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Quo vadis Neuseenland

Quo vadis Neuseenland

„Leipziger Neuseenland: Tourismus, Wirtschaft und Natur im Einklang?“ Um diese Frage drehte sich am Montagabend die Podiumsdiskussion, zu der die Friedrich-Ebert-Stiftung nach Markkleeberg eingeladen hatte.

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Stehen Rede und Antwort: Rolf Müller-Syring, Bernd Klose, Petra Köpping, Rebecca Heinze und Hendrik Rudolph (von links) bei der Podiumsdiskussion.

Quelle: Andr Kempner

Markkleeberg. Rund 100 Interessierte wollten im Großen Lindensaal Antworten von Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD), Kreis-Wirtschaftsförderer Rolf Müller-Syring, Tourismusfachfrau Rebecca Heinze und nicht zuletzt von Petra Köpping, SPD-Landtagsabgeordnete und Moderatorin, hören.

„Es war nicht einfach vorauszusehen, was an den Seen passieren soll und kann“, gestand Müller-Syring, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Leipziger Land zu Beginn. Mitte der 90er Jahre habe man im Grunde aus dem Nichts eine Angebotsplanung für die größte Landschaftsbaustelle Europas mit allein 13 Seen im Leipziger Südraum machen müssen, betonte Köpping. Die ehemalige Landrätin war es auch, die an 55 weggebaggerte Orte und mehr als 50 000 verlorene Arbeitsplätze in der Region erinnerte. Die Zuhörer hatten indes ganz aktuelle Probleme, die von A wie Agra-Brücke bis Z wie Zulassung von Motorbooten reichten.

„Warum müssen wir um neue Werte zu schaffen, alte kaputt machen?“, wollte Karl Heyde vom Nabu-Regionalverband wissen. Er warf Klose vor, dass die Stadt Markkleeberg beim Ausbau des Floßgrabens „brutal“ in den Naturraum eingegriffen hätte. „Nach Aufforderung durch die Landesdirektion Leipzig und durchaus angemessen“, erwiderte Klose.

„Man hat als Bürger das Gefühl, dass die Tourismusplaner keinen Plan haben“, sagte „Neu-Markkleeberger“ Matthias Müller. Vielmehr glaube er, dass Pläne zunehmend auf Investorenwünsche zugeschnitten würden und nannte als Beispiel den Bebauungsplan Zöbigker Winkel. „Es ist doch nichts verwerfliches, wenn Vorstellungen von Investoren berücksichtigt werden. Sie dürfen nur nicht überbordend sein“, meinte hingegen Müller-Syring. Andernorts sei das durchaus legitim. „Zumal es umfangreiche rechtliche Vorgaben gibt, die die Bedürfnisse der Anwohner sichern“, fügte er hinzu. Dass Matthias Müller von „Giganto-Tourismus“ und Hotelplänen sprach, verärgerte Rathauschef Klose offensichtlich: „Auch durch die Wiederholung von Irrtümern wird Falsches nicht wahrer. In Zöbigker sollen maximal 40 Betten entstehen, nicht mehr.“

Um den Schlaf bringt Fritz Behnke von der Bürgerinitiative „Stopp Waldbahn“ nicht die touristische Erschließung des Cospudener Sees selbst, sondern die Pläne der Bahn, die Trasse zwischen Plagwitz und Gaschwitz zur Umleitungsstrecke zu machen. „Der Auwald ist bald vom Cossi abgeschnitten. Ich weiß nicht, ob das allen hier bewusst ist“, sagte er und warb bei Klose und Köpping um Unterstützung. „Wir sind auf Ihrer Seite und behalten uns rechtliche Schritte vor. Aber niemand darf von uns erwarten, dass wir uns an Schienen ketten“, sagte Klose. Köpping versprach derweil, sich für einen Runden Tisch mit der DB AG stark zu machen.

„Warum werden Dieselmotoren als Bootsantrieb zugelassen? Elektromotoren sind die bessere Alternative“, warf eine Frau ein und lockte damit Hendrik Rudolph, Inhaber der „Sauna am See“ und Mitglied der Bürgerinitiative „Schutz Cospudener See“, der ebenfalls auf dem Podium saß, aus der Reserve: „Wir möchten, dass Einzelgenehmigungen für Motorboote widerrufen werden, und dass das derzeit bei der Landesdirektion Leipzig laufende Verfahren zur Schiffbarkeit zum Schutz der Gewässer in und um Leipzig führt.“

Ulrike Witt

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