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Radweg zum Cossi wird endlich sicherer

Bahnübergang Radweg zum Cossi wird endlich sicherer

Die Deutsche Bahn will den seit Jahren heftig kritisierten ebenerdigen Bahnübergang im Equipagenweg durch eine Unterführung ersetzen. Gebaut werden soll 2018/19. Im Kleinen Lindensaal stellten die Planer am Donnerstagabend das für den Ausflugsverkehr zum Cospudener See so wichtige Projekt der Öffentlichkeit vor.

Noch fährt am Bahnübergang Equipagenweg das Risiko mit.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Die Deutsche Bahn will den seit Jahren heftig kritisierten ebenerdigen Bahnübergang im Equipagenweg durch eine Unterführung ersetzen. Gebaut werden soll 2018/19. Im Kleinen Lindensaal stellten die Planer am Donnerstagabend das für den Ausflugsverkehr zum Cospudener See so wichtige Projekt der Öffentlichkeit vor.

„Sowohl die früheren Drängelgitter als auch die jetzige manuelle Regelung sind aus Sicherheitsgründen ein unhaltbarer Zustand“, bestätigte Thomas Klosz vom Ingenieurbüro Plabis, was Radfahrer und Anwohner längst wissen. „Es gibt in ganz Sachsen keinen Bahnübergang, der von mehr Radlern passiert wird“, ergänzte Bahn-Kreuzungsfachmann Jens-Uwe Klingner. Zählungen hätten im Sommer 2000 Radler zwischen 6 und 18 Uhr, in einer Spitzenviertelstunde 180 ergeben.

Das Bauwerk stellt die Planer vor erhebliche Herausforderungen. „An dieser Stelle liegen unter der Erde sämtliche großen Versorgungsleitungen, insbesondere der Regen- und Schmutzwasserkanal für Markkleeberg. Aus Kostengründen dürfen diese nicht angetastet werden“, machte Klosz deutlich. Bestandsschutz habe auch die Signal- und Weichentechnik der Bahn. Zudem müsse die Unterführung von Rollstuhlfahrern genutzt werden können. „Im Ergebnis heißt das für uns, nicht mehr als sechs Prozent Gefälle, was nur mit zwei je 50 Meter langen Rampen umsetzbar ist“, erläuterte der Planer.

Vom Leipziger Auwald kommend sollen Radler künftig in Höhe des Bildungswerks abtauchen. Fußgänger können alternativ auch über eine Treppe an der Spinnereistraße zur Unterführung gelangen. Herauskommen Radler und Fußgänger auf der anderen Seite am Ziegeleiweg. Aus Sicherheitsgründen würden beide Nutzergruppen getrennt, so Klosz. Der Gehweg soll 1,80 Meter breit sein, der Radweg drei Meter. Was sofort für Skepsis im Publikum sorgte. „Natürlich ist das ein Kompromiss zwischen dem, was notwendig und dem, was wirtschaftlich sinnvoll ist“, betonte Bahn-Projektleiter Thomas Weigl.

Der Idee von Hans-Joachim Männig, eine Unterführung analog der Rathausstraße zu bauen, erteilten die Fachleute eine Absage. „Scharfe Kurven sind angesichts des rasanten Fahrstils vieler Radler zu gefährlich. Und dunkle Ecken ohne soziale Kontrolle will auch keiner“, sagte Klingner. Er berichtete, dass insgesamt fünf Varianten geprüft worden seien, die nun vorgestellte dem Stand der Technik und den gesetzlichen Vorgaben von Bund und Land entsprechen, die mit der Stadt zu je einem Drittel die Baukosten übernehmen. Wie teuer das Projekt wird, dazu wollte sich am Donnerstag noch niemand äußern. Fest steht, es wird ein Planfeststellungsverfahren geben.

Im Zuge der öffentlichen Beteiligung werden dann Betroffene wie der Gartenverein „Am Equipagenweg“ gehört, der einen zehn bis 15 Meter breiten Streifen seines Grundstücks abgeben soll. Vorsitzender Gunter König warnte vor einem Rückstau an der Ampel im Ziegeleiweg. Andere regten eine Fahrradstraße zum Cossi von der Unterführung in den Equipagenweg an sowie einen Tausch von Geh- und Radweg. Thema war auch der Lärmschutz. Laut Klosz wird derzeit ein Schallgutachten erstellt.

Positiv wurde von den Bürgern aufgenommen, dass Radfahrer und Fußgänger den Übergang während der neunmonatigen Bauzeit fast durchweg nutzen können. Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), freute sich vor allem, dass der Freistaat Sachsen dank einer neuen Förderrichtlinie den Anteil der Stadt an den Baukosten zu 100 Prozent tragen wird. „Wir hatten mit einer sechsstelligen Summe gerechnet“, sagte er. Lob hatte er auch für die freiwillige frühzeitige Bürgerbeteiligung seitens der Bahn. „Das Bauwerk wird ein Gewinn für die Region und den Tourismus weiter befördern“, so Schütze.

Von Ulrike Witt

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