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Markkleeberg Schüler aus Indianapolis zu Gast in Markkleeberg
Region Markkleeberg Schüler aus Indianapolis zu Gast in Markkleeberg
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09:43 12.06.2017
Geschichtslehrer Carsten Müller (l.) erzählt den Gästen bei einem „Stolperstein“-Rundgang über die einstige Verfolgung und Vernichtung der Juden. Quelle: Foto: Ulrike Witt
Markkleeberg

Am Rudolf-Hildebrand-Gymnasium sind derzeit im Rahmen des German-American Partnership Programs (GAPP) 14 Amerikaner aus Indianapolis zu Gast. Die Elft- und Zwölftklässler von der Roncalli High School im mittleren Westen kennen ihre Gastgeber schon. Im Herbst 2016 waren elf junge Markkleeberger zum Antrittsbesuch in den USA gewesen - und begeistert.

„Unser Ziel ist es, miteinander voneinander übereinander zu lernen“, erklärt Projektleiterin Beate Schenderlein. Mit ihrer Kollegin Jaqueline Redlich hat die Lehrerin ein anspruchsvolles Programm für die acht Tage in Markkleeberg aufgestellt. „Wir möchten, dass die amerikanischen Schüler viel erfahren“, sagt Schenderlein. Schwerpunkte seien das Bildungssystem, Politik, Wirtschaft, Kultur und Landeskunde, die Basis der tägliche Unterricht im Gymnasium – natürlich in Deutsch. Hinzu kommen Fahrten in den Dresdner Landtag, der Besuch des Porsche Werks und eine Führung an der Universität Leipzig. Weitere Programmpunkte seien der MDR, das Panometer, die katholische Kirche St. Trinitatis und ein Empfang im US-amerikanischen Generalkonsulat.

„Uns geht es nicht nur darum, Sprachkompetenzen zu erweitern, sondern diese mit Inhalten zu füllen“, betont Schenderlein. Unterstützt wird sie dabei durch fast alle Fachbereiche des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums. So haben die Geografen die Reise akribisch vorbereitet, die Mathematiker die Finanzen im Blick, der preisgekrönte Chor die Gäste am Dienstagmorgen begrüßt und Englisch-Lehrerin Ingeborg Hänßgen das „Snowflower“-Buchprojekt vorgestellt. Der Geschichtslehrer und Leiter der AG Spurensuche Carsten Müller machte die Gäste mit einem Stück dunkelster deutscher Geschichte vertraut – der Verfolgung und Vernichtung der Juden am Beispiel der Markkleeberger Familie Berliner.

„Im September möchten wir für vier Familienmitglieder Stolpersteine setzen“, erklärte er bei einem Vor-Ort-Termin gegenüber der Rathausgalerie am Donnerstag. Er las aus den Lebensläufen der Berliners vor: Mutter Rosa, eine Tochter und ein Sohn kamen in Auschwitz um, Tochter Gertrud floh nach Australien, wo sie vergangene Woche verstorben ist. In der heutigen Rathausstraße hatte die Familie zuletzt gewohnt. Das Haus fiel 1944 Bomben zum Opfer. „Für uns ist das sehr interessant. In den USA wird der Zweite Weltkrieg im Unterricht behandelt, auch der Holocaust, aber nur am Rand kurz vor den Ferien. Von ganz persönlichen Schicksalen zu erfahren, ist neu für uns“, gestand Lehrerin Tabitha Zimmermann, die mit William Niezgodski die Schülergruppe aus Indianapolis begleitet.

Noch bis zum 15. Juni weilen die Amerikaner in Markkleeberg, sind in den Familien ihrer deutschen Mitschüler untergebracht. „Wir fühlen uns sehr wohl hier“, meinten Macon, Grace, Shannon, Liam und die anderen unisono. Am Donnerstag geht es für drei Tage nach Berlin, von der Hauptstadt mit dem Flieger schließlich zurück nach Indianapolis.

Von Ulrike Witt

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