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Revierförster im Oberholz für einen Tag

Waldjugendspiele Revierförster im Oberholz für einen Tag

Sägen oder Sähen: Im Oberholz dürfen bei den Waldjugendspielen Sechstklässler selber Revierförster sein. Spielerisch sollen ihnen so die nicht immer einfachen echten Entscheidungen zwischen Ökonomie und Ökologie nahe gebracht werden.

Selber Hand anlegen: Bei den Waldjugendspielen dürfen die Sechstklässler auch mal die Muskeln spielen lassen, um einen Stamm zum Weg zu ziehen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Grosspösna. Sägen oder Sähen: Im Oberholz dürfen bei den Waldjugendspielen Sechstklässler selber Revierförster sein. Spielerisch sollen ihnen so die nicht immer einfachen echten Entscheidungen zwischen Ökonomie und Ökologie nahe gebracht werden.

Die „Wildschweine“ sind los. Die Gruppe der Sechstklässler vom Freien Gymnasium Naunhof hockt an der Station von Martin Eichhorn und muss rechnen. Das macht Cora, die den Job bekam (wegen ihres guten Taschenrechners, feixt sie selber.) Max zum Beispiel ist der „Professor“, Christian ein „Fotograf“, Felix und Milo sind „Reviersprecher“. Cora muss errechnen, ob es mehr bringt, wenn die gefällten Stämme als Einzelposten wie Langholz, Industrieholz und Brennholz verkauft werden, oder das pauschale Angebot eines Aufkäufers günstiger ist. Klares Ergebnis: Einzeln ist mehr Arbeit, bringt aber auch mehr. Rund 50 000 Waldeuro errechnet die Gruppe. Die Summe klingelt danach mehr in der Kasse des Schatzmeisters.

Fürs richtige Vermessen gibt es Einkommen, fürs ordentliche Sortieren, der schonende Holztransport wird geübt und dabei ein Stamm durch den Wald manuell oder mit der Maschine gezogen. Seine Station „Holzverkauf“ sei die einzige, bei der die Schüler etwas verdienen könnten, erklärt Eichhorn den Schülern. Aufforstung, Wegebau, Umweltschutz – alle diese Aufgabe kosten dann wieder „Waldeuro“. Ein Meter Waldweg etwa bis zu 100 Einheiten dieser Währung. Und Wege im Wald sind lang...

Gute Einnahmen

Gute Einnahmen: Für erledigte Arbeit und den Holzverkauf gibt es „Waldeuro“.

Quelle: Jörg ter Vehn

„Ihr sollt hier selber mal zum Förster werden“, umriss Forstbezirksleiter Andreas Padberg bei der Vorstellung die Aufgaben für die Schüler. Ob Wegebau, Holzproduktion, Aufforstung oder Naturschutz – „alle diese Entscheidungen eines Revierförsters trefft Ihr, müsst dabei aber auch auf Euren Etat achten“, erläuterte er die Aufgabe.

Zum 19. Mal finden in diesem Jahr die Waldjugendspiele in Sachsen statt. Im Oberholz nehmen daran an neun Tagen wieder rund 900 Schüler teil. Sieben Tage seien für die Grundschüler reserviert, zwei für die sechsten Klassen. Deren besondere Aufgaben gebe es aber erst das dritte Mal, so der Forstdirektor. Natürlich seien für diese Schüler die Anforderungen etwas höher. An ihnen werde auch immer noch etwas weiter gefeilt.

Dem Freien Gymnasium Naunhof folgt im Oberholz heute das Gymnasium Engelsdorf. Nächste Woche sind noch drei Tage, an denen insgesamt neun Grundschulen aus Leipzig und Umgebung den Wald näher kennen lernen können. Insgesamt wollten rund dreimal mehr Schulen an den Spielen teilnehmen, als der Forstbezirk Tage für sie organisieren kann, erzählt Padberg. Die Auswahl, wer mitmachen darf, treffe aber die Bildungsagentur.

Waldarbeiter, Revierförster, Lehrlinge – viele Mitarbeiter aus dem Forstbezirk seien bei den Spielen dabei. Bei den Grundschulen seien bis zu 40 Helfer pro Tag nötig, bei den Sechstklässlern etwa die Hälfte. Er sei froh, dass die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit ihrem Regionalverband Leipzig die Spiele auch personell unterstütze, auch der Kreis mitmache, die Polizei, sowie dieses Mal etwa auch das Forstunternehmer Wenzel.

Maschine hilf

Maschine hilf: Mit technischer Hilfe kann auch ein Mann einen Stamm ziehen.

Quelle: Jörg ter Vehn

Im Wald müssen die „Wildschweine“ derweil an drei weiteren Stationen den Wald managen. Welcher Baum soll gefällt werden? Wo und wie werden Aufforstungen vorgenommen? Wo gilt es Lücken im Wegenetz zu schließen, den Wald erlebbarer zu machen? Am Ende tragen alle vier Gruppen des Tages ihre Ergebnisse bei einer „Waldkonferenz“ zusammen. Gewonnen hat die Gruppe, die am besten gewirtschaftet hat. Nicht unwichtig dabei: An den Stationen können sie auch Bonuspunkte sammeln – „etwa für gute Zusammenarbeit oder besonders gutes soziales Verhalten“, erklärt Padberg.

Er plant, im nächsten Jahr das jüngst fertiggestellte waldpädagogische Zentrum „Oberholzhaus“ im nahen Botanische Garten in die Spiele zu integrieren. Dann gebe es mit dem Gebäude auch eine Schlechtwettervariante, könne das Angebot breiter aufgestellt werden. Aktuell werde am regulären Programm für das Haus gearbeitet. Padberg: „Nach den Sommerferien geht es damit los.“

Von Jörg ter Vehn

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