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Markkleeberg "Schere zwischen Arm und Reich nirgendwo so extrem"
Region Markkleeberg "Schere zwischen Arm und Reich nirgendwo so extrem"
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13:59 19.05.2015
Das Klischee stimmt: die Promenade am Cospudener See. Quelle: André Kempner

Allerdings hat das gute Leben zwischen Cospudener und Markkleeberger See auch eine Schattenseite. Die soziale Schere zwischen Arm und Reich klafft immer mehr auseinander.

Aber erst einmal die statistischen Daten: Demnach leben in Markkleeberg 23 490 Menschen in 11 487 Haushalten. Davon sind 35,8 Prozent Single-Haushalte, 64,2 Prozent Mehrpersonen-Haushalte. In 5,5 Prozent der Haushalte gibt es Menschen mit Migrationshintergrund. Das Gros der Bürger - 18 924 - ist konfessionslos, 3681 evangelischen, 1067 katholischen Glaubens. Der durchschnittliche Markkleeberger ist 46,4 Jahre und verfügt über ein hohes Bildungsniveau. Der Anteil Hochqualifizierter mit Abitur - 7950 - und Uni-Abschluss - 5870 - liegt im Vergleich zu anderen Kommunen im Freistaat sehr hoch. Dies wird auch beim Einkommen deutlich: Mit einem Jahresverdienst von rund 36 400 Euro sind die 11 570 erwerbstätigen Markkleeberger nach Angaben des Statistischen Landesamtes sachsenweit spitze.

Stetig zurückgegangen ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere der Hartz-IV-Empfänger. Erhielten zum Stichtag 30. Juni 2012 noch 751 Markkleeberger Leistungen nach dem SGB II, waren es am 31. Dezember 2014 nur noch 516. Damit ist die Zahl derer, die in Markkleeberg von Hartz-IV leben müssen, um 31,3 Prozent zurückgegangen.

Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), der von seinen Amtskollegen oft beneidet wird, sieht die Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Die Schere zwischen Arm und Reich ist im Landkreis Leipzig nirgendwo so extrem wie in Markkleeberg. Sicher haben wir sehr viele Gutverdienende, aber eben auch sozial Bedürftige. Das verpflichtet uns zu einer besonders großen sozialen Verantwortung", erklärt der Rathauschef.

Handlungsbedarf sehe er beispielsweise beim Bildungs- und Teilhabepaket. "Das wird von den Leistungsberechtigten viel zu wenig in Anspruch genommen. Hier müssen Stadt, Schulen und Vereine aktiv auf die Eltern einwirken", meint Schütze. Er fürchtet, dass nicht nur Unwissen, sondern "im reichen Markkleeberg" auch die Scham eine Rolle spielt und Familien ihre Kinder lieber krank melden, als Zuschüsse für eine Klassenfahrt zu beantragen.

Im Zuge der Aufstellung des Haushaltsstrukturkonzeptes will Schütze die gängige Förderpraxis unter anderem bei Vereinen überprüfen. "Wir müssen genau hinsehen, dass Zuschüsse auch wirklich Bedürftigen zugute kommen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2015
Ulrike Witt

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