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Markkleeberg Rammarbeiten bringen Großstädtelner und Gaschwitzer um den Schlaf
Region Markkleeberg Rammarbeiten bringen Großstädtelner und Gaschwitzer um den Schlaf
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11:03 08.06.2016
Ein Oberleitungsmast liegt noch vor dem Gaschwitzer Bahnhof. Quelle: Ulrike Witt
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Markkleeberg

Der Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale durch die Deutsche Bahn südlich von Leipzig bringt etliche Anwohner im Bereich Großstädteln und Gaschwitz derzeit um ihren Schlaf. Grund sind nächtliche Rammarbeiten für neue Oberleitungsmasten.

„Seit dem 18. Mai ist es zwischen 1 und 3 Uhr sehr laut: Unsere Häuser wackeln, Fußböden und Möbel beben“, schimpft Katrin Haase. Zudem werde der Rammbock mit einem Dieselaggregat betrieben, stehe in einer riesigen Abgaswolke und sei hell erleuchtet. „Ich bin berufstätig, muss jeden Morgen um 5.15 Uhr aufstehen“, erklärt sie ihre Situation.

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Anruf bei der Baustellen-Hotline der Deutschen Bahn. „Dort wurde mir gesagt, dass der Lärm noch schlimmer wird“, erzählt Haase. Bestätigt fand sie dies wenig später durch eine Postwurfsendung der Bahn, die eine Ausweitung der Rammarbeiten fürs erste Juni-Wochenende ankündigte. „Lärm macht krank und 24 Stunden kein Schlaf – das ist nicht gesundheitsfördernd“, so Haase.

DB-Netz-Projektleiter Matthias Sieber relativiert das Ganze: „Es handelte sich um fünf Nächte, wo es wirklich sehr laut war. Die Gründungsarbeiten am so genannten Nord-Kopf-Gaschwitz waren aber einfach notwendig, um die Oberleitungen für die westliche Umfahrung auf dem Gelände des Gaschwitzer Bahnhofes errichten zu können.“ Jetzt seien die Rammarbeiten so weit abgeschlossen. „Es fehlt nur noch ein Mast und den werden wir zu einer verträglicheren Zeit, voraussichtlich vor 20 Uhr, setzen“, versichert Sieber.

Nicht vorstellen könne er sich die Aussage an der Hotline. „Die entbehrt inhaltlich jeder Grundlage“, so der Projektleiter. Er spricht von insgesamt zehn Beschwerden wegen der nächtlichen Rammarbeiten, über die die Anwohner per Handzettel in den Briefkästen frühzeitig informiert worden wären. „Natürlich habe ich Verständnis für den Unmut der Leute, aber wir haben als Bahn ein Problem: Wir müssen trotz Streckenausbau tagsüber den Güter- und Personenverkehr aufrecht erhalten. Daher bleibt uns nur nachts zu arbeiten“, erklärt Sieber. Nichtsdestotrotz bemühe sich die Bahn, die Belastungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Das wird sich zeigen: Denn im Oktober beginnt erst der eigentliche Umbau des Gaschwitzer Bahnhofs und die Anbindung der Trasse gen Süden. Bislang, also seit Oktober 2015, ist alles nur Vorbereitung. „Die Gründungsarbeiten sind am lautesten, alles Weitere wird nicht mehr mit so einer starken Lärmbelastung verbunden sein“, verspricht Sieber.

Sollten die Großstädtelner und Gaschwitzer Fragen zum Baugeschehen haben, können sie an diesem, wie an jedem zweiten Freitag im Monat die Baustellen-Sprechstunde der Bahn von 10 bis 12 Uhr in der Orangerie Gaschwitz, Hauptstraße 315, nutzen. „Berufstätige haben da leider keine Chance“, kritisiert Haase.

Von Ulrike Witt

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