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Markkleeberg Schweden und Sachsen schlossen hier Frieden: Schloss Altranstädt soll Touristenziel werden
Region Markkleeberg Schweden und Sachsen schlossen hier Frieden: Schloss Altranstädt soll Touristenziel werden
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10:34 14.03.2018
Hellmuth Matthes, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Altranstädt, fährt im Mai zur Konferenz „Places of Peace" nach Bukarest. Quelle: Foto: André Kempner
Markranstädt

Die Idee ist, Orte zu verknüpfen, an denen einmal Frieden geschlossen wurde. Der sogenannte Kulturweg des Europäischen Netzwerks „Places of Peace“ (ENPP) zieht sich durch ganz Europa: Portugal, Spanien, Kroatien, Ungarn, Slowakei, Bulgarien, Rumänien und auch Wermsdorf sowie Altran-städt in Sachsen. Auf der Internetseite des Netzwerks stehen neben detaillierten englischen Informationen zum jeweiligen Friedensschluss Vorschläge, wo Reisende in den elf beteiligten Friedensorten übernachten und essen können und was es in der Umgebung sonst noch zu sehen gibt.

Altranstädt bei Markranstädt rückte 1706 kurzzeitig in den Mittelpunkt der Weltgeschichte, als Sachsen und Schweden im Großen Nordischen Krieg Frieden schlossen. Damals war das Schloss Hauptquartier des schwedischen Königs Karl XII. und damit für ein Jahr das politische Zentrum Nordeuropas. Nach einem Besuch des Friedenszimmers im Altran-städter Schloss empfiehlt ENPP Quarkkäulchen, Leipziger Allerlei oder Leipziger Lerche zur Stärkung.

„Beim Netzwerktreffen letztes Jahr in Portugal haben wir den Weg iniziiert“, erzählt Hellmuth Matthes, Vereinsvorsitzender des Fördervereins Schloss Altran-städt. Der Förderverein hat den internationalen Zusammenschluss zu ENPP mitgegründet.

Im September vergangenen Jahres berieten in Altranstädt Vertreter der Friedensorte aus ganz Europa über den Kulturweg. Inzwischen habe ihn die EU zertifiziert, bis Mai soll der virtuelle Pfad rechtlich anerkannt werden, sagt Matthes. Ziel des Projektes sei es, für Frieden zu werben und dadurch auch die Gemeinsamkeit der Orte zu betonen.

Doch damit nicht genug: Beim Jahrestreffen der ENPP Anfang Mai in Bukarest, zu dem auch Matthes fahren wird, wollen sich die Teilnehmer um die weitere touristische Vermarktung des Weges kümmern. „Wir planen eine Konferenz in Leipzig, zu der auch Vertreter der Weltorganisation für Tourismus der Vereinten Nationen kommen sollen“, erzählt Matthes. Das Treffen soll im Winter stattfinden, Verhandlungen mit Freistaat und Stadt liefen bereits, so der 69-Jährige. Die Vertreter des ENPP hätten sich wegen der zentralen Lage und guten Verkehrsanbindung auf Leipzig als Austragungsort geeinigt.

„Die Treffen mit dem Netzwerk sind immer eine friedensstiftende Angelegenheit“, erzählt Matthes. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Orte, in denen zu ganz unterschiedlichen Zeiten Frieden geschlossen wurde, brächte Europa zusammen. „Obwohl es sich um eher kleine Orte handelt, sind ihre Geschichte und die Friedensverträge oft höchst interessant“, schwärmt Matthes.

Erstmals bietet das ENPP beim Jahrestreffen in Bukarest am 4. und 5. Mai auch ein Rahmenprogramm an. Interessierte erkunden dabei Sehenswürdigkeiten in der rumänischen Hauptstadt sowie das Dracula-Schloss. Wer am Angebot teilnehmen will, muss nicht unbedingt an dem ENPP-Treffen teilnehmen. Anmelden könne sich jeder, sagt Matthes.

Wer am Rahmenprogramm in Bukarest und Umgebung teilnehmen möchte, meldet sich bitte unter info@schloss-altranstaedt.de. Die Kosten liegen bei 250 Euro ohne Flug.

Von Theresa Held

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