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Sanierung sichtbar weiter: Schloss Störmthal hat jetzt Haustür

Sanierung sichtbar weiter: Schloss Störmthal hat jetzt Haustür

Großpösna. Pünktlich zum Störmthaler Seefest am Wochenende ist die Sanierung des Schlosses ein wesentliches Stück vorangekommen: Gestern verschwand die unansehnliche Bautür, eine neue Haustür wurde stattdessen eingesetzt.

Und wieder erlebte Bauherr Manfred Kolbe eine Überraschung.

Der Fußbodenbalken am Eingang war vergammelt, zudem schwirrte den Handwerkern erst mal ein Schwarm Hummeln entgegen, als sie den Balken hochnahmen. "Das Nest haben wir natürlich umgesetzt", sagte Kolbe, viele Jahre lang Bundestagsabgeordneter der CDU, zwischendurch auch mal Sächsischer Justizminister.

2007 hatte der Notar das Schloss erworben, 2010 mit der Sanierung begonnen. Und seitdem viel erlebt. Der Schwamm im Dach ist inzwischen fast vergessen, so sehr wie viele feuchte Stellen trocken gelegt wurden. Als vor Kurzem ein neuer Abwasseranschluss vorbereitet wurde, nahmen die Handwerker Teile des alten Barockparketts auf, um nach den Mauern darunter zu suchen. Die morschen Balken dort waren für Kolbe keine Überraschung, wohl aber das uralte Gemäuer, das zum Vorschein kam. "Wahrscheinlich Teile der alten Wasserburg vermutlich aus dem elften oder zwölften Jahrhundert an dieser Stelle", meinte Kolbe. Nach und nach werde er die Mauern freilegen, kündigte er an.

Auf den Resten der Wasserburg sei um 1500 herum der erste Renaissance-Bau entstanden, erklärte Kolbe die Geschichte des Schlosses. 1693 wurde es um einen weiteren Flügel erweitert, entstand daraus das Barockschloss. Irgendwann so gegen 1800 jedoch, weiß Kolbes Bauleiterin Gabriele Berge, sei nochmal Hand angelegt worden, sei etwa die klassizistische Fassade ausgebildet worden. Die hat Kolbe inzwischen fast fertig wiederhergestellt, die letzten noch fehlenden Fenster vorn würden in den nächsten zwölf Monaten eingebaut, sagte er.

Im prächtig bemalten Gartensaal, in dem schon vor mindestens einem Jahr ein Cafe eröffnen sollte, geht es nun auch voran. Er habe fast zwei Jahre lang nach einem passenden Kamin gesucht, gestand Kolbe. Über einen Kontakt beim Internet-Auktionshaus Ebay sei er schließlich auf einen 1810 erbauten Kamin in Antwerpen gestoßen. "Der stammt aus einer Villa, die abgerissen wurde", präsentierte er stolz seine Errungenschaft aus italienischem Piazzolla-Marmor.

Heute Abend findet im künftigen Café ein Baustellenkonzert mit zwei Liedermachern statt. Zum Winter hin soll das Cafe aber fertig werden. Es gebe schon mehrere Interessenten für den Betrieb, sagte Kolbe. Im nächsten Jahr sei dann der erste Nebensaal an der Reihe, das Jahr darauf folge der zweite Saal im Erdgeschoss, erklärte er. "Auf jeden Fall soll jetzt jedes Jahr ein Raum fertig werden", versprach er. Jetzt zum Seefest sei es ihm wichtig gewesen, mit der Haustür auch ein Zeichen zu setzen.

Wer das Haus erleben will, kann das beim Fest. Samstag und Sonntag gibt es von 14 bis 17 Uhr Führungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2015

Jörg ter Vehn

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