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Markkleeberg Roberto Weber will mehr Leben im "No Name"
Region Markkleeberg Roberto Weber will mehr Leben im "No Name"
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15:51 19.05.2015
Clubchef Roberto Weber. Quelle: André Kempner

Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren arbeitet Weber mit Jugendlichen und ihren Familien. Dass der heute 53-Jährige davor als Kfz-Mechaniker gearbeitet hat, ahnen seine Schützlinge nicht, doch die Ausbildung kommt dem Sozialpädagogen mehr als gelegen, denn handwerkliche Fertigkeiten können in einem Jugendclub nicht schaden.

1993 kam der gebürtige Oberlausitzer zurück nach Leipzig - und war entsetzt von den Zuständen, unter denen viele Jugendliche lebten. Schnell reifte der Entschluss, als Streetworker arbeiten zu wollen. "Eine Ausbildung in dem Bereich war zu der Zeit hier nicht unbedingt notwendig", erklärt Weber. Die ganze Stadt habe sich nach der Wende im Umbruch befunden, bisherige Strukturen gab es von heute auf morgen nicht mehr, neue Strukturen waren noch nicht da, vor allem nicht auf dem Gebiet der Jugend- und Familienhilfe.

"Dabei war Unterstützung dringend erforderlich", sagt der vierfache Vater. In besetzten Häusern in Connewitz lernte er so viele Kinder und Jugendliche kennen, deren Eltern mit den Umbrüchen nicht zurecht kamen und darüber ihre Kinder aus den Augen verloren. "Hier wollte ich etwas bewirken", begründet Weber seine damalige Bewerbung. 16 Streetworker schickte das Jugendamt als ABM-Kräfte in die besetzten Häuser. "Und etwas anderes hätte mich nicht in den Beruf gebracht, den ich nicht mehr missen möchte."

Neben seiner Arbeit studierte Weber ab 1996 in Dresden Sozialarbeit, danach ging er selbst in Elternzeit, fing kurz darauf dann im offenen Treff in Paunsdorf an. Was folgte, war eine systemische Beratungsausbildung, um in der Familienhilfe arbeiten zu können. Bis zu acht Familien hat Weber in den vergangenen Monaten zeitgleich betreut. Er half bei der Umsetzung fester Strukturen innerhalb der Familien, suchte gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen, war Ansprechpartner für Eltern und Kinder.

Was ihn nun dazu veranlasste, sich als Leiter des Jugendclubs zu bewerben, war die Idee, den Kindern und Jugendlichen in Großpösna einen eigenen Kulturraum zu schaffen. "Den brauchen sie dringend, Jugendliche brauchen einen Raum, wo sie Fehler machen dürfen, wo sie sein können, wie sie sind, ohne dafür belächelt zu werden", erklärt Weber. Er wünscht sich zukünftig mehr Lebendigkeit in den Räumlichkeiten, will mit den jungen Besuchern bei Interesse gemeinsam kochen, Filme ansehen, Gespräche führen. "Der Jugendclub ist eine Einrichtung der Gemeinde, an der sich die Jugendlichen selbst beteiligen können", betont der Sozialpädagoge, der gerade eine Zusatzausbildung zum Erlebnispädagogen macht.

So will der 53-Jährige in den kommenden Wochen eine Holz- und Metallwerkstatt einrichten, in der zukünftig geschraubt und gewerkelt werden kann. Und er hofft, dass sich auch Mädchen dafür begeistern können, während es den einen oder anderen Jungen auch mal in die Küche zieht. Was sich noch im Jugendclub entwickeln wird, "hängt von der Beteiligung der Mädchen und Jungen ab", so Weber.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.09.2013

Julia Tonne

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