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Richtfest ist erneut Meilenstein für Tellschützer

Wiederaufbau Dorfkirche Richtfest ist erneut Meilenstein für Tellschützer

In Tellschütz geht es Schlag auf Schlag: Neun Tage nach dem Aufsetzen der Turmbekrönung (die LVZ berichtete) wurde jetzt Richtfest am Kirchenschiff gefeiert. Bauleute, Gemeindeglieder und Nachbarn freuten sich mit Pfarrerin Barbara Hüneburg über den nächsten Meilenstein beim Wiederaufbau.

Die Dachkonstruktion fürs Kirchenschiff steht, der Turm hat eine Bekrönung – die ersten Meilensteine für den Wiederaufbau der Tellschützer Dorfkirche sind geschafft. Bis zur Weihe werden aber noch knapp zwei Jahre ins Land gehen.

Quelle: Armin Kühne

Zwenkau. In Tellschütz geht es Schlag auf Schlag: Neun Tage nach dem Aufsetzen der Turmbekrönung (die LVZ berichtete) wurde jetzt Richtfest am Kirchenschiff gefeiert. Bauleute, Gemeindeglieder und Nachbarn freuten sich mit Pfarrerin Barbara Hüneburg über den nächsten Meilenstein beim Wiederaufbau.

„Ein Richtfest an einer Kirche habe ich noch nie erlebt“, verriet die Pfarrerin strahlend. Kirchenvorstand René Fiedler und Zimmermann Marco Weiß hatten gerade, aufmerksam beobachtet von 50 Tellschützern, den letzten Nagel in die Dachkonstruktion geschlagen. „Ich bin so zufrieden. Jetzt sieht man endlich was. Das lange Warten auf den Baustart war für viele nicht einfach“, so Hüneburg. Die Fortschritte – der erste war im Grunde schon der Rückbau des über zwei Jahre weithin sichtbaren Notdaches – seien ein wichtiges Signal für die Dorfbewohner.

„Wir freuen uns und sind unendlich dankbar, dass es seit Februar vorwärts geht“, erklärte Harald Pfeifer. Der 78-Jährige und seine Frau hatten in der Brandnacht am 10. Januar 2015 als direkte Nachbarn fassungslos zuschauen müssen, wie das vom Sturm angepeitschte Feuer das fast 500 Jahre alte Gotteshaus bis auf die Grundmauern zerstörte. „Die Erinnerung tut noch heute weh, aber jetzt haben wir ein Ziel: Wir wollen die Weihe unserer neuen Kirche noch erleben“, erklärte Pfeifer.

Planer Peter Bolze vom Ingenieurbüro Scherf, Bolze, Ludwig schmunzelte: „Der Wiederaufbau ist für die Tellschützer wie ein Frühling, sie leben nach zwei harten Jahren wieder auf. Und nicht zuletzt stärkt das Projekt den Gemeinschaftssinn.“ Bis die 130 Tellschützer Kirchweihe feiern können, werden indes noch einmal knapp zwei Jahre ins Land gehen.

Dabei ist der Zeitplan straff: „Wir beginnen jetzt sofort mit dem Eindecken, Anfang Juni ist das Dach fertig“, so Bolze. Dann könne das große Gerüst fallen, ein reines Fassadengerüst bleibt. Beendet werden sollen in den nächsten beiden Wochen auch die Rohbauarbeiten, bis dahin würden noch zwei Massivdecken in den Turm eingezogen. „Als nächster Schritt steht die Elektroinstallation an, darauf folgen Tischlerarbeiten. Die Angebote für Fenster und Schallläden gehen am Montag raus“, sagte Bolze. Mit dem Einbau rechne er wegen der Werkstattfertigung aber nicht vor August. Im Spätsommer seien auch der Anbau für den Aufbahrungsraum sowie das Abtragen des alten Fußbodens eingetaktet. Noch vor dem Winter komme innen und außen der Putz dran – „sofern wir Handwerker bekommen. Deren Auftragsbücher sind durch den Bauboom voll.“

Im nächsten Jahr seien dann die Innenarbeiten geplant: der Einbau des Ziegelfußbodens, der Treppe und die Wandgestaltung, als Höhepunkte Empore, Altar, Gestühl, Läuteanlage und Turmuhr. „Etwa Anfang 2019 wird schließlich der Orgelbauer nach Tellschütz kommen“, kündigte Bolze an. Es gibt also noch viele gute Gründe zum Feiern.

Von Ulrike Witt

Zwenkau Tellschütz 51.1987039 12.2707799
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