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Säg-Schwimmbagger contra Unterwasserwald

Säg-Schwimmbagger contra Unterwasserwald

Großpösna. Es rollt wie ein Panzer, schwimmt wie eine Ente und sägt wie ein Förster: Ein seltsames Gefährt ist seit gestern auf dem Störmthaler See im Einsatz.

Kein Wunder, denn auch der Auftrag ist ungewöhnlich. Es gilt, einen Unterwasserwald zu roden.

Entstanden war der, weil der Störmthaler See über viele Jahre langsam geflutetet wurde. Während die unteren Strauchschichten noch schnell vom aufsteigenden Wasser überströmt wurden, blieben die Bäume, die sich weiter oben in der Böschung ansiedelten, lange Jahre davon verschont. Manche wuchsen zehn, zwölf Meter hoch in den Himmel, bis der Pegel ihre Wurzeln erreichte und Jahre später auch ihre Kronen noch überdeckte.

Im Grunde sie die Arbeistfläche 40 Hektar groß und ziehe sich einmal rings um den See, erzählt Kay Emus von der Firma ETK Wasserbau aus Theißen. In diesem Streifen sei die Firma beauftragt, die unter Wasser liegenden Bäume bis zu einer Tiefe von 2,50 Meter zu entfernen.

Vermesser fuhren im Boot die Linien ab und speicherten die Eckdaten per Satellitenortung ab. Diese würden dann in den Schwimmbagger eingegeben, so Emus. Der darauf arbeitende Kollege könne dann per GPS genau erkennen, in welchem Bereich er arbeiten müsse.

Der Bagger hat es sowieso in sich. Eigentlich sei das Gefährt mal für schlecht tragendes Gelände wie Moore unn Kippen gefertigt worden, so Emus. Daher die breiten Laufketten, die nur wenig Last an den Boden abgäben. Mit dem Ponton-Unterbau könne es aber auch schwimmen, über die Laufwerke sich zusätzlich fortbewegen und steuern.

Immerhin 60 Tonnen Gewicht soll die sägende Ente auf die Waage bringen. Viele an ihr sei selbst gebaut, erzählt Emus nicht ohne Stolz. So auch die eigentliche Sägevorrichtung, die unter Wasser natürlich nicht mit Strom, sondern über die Hydraulik des Baggers angetrieben werde. Über den Baggerarm sei eine Arbeitstiefe bis sechs Metern möglich, so der Ingenieur.Bis Ende liefen die Arbeiten im See.

Die Unterwasser-Bäume müssten weg, weil sie ein Gefahr für den Betrieb des Sees udn etwa die Schifffahrt darstellten, so LMBV-Sprecherin Karin Franke. Die Maßnahme sei nötig, um den Gemeingebrauch des Sees freigeben zu können. Wie berichtet, ist das im nächsten Frühjahr geplant. Baumfrei gemacht worden - per Taucher vom Boot aus - war auch schon der Markkleeberger See, der Zwenkauer folgt im nächsten Jahr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.05.2013

Jörg ter Vehn

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