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Markkleeberg Schlussverkauf in der Martin-Luther-Kirche
Region Markkleeberg Schlussverkauf in der Martin-Luther-Kirche
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14:55 19.05.2015
Andrang auf der Orgelempore: Superintendent Martin Henker (Mitte) gehörte zu den Glücklichen die eine Pfeife mit nach Hause nahmen. Quelle: Armin Kühne Kuehne

Wie berichtet, war das Instrument 1979 aus zwei alten Orgeln - der Magdeborner von 1906 und der Markkleeberger Schmeißer-Orgel von 1929 - sowie neuen Registern vom VEB Orgelbau Jehmlich zusammengesetzt worden.

"Sie hat uns 34 Jahre in rund 2000 Gottesdiensten und 100 Konzerten treu gedient. Ihr Klang hat uns in schweren Stunden getröstet und in fröhlichen ermutigt. Sie hat allein an diesem Standort drei Kantoren ausgehalten. Unsere Orgel ist ein Stück Geschichte dieser Region", erklärte Pfarrer Arndt Haubold. Als das Instrument zum ersten Mal ertönte, sei die Gemeinde stolz gewesen, wie auf einen reparierten Trabant, fügte er schmunzelnd hinzu.

Alt-Kantor Helmut Packmohr erinnerte an die Nöte zu DDR-Zeiten, an den Besuch des vor der Devastierung stehenden Magdeborns, an Ausbau, Transport und Einbau und an ein üppiges Orgelessen - finanziert vom Braunkohlenkombinat Böhlen. "Es hieß, dass so eine Orgel höchstens 20 Jahre halten kann. Damals sagte uns ein Fachmann: Suchen Sie sich eine reiche Partnergemeinde im Westen", plauderte Packmohr aus dem Nähkästchen.

Sein Nachfolger Frank Zimpel, der zum letzten Mal unterstützt vom Ensemble TOP Leipzig auf dem Instrument spielte, begeisterte mit Werken von Bach, Mouret, Widor und Händel. Nach minutenlangem Applaus forderte er das Publikum auf, ihm auf die Empore zur Pfeifenversteigerung zu folgen. Und er blieb nicht allein. Vielmehr herrschte ein Andrang wie beim Schlussverkauf, so dass die geplante Auktion so gar nicht stattfinden konnte.

Zimpel baute die Pfeifen Stück für Stück aus, blies hinein und erklärte: "Eine große kostet 50 Euro, eine mittlere 30 Euro, die kleinen 10 Euro." Auch wenn die Orgel binnen 20 Minuten nur noch einen traurigen Anblick bot, gestand er: "Das tut mir nicht weh. Die Vorfreude auf das neue Instrument ist riesig." Auf Zuruf stieg Zimpel immer wieder in den Prospektkasten, um die nächsten Orgelfans zu bedienen.

Carola und Klaus Schönfeld ergatterten zwei Pfeifen für 100 Euro. Henning Diestel kaufte eine: "Die bekommt einen schönen Platz im Musikzimmer. Ich muss nur einen Rahmen bauen." Christiane Hentschel strahlte. "Ich bin glücklich. Vor Jahren habe ich selbst mal auf der Orgel spielen dürfen. Die Pfeife kommt übers Klavier neben die Tannhäuser-Partitur und mein Liszt-Porträt." Eine andere Frau rief ihrem Mann zu: "Nimm nicht so eine große Pfeife. Wo soll die denn in unserer Wohnung hin?" Am Ende marschierten auch Superintendent Martin Henker und Pfarrer Haubold mit je einer Pfeife aus der Martin-Luther-Kirche.

"Toll, wir haben 3740 Euro eingenommen", erklärte später eine "überwältigte" Beate Strohmann vom Pfarramt. Nun hofft die Gemeinde über Patenschaften und Spenden auch die noch offenen 70 000 Euro decken zu können. Insgesamt kostet das neue, technisch auf dem modernsten Stand bestellte Instrument 449 000 Euro. Gebaut wird es von der Firma Fischer und Krämer aus Endingen. Orgelweihe soll am 2. November sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.01.2014
Ulrike Witt

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