Umfeld des Hafens weiter verschärfe. „Sie wollen ein Hotel mit den Ausmaßen der Leipziger Hauptpost und den Bau einer Tiefgarage mit mehreren Hundert Stellplätzen. Ein derartiges Projekt brauchen die normalen Markkleeberger nicht“, so Krautheimer. Als Klose gegen die Unterstellungen protestierte und meinte: „Sie übertreiben schamlos. Am Festplatz Zöbigker soll lediglich ein eingeschränktes Gewerbegebiet mit einer hafentypischen, tourismusfreundlichen Nutzung entstehen“, gestand Krautheimer: „Okay, wir übertreiben ein wenig“.

Aufklärung brachte Sven Pleße, Mitarbeiter im Markkleeberger Bauamt. Er stellte die Rahmenbedingungen des im Jahr 2000 vom Stadtrat beschlossenen Bebauungsplans, den derzeit gültigen und den mit der vorgesehenen zweiten Änderung gegenüber. Fazit: „Es wird künftig keine Festlegung der Vollgeschosse, dafür eine maximale Traufhöhe geben.“ Im nördlichen Baufeld – von der Hafen- bis zur Cospudener Straße – betrage diese zehn Meter, im südlichen Baufeld – zwischen Cospudener und Jacob-Kees-Straße – acht bis zehneinhalb Meter, so Pleße. Da im angepassten B-Plan zudem ein Flachdach festgeschrieben werden soll, gilt Traufhöhe gleich Gebäudehöhe. Damit widerlegte Pleße Krautheimers Horrorszenario eines Hochhauses im Erholungsgebiet Cospudener See. „Und es stimmt, eine Tiefgarage ist vom aktuellen Investor beabsichtigt. Aber keine mit hunderten Stellplätzen. Den Bedarf gibt es doch gar nicht“, betonte Pleße.

Anderen schon: In der Diskussion bei der sich zahlreiche Anwohner meldeten und das Wort Vertrauensbruch die Runde machte, wurde eines klar, die Stadt muss verstärkt auf die Neu-Markkleeberger zugehen und in Sachen Ordnung des Verkehrs zwischen Koburger Straße und Pier 1 dringend etwas tun. Denn Knöllchen für Anwohner, deren Zufahrten von Falschparkern versperrt werden, sorgen am See für massiven Unmut. Außerdem erwarten die Zöbigker, dass sie so frühzeitig wie irgend möglich über alle Pläne, darunter den für die Buslinie 107, informiert werden. Denn auch für den öffentlichen Nahverkehr müssen mit der Änderung des Bebauungsplanes erst die Voraussetzungen geschaffen werden. Andererseits zeigte sich, dass nicht jede, hinter vorgehaltener Hand erhaltene Information hält, was sie verspricht.

„Die Aufstellung eines B-Planes an dieser Stelle ist die Quadratur des Kreises“, gab Anwohner Hermann Link am Ende zu. Guido Krüger blieb indes hartnäckig beim Standpunkt der Bürgerinitiative: „Wenn wir gewusst hätten, dass alle Pläne umgeworfen werden sollen, hätten die meisten von uns gar nicht gebaut.“ Die Aussage traf auf heftigen Widerspruch von Klose: „Moment. Sie kannten den B-Plan vor dem Kauf ihrer Grundstücke. Aber ich lade Sie gern ein, im Rathaus noch einmal Einsicht in die Unterlagen zu nehmen.“

Ulrike Witt

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