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Schlechtes Wetter: Strecke diese Saison durchschnittlich

Schlechtes Wetter: Strecke diese Saison durchschnittlich

Mit großflächigen, revierübergreifenden Stöberjagden ist der Schwarzkittelplage in Sachsen am besten beizukommen. So lautet die Erkenntnis des Sächsischen Schwarzwildsymposiums mit wissenschaftlicher Begleitung zu Anfang der diesjährigen Jagdsaison im November in Nossen.

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Eine Plage für Bauern: Die Zahl der Wildschweine muss reguliert werden.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Im Südraum Leipzig ist das wegen der vielen erholungssuchenden Bürger im Wald mit der Jagd aber gar nicht so einfach.

Wenn heute im Wermsdorfer Wald und morgen im Colditzer Forst zu den großen Gesellschaftsjagden des Jahres geblasen wird, gehen jeweils mehr als hundertfünfzig Jäger auf die Pirsch. Von Absperrungen im Wald über Verkehrszeichen an den Straßen bis zur Bereitschaft der Tierärzte und vorher festgelegten Rettungspunkten für die Sanitäter ist alles geregelt. Das über Jahre eingeübte Zusammenspiel aller Beteiligten hat den Jagden europaweit einen guten Ruf eingebracht, reicht aber auch bis zu Anwohnern, die "frisch von der Strecke" Wild kaufen wollen, und wartenden Kühltransportern der Großhändler.

Eine Jagd mit Riesenaufwand, die aber auch Sinn macht, wie Forstbezirksleiter Andreas Padberg betont. Fast 80 Prozent des Schwarzwildes, also der Wildschweine, würden zum Beispiel im Bezirk bei den großen Jagden erlegt. Durch die Konzentration auf die großen Termine bleibe es im Gegenzug für den Rest des Jahres eher ruhig im Wald - das schone die Tiere.

In den Wäldern rund zum Leipzig finden größere Jagden inzwischen nur noch einmal im Jahr im Oberholz bei Großpösna statt. "Und das auch nur noch an einem Montag", erklärt Padberg. Das sei der Tag, an dem erwiesenermaßen die wenigsten Menschen in den Wald gehen. Wegen der vielen erholungssuchenden Bürger und der Gefahr für die öffentliche Sicherheit könne er eine große Jagd an einem Wochenende gar nicht mehr verantworten.

Im Eichholz, der Neuen Harth und auf der Kippe Böhlen liege der Schwerpunkt daher auf der Einzeljagd. Auch hier gelte es, die Wildbestände zu regulieren. "Jagd ist eine notwendige Umweltleistung", formuliert Padberg. Das Schwarzwild sei zwar eher für Landwirte ein Problem, die mitunter Teile ihrer Mais- oder Getreideernte an die Tiere verlören. Aber im Winter zögen die Wildschweine in den Wald, könnten dort Aufforstungen verwüsten. "Beim Rehwild wiederum stehen junge Eichentriebe ganz oben auf dem Speiseplan", erklärt Padberg. Wie berichtet, ist die Eiche Zielbaumart der Region, kommt nach Ansicht der Wissenschaftler auch mit dem zu erwartenden Klimawandel am besten klar. "Aber wir können nicht jede Neuanpflanzung einzäunen", umreißt Padberg den Konflikt Forst -Wild.

In diesem Jahr rechnet Padberg schon wegen des nass-grauen Wetters, bei dem Wild kaum aus der Deckung kommt, und der für Jäger schlechten Sicht nur mit durchschnittlichen Ergebnissen. Im Eichholz Zwenkau heiße das etwa 15 Rehe, einzelne Wildschweine; auf der Kippe Böhlen 25 bis 30 Wildschweine und etwa 20 Rehe. In der Neuen Harth sei der Schwarzwildanteil steigend, fünf bis zehn dieser Tiere würden jährlich erlegt, dazu etwa 25 Rehe. Im Oberholz verzeichnet der Forstbezirk bislang 76 Abschüsse, darunter 57 Rehe und 16 Wildschweine. Die Zahl werde aber noch steigen. "Die Saison läuft ja noch bis Ende März", so Padberg.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.01.2015
Jörg ter Vehn

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