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Markkleeberg Quo vadis Zwenkau: Liaison statt Ehe mit Böhlen
Region Markkleeberg Quo vadis Zwenkau: Liaison statt Ehe mit Böhlen
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14:04 19.05.2015
Dass er mit Böhlen gern zusammengehen würde, hat Holger Schulz nie verhehlt. Immerhin, der grundzentrale Verbund soll bestehen bleiben. Quelle: André Kempner

Dennoch: Verschmähter Vierter ist Zwenkau.

Mal wieder. Vor drei Jahren erlagen die Kitzener den Avancen aus Pegau, sagten Nein zum Bräutigam Zwenkau. Kurze Zeit später startete Bürgermeister Holger Schulz (CDU), vom Stadtrat legitimiert, einen neuen Versuch und nahm Gespräche mit seiner Böhlener Amtskollegin Maria Gangloff (Linke) auf. Basis war der 2008 geschlossene grundzentrale Verbund. Gangloff machte allerdings nie einen Hehl daraus, dass eine Eingemeindung nach Zwenkau für sie nicht in Frage kommt. Ihr gehe es allein um eine intensive Zusammenarbeit zur Stärkung beider Kommunen, betonte sie immer. Und dabei ist es bis heute geblieben.

"Leider sind wir bei den Gesprächen ab einem bestimmten Punkt, spätestens seit Rötha zu Böhlen wollte, nicht weiter gekommen", sagt Schulz. Am grundzentralen Verbund will er indes festhalten. "Unsere Verwaltungen arbeiten eng zusammen, tauschen sich regelmäßig aus. Wir leben den Verbund, ihn aufzulösen, wäre schade", so der 50-Jährige. Gangloff sieht das genauso: "Der grundzentrale Verbund wird durch eine Großgemeinde Böhlen/Rötha/Espenhain sogar noch gestärkt." Angesichts immer mehr und spezifischer kommunaler Aufgaben bei gleichbleibender Personaldecke, biete der Verbund Sicherheit und Qualität für die Bürger, meint Schulz. Außerdem hätten beide Kommunen was zu bieten: Zwenkau den See, ein Krankenhaus und ein Gymnasium, Böhlen eine Oberschule und Bahnanschluss.

Professor Andreas Berkner, Leiter des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen, sieht Zwenkau, was die kommunale Selbstständigkeit angeht, bei steigender Einwohnerzahl "in absehbarer Zeit gut aufgestellt. Die Stadt ist allein stark genug". Allerdings gelte dies nicht hinsichtlich der Funktionen eines Grundzentrums. Zwenkau erfülle weder die vom Landesentwicklungsplan geforderte Orientierungszahl von 15 000 Einwohnern - die Stadt hat aktuell knapp 9000 -, noch die Funktionen. "Das gelingt nur mit Böhlen gemeinsam", ist Berkner überzeugt.

Aus seiner Sicht hat sich der grundzentrale Verbund Böhlen-Zwenkau bewährt. Auch wenn im Zuge der aktuellen Fortschreibung des Regionalplanes alles auf den Prüfstand komme, wie Berkner betont. Eine Alternative sieht der renommierte Fachmann ohnehin nicht. "Im Norden ist das Oberzentrum Leipzig, im Nordwesten das Grundzentrum Markranstädt, im Südwesten der grundzentrale Verbund Pegau-Groitzsch, da bleibt für Zwenkau nur der grundzentrale Verbund mit der künftigen Großgemeinde Böhlen/Rötha/Espenhain." Zudem arbeiteten Zwenkau und Böhlen seit Jahren sehr erfolgreich im Zweckverband Planung und Erschließung Industriegebiet Böhlen-Lippendorf zusammen. Für Zwenkau gebe es ergo keinen Grund, hastig auf die nächste Brautschau zu gehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2014
Ulrike Witt

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