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Schlammschlacht am Markkleeberger See

Schlammschlacht am Markkleeberger See

Markkleeberg. Die eigenen Grenzen ausloten, das wollten am Samstag 1700 Frauen und Männer, die sich beim vierten Cross de Luxe am Markkleeberger See über 23 Hindernisse ins Ziel kämpften.

Bei traumhaftem Herbstwetter zog es Tausende Schaulustige nach Auenhain.

"Wer will mich drücken?" Das Kuschelangebot eines Läufers lief am Mittag ins Leere. Obwohl jung und knackig, wollte sich partout niemand finden. Kein Wunder, schlammbedeckt von Kopf bis Fuß, wie er war. Frank Berauer aus Altenburg machte sich derweil für den zweiten, Acht-Kilometer-Start bereit. Für den 46-jährigen Altenburger war es der erste Cross de Luxe. "Ich war schon beim Fishermans Friend am Nürburgring. Heute ist Spaß angesagt", erzählte er.

Premiere feierte auch das Leipziger "Dream Team" Kirsten Töpfer und Jeannine Stab. "Wir sind von Haus aus Läuferinnen, wollen das heute mal mit klettern verbinden. Wir gehen mit viel Respekt an die Sache", gestand Töpfer. Katrin Tschiedel aus Aken half ihrem Freund Stefan Zirner in die Hose. "Wir haben von Freunden vom Cross de Luxe gehört. Da wir ohnehin gern laufen und auch gern mal was Neues ausprobieren, sind wir dabei."

Henrik Wahlstadt, Vorsitzender der Sportfreunde Neuseenland, konnte zu diesem Zeitpunkt wieder lachen. "Ich hatte schon eine Panikattacke. Die Johanniter sind zu spät gekommen. Zum Glück konnten wir die ersten 450 Läufer kurz nach Zwölf ins Rennen schicken." Wahlstadt hatte eine Erklärung für die Faszination Cross de Luxe. "Laufen kann man jeden Tag überall. Bei uns wird das Kind wieder wach."

Angefangen hatte 2010 alles mit 250 Teilnehmern, ein Jahr später waren es 500, 2012 schon 1000 und jetzt 1700. "Bei 2000 ist Schluss", versicherte Wahlstadt, "wir halten uns lieber zehn Jahre und werden immer besser, als Staus, Verletzungen und Unzufriedenheit herauf zu beschwören. Ich bin nicht größenwahnsinnig." Besser werden hieß diesmal noch mehr Schlamm.

Kurz vor halb Zwei warteten die nächsten 450 Crosser zum Teil mit Krawatte, Hawaii-Shorts, Baströckchen und Blumenkette auf das Startsignal von Moderator Roman Knoblauch. Selbst Sportler heizte er den Cross-Jüngern, darunter Finnen und Schweizer, ordentlich ein. Das Motto hatte er auf dem Shirt stehen: "Cross de Luxe 2013 - besser als Sex!" Wahlstadt ernster: "Die Strecke ist schwerer als letztes Jahr, bitte passt auf Euch und Eure Nachbarn auf." Wer eine Hand aus einem Loch ragen sehe, solle helfen, setzte Knoblauch einen Drauf: "Das ist keine eingebaute Baustelle."

Just in dem Moment lief Charles Franzke, 20 Jahre, ins Ziel. Der Sportmanagement-Student aus Saalfeld hatte die 23 Hindernisse mit so verheißungsvollen Namen wie Grüne Hölle, Psychoterror, Höllenstiege und Crazy Rubber auf 16 Kilometern gleich zwei Mal genommen. "Was zu tun, was nicht jeder packt und sich dabei selbst überwinden, das macht für mich den Reiz aus", meinte er. Den meisten Respekt habe er vor dem Höllenrausch, der Wasserrutsche gehabt. Die hohe Geschwindigkeit sei nicht ohne.

Dabei wartete am Abend, mit den erstmals ausgetragenen Sprintfinals der 20 schnellsten Männer und sieben schnellsten Frauen noch ein weiteres spektakuläres Hindernis. Bei laufender Turbine mussten die Finalisten durch den kleinen Wildwasserkanal. "Ich will vorn dabei sein", verkündete Franzke unerschrocken. Er sollte recht behalten: Franzke blieb Erster auf dem langen Kanten. "Ein Riesenlob noch für die Organisatoren. Das waren heute super Läufe", so der Thüringer.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2013

Ulrike Witt

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