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Rastplatz am Cossi stößt weiter auf Ablehnung im Gymnasium

Alternativer Standort Rastplatz am Cossi stößt weiter auf Ablehnung im Gymnasium

Die Wogen schlagen am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium auch nach der Schulkonferenz weiter hoch. Der von der Stadt geplante Wasserwanderrastplatz mit Imbiss und WC-Anlage am Cospudener See stößt auf breite Ablehnung.

Der von der Stadt Markkleeberg geplante Wasserwanderrastplatz auf der Rückseite des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums sorgt für Unmut unter Schülern, Eltern und Lehrern.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Die Wogen schlagen am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium auch nach der Schulkonferenz weiter hoch. Der von der Stadt geplante Wasserwanderrastplatz mit Imbiss und WC-Anlage am Cospudener See stößt auf breite Ablehnung. Daran konnte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), der am Dienstagabend Schüler, Eltern und Lehrerschaft in der Mehringstraße informiert hat, offensichtlich nichts ändern.

„Der Großteil der Schüler und Eltern ist erbost. Sie sehen die Pläne der Stadt, ein 20 Meter breites Stück von unserem Freigelände für die WC-Anlage mit Imbiss abzutrennen, als Eingriff in die Autonomie der Schule“, berichtet Schulleiter Ditmar Apel. Obwohl sich der Stadtrat bereits im April mit dem Thema befasst hat, sei er von Schütze erst am 13. September über das Projekt in Kenntnis gesetzt worden, ärgert er sich.

„Wir können und sollen zwar jetzt an der Diskussion teilnehmen, im Grunde können wir aber gar nichts mehr ändern. Weil es, wie der Oberbürgermeister uns gesagt hat, gar keine Standortalternative gibt“, erklärt Apel den Frust an seiner Schule. Wie berichtet, ist die Variantenuntersuchung abgeschlossen, die Planung schon im Juni an das Ingenieurbüro IBB in Markkleeberg vergeben worden.

Apel fügt hinzu: „Die meisten können nicht verstehen, warum ausgerechnet Karsten Schütze, der viele Jahre Lehrer am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium war, jetzt der Erste ist, der ein Stück Schule für den Kommerz opfert.“ Sorge bereitet ihm auch der Zeitdruck: „Von unserem Hausmeister habe ich erfahren, dass es schon Probebohrungen für die Fundamente gegeben haben soll. Außerdem soll laut Oberbürgermeister der Zaun an unserem Sportplatz relativ schnell zurückgesetzt werden.“ Kein Wunder: Der Wasserwanderrastplatz soll schon nächstes Jahr gebaut werden.

René Viehstädt, Elternsprecher der Klasse 6b, hatte vergangene Woche die Bürgerfragestunde im Stadtrat genutzt, um auf das brisante Thema Wasserwanderrastplatz aufmerksam zu machen. „Keiner hat etwas gegen die touristische Erschließung der Seen. Aber es kann nicht sein, dass die Schule als Betroffene nicht von Anfang an in die Planung einbezogen wird. Es muss eine nachhaltige Lösung gefunden werden, an der alle Freude haben“, meint er.

Das Schulgelände zu verkleinern, wo das Gymnasium ohnehin aus allen Nähten platze, halte er für den falschen Weg. Neben den von vielen Eltern vorgetragenen Bedenken hinsichtlich Alkoholausschank am Imbiss, sieht Viehstädt auch einen anderen Aspekt. „Auf dem Sportplatz und an den Bootshäusern ziehen sich Schülerinnen und Schüler um.“ Das könnte Gaffer anziehen, fürchtet der Vater. Er fordert die Stadtverwaltung auf, noch einmal über Alternativen nachzudenken. „Es wäre schade, wenn hier einfach Fakten geschaffen werden und andersherum wäre es ein schönes Beispiel, an dem die Schüler lernen können, wie Demokratie funktioniert“, so Viehstädt.

Oberbürgermeister Schütze bleibt dabei: „Es gibt nicht nur einen öffentlichen Druck, zwischen Nord- und Oststrand Toiletten zu errichten, wir haben vom Landkreis eine schriftliche Aufforderung erhalten.“ Der Standort sei nicht ideal, biete mit dem Bootssteg aber auch Vorteile für die Schule, betont er.

Von Ulrike Witt

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