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Markkleeberg Schnuppern am Erfolg
Region Markkleeberg Schnuppern am Erfolg
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18:02 06.11.2011
Zeit zum Kuscheln hat der vierjährige Max mit einem Zwergwidder. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Von Wirtschaftsrassen, die sich besonders gut zum Verzehr eignen, bis zu Zwergkaninchen, die in Kinderzimmern besonders beliebt sind, reicht die Bandbreite der Tiere, die die Züchter hier beurteilen lassen.

Theoretisch sind bis zu 100 Punkte in der Bewertungsskala möglich. „Doch selbst bei Bundesschauen sind 97 Punkte schon absolut top“, berichtet Richard Preuß vom Kaninchenzuchtverein Zwenkau. Der 77-Jährige muss das Geheimnis einer guten Zucht kennen. Er und sein Sohn haben auf der Schau als Vereinsmeister und dritter Vereinsmeister mächtig abgeräumt. Doch wie viele Tiere er ziehen muss, bis ein echter Champion dabei ist, mag er nicht sagen. In einer guten Zucht könne man schon 70 Prozent der Kaninchen zeigen. Es gebe aber auch Linien, die viel geringere Quoten hätten. „Das hängt natürlich auch von der Größe der Zucht und der Anzahl der Tiere ab“, ergänzt Torsten Ludwig, ebenfalls Mitglied im Verein.

Mit 32 Jahren ist Ludwig einer der jüngeren Züchter im Verein. Zwischen 20 und 80 Jahre alt sind die Mitglieder. Und den Verein plagen, wie so viele andere auch, Nachwuchssorgen.

„Das Hobby ist ja auch mit viel Arbeit verbunden“, erklärt Ludwig. Viele würden im jungen Erwachsenenalter ins Ausland oder zum Studium in andere Städte gehen, so Preuß. „Da ist es schwierig, das Interesse an dem Hobby aufrechtzuerhalten oder wieder einzusteigen, wenn man in ein Alter kommt, in dem man sesshafter wird“, sagt Ludwig. Er lebt eigentlich in Midweida, hat hier als Jugendlicher aber seine ersten Erfahrungen gesammelt und hilft jetzt noch gern bei Ausstellungen mit.

Doch er ist nicht der einzige Weitgereiste. Selbst aus Melsungen in der Nähe von Kassel ist ein Züchter mit seinen Tieren angereist. Franz Krippner ist dem Zwenkauer Verein seit 21 Jahren verbunden. Schließlich ist er Mitbegründer einer Partnerschaft zwischen den beiden Vereinen, die sich aus privaten Beziehungen ergeben hatte. „Die Kaninchenzucht war immer sowohl in Ost, als auch West beliebt“, erklärt er. Und trennende Rassestandards, wie sie aus der Hundezucht teilweise bekannt sind, gebe es bei den Kaninchen auch nicht. Vielmehr sei der Austausch der Tiere auch über große Distanzen hinweg wichtig, um frisches Blut in die Linien zu bringen, so Krippner.

Immer wieder fragen Besucher während der Schau nach Tieren, die zum Verkauf stehen. Manche fahren sogar extra zum Züchter, um Nachkommen eines gezeigten Rammlers zu erstehen. Und auch die Kaninchen, die bei der Tombola verlost werden, haben spätestens am Sonntagmorgen alle neue Halter gefunden. „Wir können mit den Verkäufen zufrieden sein“, sagt Ludwig. 20 Tiere haben zur Halbzeit schon den Besitzer gewechselt und längst nicht alle stehen hier zum Verkauf. Denn nur die besten werden in den Ausstellungen präsentiert.

Im Frühjahr, wenn die Zucht losgeht, sind die Ställe voll. Im Laufe der folgenden Monate wird selektiert, wie Ludwig erklärt. Hat er zu Hochzeiten 80 Tiere in den Boxen sitzen, sind es jetzt noch 35. Die anderen werden an private Halter und Züchter abgegeben. Einige werden aber auch der „Fleischverwertung“ zugeführt. „Wenn man die Kaninchen in größerer Zahl hält, ist die persönliche Bindung natürlich geringer, als bei nur zwei oder drei Tieren“, erklärt er. Aber auch nach 16 Jahren Erfahrung als Züchter gibt er zu: „Vor allem die jungen Kaninchen muss man einfach süß finden“.

Kerstin Leppich

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