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Markkleeberg Schatz-Suche führt zurück in die Zeit des Barock
Region Markkleeberg Schatz-Suche führt zurück in die Zeit des Barock
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07:00 05.07.2017
Auf den Spuren eines Baumeisters: Andreas Höhn (l.) und Pfarrer Arndt Haubold laden zur Schatz-Suche in die Martin-Luther-Kirche. Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Er baute die barocke Martin-Luther-Kirche in Markkleeberg, die in Großdeuben, aber auch das Schloss in Otterwisch, das Herrenhaus in Zöbigker, die Salvator-Kirche in Gera und mindestens 30 weitere Gebäude in Mitteldeutschland: Die Kirchgemeinde Markkleeberg-West ehrt den überaus fleißigen Baumeister David Schatz nun zum 300. Geburtstag ihres Gotteshauses mit einer gelungenen Ausstellung.

Konzipiert hat die mit viel Liebe zum Detail Kulturhistoriker Andreas Höhn. Zusammen mit Grafiker Steffen Loose sei er in die Orte gefahren, habe auch Fotos gemacht, erzählt Höhn. Denn Schatz baute im Auftrag der Landbesitzer oft das Dreigestirn Kirche, Brauerei und Gasthaus in den Orten, wirkte so prägend für ganze Dörfer wie etwa in Zöbigker.

Auf der Basis der Doktorarbeit von Denkmalschützer Thomas Trajkovits über den barocken Baumeister sei die Ausstellungen entstanden, sagt Höhn. Denn tatsächlich habe Schatz nicht zu den Stars der damaligen Zeit gehört wie etwa Zwinger-Erbauer Pöppelmann, sei erst viel später als Baumeister zu Ehren gekommen. „Obwohl Schatz in Leipzig lebte, hat er Zeit seines Lebens hier nie Aufträge der Bürgerschaft bekommen“, so Höhn. Schatz, der für August den Starken dort Apels Garten erweiterte, habe wohl als Günstling des Sächsischen Königs gegolten - und der war in der Messestadt nicht gern gesehen.

Schatz war der Bauherr für den Landadel“, erklärt Höhn. Als solcher sei er überaus fleißig gewesen, habe immer fünf bis sechs Bauwerke gleichzeitig betreut. Seine produktivsten Jahre seien zwischen 1715 und 1740 gewesen. „Daher können wir eigentlich jetzt immer irgendwo den 300. Geburtstag eines weiteren Schatzes feiern“, schmunzelt Höhn. Den Anfang habe im Vorjahr die Kirche Großdeuben gemacht, ebenfalls in diesem Jahr sei Gera dran, wo vor 300 Jahr der Bau der Salvatorkirche begann. Gera wolle die Ausstellung, etwas abgewandelt, ebenfalls haben.

In Markkleeberg ist Pfarrer Arndt Haubold froh, die 25 Tafeln zu Schatz zeigen zu können. Die Kirche ist dafür bis zum Erntedankfest sonnabends und sonntags von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Jörg ter Vehn

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