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Radfest für Jedermänner

Radfest für Jedermänner

Für die 2500 Jedermann-Rennfahrer waren die 10. Sparkassen-Neuseenclassics am Pfingstsonntag wieder ein Hammer, für die Fans eher weniger. Viele Anhänger dieser Sportart vermissten den Profi-Wettbewerb, der erstmalig bei dieser über Jahre erfolgreichen Veranstaltung durch das Legendenrennen ersetzt wurde.

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Olympiasieger Jens Lehmann (Leipzig) führt im Legendenrennen vor Friedensfahrtsieger Steffen Wesemann.

Quelle: Christian Nitsche

"Die Profis hätten mehr Leute an­gezogen. Was interessiert mich denn heute noch ein Olaf Ludwig", meinte Harry Schrödter (61). Der Knauthainer nahm an einer der sechs Sternfahrten teil.

Die Einschätzungen zum Event gingen extrem weit auseinander. Auch, was die Resonanz betrifft. "Über den Tag ­gesehen waren 20000 Zuschauer da", sagte der neue Renndirektor Jörg Weise. Organisationleiter Ronny Winkler nannte sogar die Zahl 50000, allerdings enthielt sie auch die Teilnehmer der drei Jedermannrennen sowie der Sternfahrten. Diese Zeitung indes geht von höchstens 8000 Besuchern aus, davon 2500, als die Oldies im ­Zwenkauer Gewerbegebiet ihre Runden drehten.

In den zweieinhalb Stunden zwischen der Ankunft der letzten 140-km-Jedermänner und dem Auftritt der Altstars herrschte Langeweile unter den Zuschauern. Nur die Siegerehrung der Jedermänner sowie später die Vorstellung der Oldies durch Moderator Walter Weitz sorgte für Abwechslung.

Die Wartezeiten und die geringere Resonanz gegenüber den vergangenen Jahren missfielen auch Sparkassen-Vorstand Martin Bücher. "Wir sind nur weiter dabei, wenn es wieder ein Profi-Rennen gibt", sagte er, bekundete aber auch Interesse an der Zukunft der Neuseenclassics: "Wir schielen eindeutig nach Leipzig, streben ein Jedermannrennen mit Start und Ziel dort an, bei dem 3500 bis 4000 Teilnehmer ihre Runde drehen. Klar ist auch, dass sie durchs Neuseenland fahren werden."

Begeisterung löste der erstmalige Trip nach Leipzig aus, den die 75-km-Jedermänner absolvieren durften. "Das war ein Erlebnis, an Völkerschlachtdenkmal und Kanupark vorbeizudüsen", sagte der Torgauer Udo Jeschke (69), der einen Schnitt von 36 km/h schaffte. Noch glücklicher war Ulrich Naumann, Sieger der Männers Masters 1, der die Strecke mit Tempo 42,4 km/h bewältigte. "Ich bin extra von den 140 auf die 75 km gewechselt, um Leipzig zu erleben. Es war super", schwärmte der 29-Jährige, der fürs Bike Team Preisser fährt.

Beim Start der Oldies herrschte wieder Leben im Start- und Zielbereich im Gewerbegebiet. 2500 Zuschauer, die meisten älter als 40 Jahre, waren begeistert vom Auftritt der Altstars. Olympiasieger Olaf Ludwig (53) und Wolfgang Lötzsch (60) fuhren Arm in Arm als Sieger durchs Ziel. "Dieses Rennen ist eine klasse Idee. Ich konnte Leute wiedersehen, die ich Jahre nicht gesehen habe", sagte Tour-de-France-Etappensieger Ludwig.

Renndirektor Weise (28) verteidigt die Strategie der Auflage 2013, verspricht aber: "Nächstes Jahr gibt es wieder das Profirennen. Vielleicht müssen wir dann einen anderen Zeitpunkt wählen, an dem sich nicht so viele Rennen überschneiden."

Notärztin Kerstin Raudonat und ihr Team hatten wie immer voll zu tun. Es gab 52 Verletzte, zehn von ihnen mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden. "Fünf der Verunglückten werden wohl in stationärer Behandlung bleiben. Meist waren Stürze die Ursache. Diese Quote liegt aber im Bereich der vergangenen Jahre", erklärte die Medizinerin . Norbert Töpfer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Töpfer, Norbert

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