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Schwimmhallen-Neubau bietet Diskussionsstoff im Stadtrat

Schwimmhallen-Neubau bietet Diskussionsstoff im Stadtrat

Der Stadtrat hat am Mittwochabend grünes Licht für weitere Planungen zu den Großprojekten Sportbad, Quartiersgarage sowie Vereinshaus und Turnhalle Gaschwitz gegeben.

Markkleeberg. Ein Antrag der CDU-Fraktion, den Beschluss zur Schwimmhalle zurückzustellen, wurde abgewiesen. „Wir haben die große Sorge, dass uns das, was wir jetzt auslösen, später auf die Füße fallen kann. Es weiß doch noch keiner, welche Verpflichtungen überhaupt auf uns zukommen.“ CDU-Mann Gerhard Pötzsch begründete seinen Einwurf mit möglichen Forderungen an die Stadt als Mitglied im Zweckverband für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Leipzig-Land (ZV Wall), der laut Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zur Liquiditäts- und Investitionssicherung bei den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL) herangezogen werden soll. Des Weiteren müsse noch immer mit der Erhöhung der Kreisumlage und der Rückzahlung von Fördermitteln im Rahmen des Medios-Projektes gerechnet werden. „Die Fördermittel stehen bereit. Wir müssen jetzt handeln“, mahnte indes Bürgermeister Philipp Staude, der die Sitzung in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters Bernd Klose (SPD) leitete. Was die KWL angehe, vertraue die Rathausspitze auf die Festlegung, dass die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV) als Hauptgesellschafter einspringe und nicht der ZV Wall, der 25,35 Prozent an dem kommunalen Unternehmen hält. CDU-Fraktionsvorsitzende Anne-Kathrin Seyfarth betonte: „Natürlich wünschen wir uns wie 99 Prozent der Markkleeberger eine Schwimmhalle, aber Wünsche müssen finanzierbar sein – auch künftig.“ Daher halte sie es für wichtig, dass die Verwaltung ein Betreiberkonzept vorlegt. Schließlich koste nicht nur der Bau mehrere Millionen Euro. „Es ist davon auszugehen, dass jährlich mindestens 200 000 Euro für die Unterhaltung aufzubringen sind. Insofern wäre es besser, erst ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten und danach den Entwurf in Auftrag zu geben“, so Seyfarth. Ihre Fraktion könne sich beispielsweise ein regionales Sportzentrum vorstellen, in dem auch Zwenkauer und Großpösnaer Kinder Schwimmen lernen: „Als Ausgleich beteiligen sich die Kommunen an den Kosten.“ Sie stellte den Antrag, die Beschlussvorlage zur Bewirtschaftung der Haushaltsstelle „Neubau Sportbad und Sanierung Bahnhofsgebäude“ zurück in die Ausschüsse zu verweisen. Staude überhörte dies und argumentierte, dass seit fünf Jahren ein Betreiberkonzept bei der Wohnungsbaugesellschaft vorliege, das bei einer größeren Wasserfläche etwa 180 000 Euro jährliche Kosten ermittelt habe. „Ohne Betreiberkonzept und Konkurrenzanalyse bekommen wir aber ohnehin keine Fördermittel“, so Staude, der auch Kämmerer und Geschäftsführer der WBG ist. Nachdem Seyfarth ihr Anliegen wiederholte, wurde doch noch abgestimmt. Allerdings ohne Erfolg aus CDU-Sicht: SPD, FDP, Linke und Grüne votierten für das Sechs-Millionen-Projekt. Für die Vergabe der Entwurfsplanung soll in den nächsten vier Wochen ein weiterer Beschluss fallen.

Ulrike Witt

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