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Markkleeberg Rettungsdienst hat noch immer keinen Schrankenschlüssel
Region Markkleeberg Rettungsdienst hat noch immer keinen Schrankenschlüssel
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22:00 16.08.2016
Kein Durchkommen: Bei einem Notfall am Zwenkauer See steht der Rettungsdienst an den Schranken – auch eine Woche nach einem lebensbedrohlichen Vorfall. Quelle: Kempner
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Zwenkau

Von wegen es wird schnell gehen: Gut eine Woche nach dem dramatischen Notfall am Zwenkauer See hat der DRK-Rettungsdienst noch immer keine Schlüssel für die LMBV-Schranken. Das bestätigte die Geschäftsführerin des zuständigen Rettungszweckverbandes für den Landkreis Leipzig und die Region Döbeln, Carola Schneider.

Wie berichtet, war am 7. August ein 49-jähriger Radfahrer zwischen den Aussichtspunkten Zitzschen und Eythra zusammengebrochen. Bis Notarzt und Sanitäter vor Ort waren, dauerte es mehr als eine halbe Stunde. Die professionellen Helfer hatten von verschiedenen Seiten aus versucht, an den Patienten heranzukommen, scheiterten aber zweimal an den Schranken des Tagebausanierers LMBV. Erst die spät hinzugerufene und mit dem entsprechenden Schlüssel ausgestattete Feuerwehr ermöglichte ein Durchkommen. Sein Leben verdankt der erkrankte Mann den fitten Ersthelfern, die wie er am Sonntagvormittag am Südufer unterwegs waren.

LMBV-Sprecherin Claudia versprach am Tag danach, dass der Rettungsdienst zeitnah einen Schlüssel ausgehändigt bekomme, das Thema Chefsache in ihrem Hause sei. Davon kann aber keine Rede sein. „Ich habe mich nach dem Ereignis sofort am Montag, Mittwoch und Freitag schriftlich an die LMBV gewandt, auch an die Zentrale in Senftenberg. Passiert ist bis heute nichts“, ärgert sich Schneider. An anderen Seen im Leipziger Südraum gebe es solche Probleme nicht.

„Am Hainer See haben wir schon vor Jahren von der Blauwasser Seemanagement GmbH sofort und ohne Aufforderung oder Antrag die Schlüssel für das dortige Schließsystem erhalten. Und als das ausgetauscht wurde, gab es für aus automatisch neue Schlüssel. Das ging ganz unbürokratisch“, so Schneider. Warum das in Zwenkau mehr als ein Jahr nach der See-Freigabe nicht so läuft, sei nicht nachvollziehbar. Selbst ein Gespräch mit Bürgermeister Holger Schulz habe bis auf die Erklärung, dass die Situation wegen der parallelen touristischen Nutzung und Bergbausanierung eine besonders schwierige sei, nichts gebracht.

Die LMBV-Sprecherin teilte jetzt auf Nachfrage der LVZ mit: „Die Schrankenschlüssel für den Rettungszweckverband sind letzte Woche umgehend bestellt worden. Sie werden nach Fertigstellung sofort an die Geschäftsführung des Zweckverbandes übergeben.“ Warum diese Nachricht Schneider nicht erreicht hat, sie auf ihre Anfragen keine Antwort erhielt, bleibt offen. „Wir haben reagiert, nur in die falsche Richtung“, meinte Gründig. Außerdem versicherte sie erneut, dass die LMBV den Rettungseinsatz vom 7. August zum Anlass genommen habe, zu prüfen, ob alle Partner Zugang zu den Schließsystemen haben.

Eine Änderung hat der Notfall schon bewirkt: „Ich habe in der Rettungsleitstelle hinterlegt, dass bei Notfällen am Zwenkauer See sofort die Feuerwehr zu alarmieren ist. Die verfügt ja über einen Schranken-Schlüssel“, sagt Schneider und legte den Verantwortlichen ans Herz: „Wir können nur so gut arbeiten und helfen, wie wir ausgestattet sind.“

Von Ulrike Witt

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