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“Querfeld Eins“ gewinnt Wettbewerb

Neue Mitte Markkleeberg “Querfeld Eins“ gewinnt Wettbewerb

Der Sieger des städtebaulich-landschaftsarchitektonischen Wettbewerbes „Neue Mitte Markkleeberg“ steht fest. Das Dresdner Büro „Querfeld Eins“ hat mit seinem „Perlenband“-Entwurf für die Gestaltung der Rathausstraße zwischen Ring und Rathausplatz das Preisgericht überzeugt. Das gab Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) am Freitag bekannt.

Präsentation des Siegerentwurfs beim Wettbewerb Neue Mitte Markkleeberg. Oberbürgermeister Karsten Schütze, Michael Rudolph und Ronald Scherzer-Heidenberger (von links) schauen sich im Großen Lindensaal jene Arbeit an, die gewonnen hat.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Der Sieger des städtebaulich-landschaftsarchitektonischen Wettbewerbes „Neue Mitte Markkleeberg“ steht fest. Das Dresdner Büro „Querfeld Eins“ hat mit seinem „Perlenband“-Entwurf für die Gestaltung der Rathausstraße zwischen Ring und Rathausplatz das Preisgericht überzeugt. Das gab Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) am Freitag bekannt.

Die Idee: Annegret Stöcker und Daniel Stöcker-Fischer ziehen ein Band zwischen den historisch gewachsenen Ortsteilen Oetzsch und Gautzsch und reihen mit dem Rathausplatz, dem Bahnhof und dem Lumpsch-Platz gegenüber der Rathausgalerie Entwicklungsschwerpunkte wie Perlen an einer Kette auf. Optisch sichtbar wird das beliebig erweiterbare Band durch roten Porphyr im ansonsten hellen Granitbelag.

Gestaltungselement sollen auch die jedes Jahr auf dem Rathausplatz blühenden japanischen Zierkirschen werden. Die Bäume werden auf dem Lumpsch-Platz, der seinen Namen den in Karten von 1850 ausgewiesenen „Lumpsch-Wiesen“ verdankt, und vor dem Bahnhof wiederkehren. Als weitere verbindende Elemente hat „Querfeld Eins“ Wasserspiele, Licht-Skulpturen und Infostelen geplant. Zudem soll die ab Dezember Straßenbahn-freie und später verkehrsberuhigte Rathausstraße mit Grün, Sitz- und Spielmöglichkeiten aufgewertet werden.

Baulich sticht der Lumpsch-Platz hervor: Geplant sind drei „keinesfalls wuchtige Gebäude“, so Schütze, die durch ihre einheitliche Fassade als Komplex erscheinen. In den Zwei- bis Viergeschossern sollen die Stadtbibliothek mit Atrium und Lesegarten, Geschäfte und Gastronomie, aber auch Wohnungen und Büros Platz finden. Darunter ist eine Tiefgarage mit 220 Plätzen vorgesehen. Attraktiver soll auch die Rathausgalerie werden, die Freitreppe breiter und grüner.

Verändern wird sich auch das Areal um den Bahnhof. Geplant sind neben der Schranke im Norden ein Wohn- und Geschäftshaus, im Süden ein Biomarkt mit 55 Tiefgaragenplätzen. Vor dem Bahnhof, der ab November 2016 Eingang für das im Bau befindliche Sportbad sein wird, soll es einen Freisitz und einen Frischemarkt geben, am ÖPNV-Schnittpunkt weitere Park-, Carsharing- und Taxistellplätze das Umsteigen auf Bus und S-Bahn erleichtern. Dies gilt auch für die 72 Stellplätze im Fahrrad-Parkhaus, eine Lückenbebauung hinter der Eisenbahnbrücke.

Im östlichen Teil der Rathausstraße wird der Südplatz aufgewertet, durch Gingko-Bäume das Straßenbild zwischen Haupt- und Raschwitzer Straße belebt. Als Perle soll der Rathausplatz hervorstechen: Grüne Inseln zum Verweilen einladen, der gepflasterte Belag beste Bedingungen für Stadtfest und Wochenmarkt bieten. Dringend benötigte Parkplätze entstehen im Parkhaus an der Raschwitzer Straße.

„Querfeld Eins hat die historische Entwicklung aufgegriffen, den Charakter Markkleebergs getroffen, Detailtreue gezeigt und über das Wettbewerbsgebiet hinaus gedacht hat. Eigentlich ist es der einzige von 14 eingereichten Entwürfen, bei dem unsere Vorgaben durchgehend umgesetzt wurden“, begründete Oberbürgermeister Schütze die Entscheidung des Preisgerichtes. Die neun stimmberechtigten Mitglieder und elf Fachberater einschließlich Vertreter aller Stadtratsfraktionen hatten am Donnerstag unter Leitung von Professor Jürgen Weidinger acht Stunden im Lindensaal getagt.

Umgesetzt werden soll der Entwurf in zwei Teilen: als erstes die Freiflächengestaltung rund um den Bahnhof 2016/17. Zwischen zehn und 15 Jahre könne es indes dauern, bis der Lumpsch-Platz fertig ist, so der Rathauschef. Gespräche mit potenziellen Investoren für alle Neubauten entlang der Rathausstraße soll es nächstes Jahr geben. „Einige haben sich schon gemeldet, andere werden noch anklopfen“, so Schütze. Für die komplette Umsetzung rechnet er mit zehn bis 15 Jahren.

Die Markkleeberger können den Siegerentwurf und alle anderen Arbeiten bis zum 14. November montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr in der ersten Etage der Rathausgalerie anschauen. Die Ausstellung wird heute um 13 Uhr eröffnet. Am Samstag, den 7. und den 14. November, gibt es jeweils um 14 Uhr Führungen durch das Büro C 23, das im Auftrag der Stadt den Wettbewerb betreut hat

Von Ulrike Witt

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