Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg "Schade um über 80 Jahre Tradition"
Region Markkleeberg "Schade um über 80 Jahre Tradition"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:26 19.05.2015
Im Biotechnologischen Gymnasium in der Raschwitzer Straße 35 werden die letzten Kisten vom Kollegium gepackt. Quelle: André Kempner

Rund 70 Schüler absolvieren noch Praktika. Die Zeugnisübergabe findet am Freitag verbunden mit einer Hausführung bereits im Berufsschulzentrum in Böhlen statt, dem neuen Domizil der Biotechnologen.

"Schade um über 80 Jahre Tradition. Das Biotechnologische Gymnasium ist der letzte Teil der alten Berufsschule am Rathausplatz", sagt Deistler wehmütig. Immerhin 21 Jahre hat die 45-Jährige in Markkleeberg unterrichtet, seit 2006 die zum kreiseigenen Berufsschulzentrum gehörige Außenstelle geleitet. Vor drei Jahren hat sie schon einmal einen Umzug erlebt. Damals wurde das alte Schulgebäude für die Sanierung geräumt. Rund 500 Auszubildende, darunter Gärtner und Floristen, wechselten an die Berufsschulen nach Wurzen und Böhlen.

"Wir waren alle gern hier, gehen mit einem weinenden Auge", gesteht eine Kollegin beim Imbiss. Das Arbeiten habe immer großen Spaß gemacht. "Die sehr familiäre Atmosphäre hat vieles erleichtert. Trotz der immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen", sagt Deistler. Außerdem werde sie die Nähe zu Leipzig vermissen. "Gerade für Exkursionen zum Beispiel zum Umweltforschungszentrum waren das hier optimale Bedingungen." Allerdings habe auch Böhlen etwas zu bieten. "Moderne Räumlichkeiten und für uns Biotechnologen besonders interessant - ein S 1-Labor für gentechnische Versuche", sagt Deistler. Seit 2011 leitet sie auch das wirtschaftliche Gymnasium in Espenhain. Unzählige Kilometer ist sie inzwischen gependelt. "Dafür sind die Schulteile auch richtig gut zusammengewachsen."

Für die Berufsschule und die Stadt Markkleeberg habe sie das leider nie sagen können. "Obwohl wir lange Jahre gegenüber vom Rathaus saßen, hat sich für uns keiner interessiert, geschweige denn engagiert", so Deistler. Wahrscheinlich werde gar keiner merken, wenn die Biotechnologen fehlen. "Das tut schon ein bisschen weh." Dass ihr Team just beim Auszug fast stündlich Kontrollbesuche vom Bau- und Ordnungsamt bekommt, ärgert sie.

Am 26. August, wenn das neue Schul- und Ausbildungsjahr auch für das Biotechnologische Gymnasium in Böhlen beginnt, wird der Frust hoffentlich vergessen sein. "Wir nehmen eine neue elfte Klasse auf und führen die zwölfte und 13. von Markkleeberg weiter", blickt Deistler in die Zukunft. Nach unsicheren Jahren würden die Schülerzahlen nun wieder steigen. "Allerdings verlieren wir einige Leipziger Schüler. Für die ist der Weg nach Böhlen zu weit."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2013

Ulrike Witt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_25666]Markkleeberg. Wie gehen wir mit unserer Geschichte und ihren Opfern um? Wollen wir überhaupt erinnert werden? Brauchen wir Orte zum Gedenken? Um diese und andere Fragen ging es jüngst beim Workshop "Versteckte Geschichte" im Club des Markkleeberger Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums.

19.05.2015

Trubel am Samstag bei der Freiwilligen Feuerwehr Markkleeberg-West: Ortswehrleiter Andreas Knoll und der Förderverein hatten zum Tag der offenen Tür in die Rosa-Luxemburg-Straße eingeladen.

19.05.2015

Zum 6. Stadtteilfest für Gaschwitz und Großstädteln hatte am Samstag das Quartiersmanagement der "Sozialen Stadt" geladen. Gefeiert wurde rund um die neue Gaschwitzer Turnhalle.

19.05.2015
Anzeige