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Markkleeberg Rastplatz am Cossi: Rathauschef weiter in der Kritik
Region Markkleeberg Rastplatz am Cossi: Rathauschef weiter in der Kritik
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07:00 24.11.2016
Der Schülerrat des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums machte mit diesen Bannern seinem Frust über den geplanten Wasserwanderrastplatz am Cospudener See Luft. Quelle: privat
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Markkleeberg

„Bildung statt Bockwurst“ – tagelang hingen Banner mit dieser Aufschrift am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium, stiller Protest des Schülerrates gegen den von der Stadt am Ostufer des Cospudener Sees geplanten Wasserwanderrastplatz. Wie berichtet, soll für den dazugehörigen Kiosk und Toiletten ein etwa 20 Meter breiter Streifen vom Schulgelände abgetrennt werden.

„Wir wollen keinen Meter unseres Schulgeländes hergeben. Natürlich sind wir flächenmäßig eine der privilegiertesten Schulen Sachsens, aber wir hätten gern, dass das auch so bleibt“, sagt Schülersprecher Moritz Schönbrodt. Die Gymnasiasten hätten den Eindruck, dass die Stadt auf ihre Kosten Kasse machen wolle, berichtet der Elftklässler. Mehr noch: Sie fühlten sich von Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) weder frühzeitig noch umfassend informiert. „Und das ausgerechnet von einem ehemaligen Lehrer unserer Schule“, sagt Schönbrodt. Bekanntlich unterrichtete Schütze 23 Jahre am Hildebrand-Gymnasium.

„Nach wie vor ist keine Entscheidung gefallen, ob der Wasserwanderrastplatz überhaupt gebaut wird. Und es haben auch keine Bauarbeiten begonnen, wie im Internet behauptet wird. Das waren Baugrunduntersuchungen – mehr nicht“, betont der Rathauschef. Im September hatte er das Projekt in der Schulkonferenz vorgestellt, nach eigener Aussage „so frühzeitig wie möglich“, und eine „überaus sachliche Diskussion“ erlebt. Den Widerstand gegen den Wasserwanderrastplatz könne er daher nicht nachvollziehen. „Zumal ich noch immer auf eine schriftliche Information der Schule warte, welche Gründe nun ganz konkret gegen den Bau sprechen“, sagt der Oberbürgermeister. Ein Problem dabei: Schulleiter Ditmar Apel, der sich ausdrücklich gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte, ist seit Wochen krank und wird es wohl auch noch eine ganze Weile sein.

Schütze ist vor allem über die Art des Protestes sauer. Während die Schüler die Banner am Schulgebäude und am Zaun wieder abgenommen haben, weil ihnen die Kritik „zu kapitalismusfeindlich“ sei, so Schönbrodt, macht sich inzwischen im Internet unter www.freiraum-schule.de „eine aus Schülern, Eltern und Anwohnern bestehende Gemeinschaft gegen die kommerziell gewollte Opferung eines Stückes Bildung“ stark. Gestern verteilte die Gruppe – einzelne Namen sind nicht bekannt – zudem Postkarten mit „OBM – Wir sind enttäuscht von Dir. Lass die Hände vom Schulgelände“.

Der Gescholtene meint: „Dass die Anonymität für den Protest genutzt wird, statt mit mir das Gespräch zu suchen, kann ich nicht verstehen. Ich habe immer Gesprächsbereitschaft signalisiert.“

Von Ulrike Witt

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