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Schlumperbach kommt groß heraus: Kaskade in Störmthaler See im Bau

Zehn Gefällestufen Schlumperbach kommt groß heraus: Kaskade in Störmthaler See im Bau

Der bislang weitgehend unbekannte Schlumperbach wird künftig Naturfreunden und Ausflugsgästen am Störmthaler See wohl fest im Gedächtnis bleiben. Dafür werden die Kaskaden sorgen, in denen er sich künftig unterhalb von Störmthal in den See ergießt.

Das neue Bachbett ist seit dieser Woche im Bau. Die Arbeiten sollen sich bis August nächsten Jahres hinziehen

Quelle: Kempner

Grosspösna. Der bislang weitgehend unbekannte Schlumperbach in Störmthal wird künftig Naturfreunden und Ausflugsgästen am Störmthaler See wohl fest im Gedächtnis bleiben. Dafür werden die Kaskaden sorgen, in denen er sich künftig unterhalb von Störmthal in den See ergießt. Diese Woche war Baustart.

Hintergrund der eigentlichen Maßnahe ist natürlich die Tagebausanierung. Danach muss laut Planfeststellungsbeschluss übrigens schon von 2008 der Bach in den See eingebunden werden, damit sich dort auf Dauer selbstregulierende Wasserverhältnisse einspielen können.

Allerdings sind es 35 Meter von der Böschungsoberkante, wo der Schlumperbach ankommt, bis zum Seeufer. Mit insgesamt zehn kleinen Gefällen soll der Bach den Höhenunterschied ausgleichen, „der höchste Absturz wird dabei zwei Meter betragen“, erzählt Matthias Rensen vom Bauamt der Gemeinde Großpösna.

In zwei Gruppen von je fünf Abstürzen sollen die Kaskaden den Bach herunterführen. Gehalten werden soll das Ganze mit Spundwänden aus Bohlen, die Rückwände würden zudem mit Naturstein verkleidet, erzählt Rensen. Ob dies Granit oder Basalt sei, werde noch geklärt.

Für die Befestigung der Böschung und der Sohlen würden Wasserbausteine geschüttet. So genannte Tosbecken sollten zudem verhindern, das der stete Tropfen auf Dauer das ganze Bauwerk abträgt. Das unterste Tosbecken soll nach den Plänen der Tagebausanierer etwas größer ausfallen. Hier hatte - wie berichtet – die Gemeinde Großpösna die Idee von Kneipp-Touren ins Spiel gebracht. Es lägen sogar schon entsprechende Anfragen zum Wassertreten vor, bestätigte Rensen. Entschieden sei aber nichts. Hintergrund: Mit der Seesanierung hat eventuell späteres Kneippen nichts zu tun.

Bis es soweit ist, muss viel getan werden. Das Vorhaben umfasse das Anbinden des Schlumperbaches, beginnend am Rödgener Teich, an den Störmthaler See auf einer Länge von zirka 450 Metern, den Anschluss des Störmthaler Baches an den Schlumperbach über eine Distanz von zirka 60 Metern sowie den Rückbau einiger Bauwerke am Rödgener Teich, erläutert Rensen. Eine Gasleitung müsse auf einer Länge von 45 Meter umverlegt werden, zudem sollten drei Durchlässe an den Wegen am See gebaut werden.

Aus diesem Grund betrifft der Bau auch jetzt schon die Ausflugsgäste am See. Der obere Rundweg sei seit dieser Woche bis zum Jahresende gesperrt, bittet Rensen um Verständnis. Der untere asphaltierte Weg könne stattdessen genutzt werden. Ab dem neuen Jahr werden wiederum der untere Weg gesperrt, der obere wieder freigegeben. Die Fertigstellung des Bauwerks sei im August nächsten Jahres vorgesehen.

Mit den abschließenden Bepflanzungen soll sich die Maßnahme aber bis Ende nächsten Jahres hinziehen. So ist vorgesehen, etwa die künftigen Kaskaden zu beschatten. Steckhölzer aus Weide sollten in die Steinschüttung der Böschung eingebracht werden, heißt es in der Baubeschreibung.

Wasserfälle à la Niagara wird es am See aber natürlich nicht geben. Dafür ist der Schlumperbach, der im Jahreszeitenverlauf auch öfter mal trocken fällt, nicht groß genug. Um dennoch das kleine Gewässer zu bespannen, ist vorgesehen am oberen Teich den Damm ein Stück zu schleifen und so einen ständigen Überlauf zu schaffen.

Beauftragt mit den Ausführungsarbeiten ist die Strabag Direktion Sachsen/ Thüringen. Die ist derzeit dabei, das künftige Bachbett vom oberen Rundweg abwärts zu modellieren. Am wenigsten zu schaffen machen wird den Bauarbeitern dabei wohl das alte Bachbett oberhalb des Rundweges. Sichtbar eingeschnitten in die Landschaft verläuft dort der Bach. Dort müsse nur die Gewässersohle profiliert werden, heiß es. Oberhalb des Rundwegs soll auch der Störmthaler Bach eingebunden werden.

Von Jörg ter Vehn

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