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Seefreigabe: Landesdirektion prüft, ob sie noch weiter prüfen soll

Naturschutz Seefreigabe: Landesdirektion prüft, ob sie noch weiter prüfen soll

Per Gesetz sind die Tagebaugewässer im Südraum Leipzig schiffbar, sobald die Landesdirektion Sachsen (LDS) die Seen freigibt. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht. In Kurzform: Aktuell wird geprüft, ob noch tiefer geprüft werden muss.

Ein aktives maritimes Treiben gab es im Zwenkauer Hafen zur Übergabe des Sees im Mai. Allgemein schiffbar wie versprochen ist das Gewässer jedoch bis heute nicht. Die zuständige Landesdirektion brütet über naturschutzrechtlichen Fragen.

Quelle: Kempner

Zwenkau/Leipzig. Per Gesetz sind die Tagebaugewässer im Südraum Leipzig schiffbar, sobald die Landesdirektion Sachsen (LDS) die Seen freigibt. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht. In Kurzform: Aktuell wird geprüft, ob noch tiefer geprüft werden muss.

Wie berichtet, hatte die Landesdirektion im Frühjahr bereits einen Entwurf zur Schiffbarmachung vorgelegt. Beim Störmthaler See etwa sah der weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen vor, auch einen größeren Fahrabstand zum Ufer. Bei der dazugehörigen Anhörung der beteiligten Institutionen seien die wasserwirtschaftlichen, immisionsschutzrechtlichen sowie bergrechtlichen Fragen weitestgehend gelöst worden, so die Landesdirektion diese Woche auf Anfrage. „Lediglich die naturschutzrechtlichen Belange benötigen weiterhin eine vertiefte Betrachtung beziehungsweise Abstimmung mit Beteiligung der Naturschutzbehörden“, heißt es.

Grund: Anfang des Jahres habe sich der Ökolöwe Leipzig mit Forderungen nach zusätzlichen naturschutzfachlichen Untersuchungen an die Landesdirektion gewandt. Diese seien nach Auskunft der Naturschutzbehörden „nicht von der Hand zu weisen“.

Die Vertreter des Naturschutzes hätten angemerkt, dass die Offenlandgebiete der Seen im Südraum sich als bedeutsamer Lebensraum für geschützte Arten darstellen könnten. „Durch die bloße Möglichkeit einer Beeinträchtigung der Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiete sei eine FFH-Verträglichkeitsprüfung notwendig“, erklärte die Landesdirektion das Ansinnen. Das gleiche gelte im Hinblick auf Vogelschutzgebiete – auch hier seien Verträglichkeitsprüfungen erforderlich, die in Auftrag gegeben werden müssten. Das war Anfang des Jahres. Aktueller Stand: Die LDS sei „mit der Prüfung und Bewertung der Forderung nach ergänzenden Gutachten befasst“, so die Behörde. Schlussfolgerung: Sie hat es entweder nicht sehr eilig, sieht sich schier unlösbaren Aufgaben gegenüber, oder kann sich nicht entscheiden.

Aber auch so ist es noch ein Stück Weg bis zur Fertigstellung der Seen. Wie die Landesdirektion mitteilte, fehle auch noch die Zustimmung des Tagebausanierers, der LMBV. Hintergrund seien offensichtlich noch anzupassende Nutzungsverträge.

Ein solcher fehle auch noch zwischen der Stadt Leipzig und der LMBV. Wie berichtet, ist der Leipziger Teil des Zwenkauer Sees derzeit fürs Befahren gesperrt. Mit der Feststellung der Fertigstellung werde aber das Ziel verfolgt, auf dem gesamten See die Schifffahrt zu ermöglichen, so die Landesdirektion.

Die beiden letztgenannten Probleme ließen sich bis zum Beginn der nächsten Wassersportsaison lösen. Für die naturschutzrechtlichen Fragen stehe aber eine Zeitschiene „noch nicht endgültig fest“.

Bootsbesitzer müssen sich deshalb dennoch keine Sorgen machen. Für das nächste Jahr sei das Befahren des Zwenkauer Teil des Sees wie bislang mit der Mastergenehmigung des Kreises möglich, heißt es. Die hatte festgelegt, dass 320 private motorisierte Wasserfahrzeuge, einhundert von ihnen reine Motorbote, auf dem See zulässig sind.

Auch nach der Seefreigabe werde die Zahl nicht ansteigen, prognostiziert die Landesdirektion. Sie hatte in dem bisherigen Verfahren auch sehr genau hingesehen, wie viele Boote überhaupt den See nutzen können, und dabei die vorhandene wassertouristische Infrastruktur untersucht, die nur limitierte Liegeplätze und Zugangsmöglichkeiten vorsieht.

Von Jörg ter Vehn

Zwenkauer See 51.2325792 12.2831385
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