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Markkleeberg Seehaus-Verein darf in Störmthal bleiben, Containersiedlung für Flüchtlinge kommt
Region Markkleeberg Seehaus-Verein darf in Störmthal bleiben, Containersiedlung für Flüchtlinge kommt
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14:32 20.10.2015
Die alten Gebäude des ehemaligen Pflanzenschutzamtes in Großpösna werden abgerissen. Dort entsteht eine Containersiedlung für einhundert Flüchtlinge. Quelle: Kempner
Großpösna

Flüchtlingsunterkunft, Straffälligenhilfe, Straßenausbau, Parkplatz am Störmthaler See: Eine Reihe von wegweisenden Beschlüssen brachte der Gemeinderat von Großpösna am Montagabend auf den Weg:

Die Alt-Baracken auf dem Gelände des ehemaligen Pflanzenschutzamtes unweit von Feuerwehr und Pösna Park werden abgerissen, das Gelände für die Dauer von fünf Jahren verpachtet, um darauf möglichst bis zum Jahresende eine Gemeinschaftsunterkunft in Containerbauweise für rund einhundert Flüchtliege aufbauen zu können. Der Gemeinderat fasste den Grundsatzbeschluss dazu einstimmig. Etliche Fragen sind noch zu klären, etwa die des Betreibers der Anlage. Nicht alle hätten den besten Ruf, meinte Paul-Friedrich Loose aus Störmthal, verwies auf Berichte im Nachrichtenmagazin Spiegel. Ob es da ein Mitspracherecht der Gemeinde gebe? Wieso die Fläche für so lange verpachtet werden müsse, fragte ein anderer. Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch erklärte, bei einer kürzeren Zeit lohne sich das Aufstellen der Anlage nicht für den Betreiber, den im Übrigen der Kreis auswähle und zahle. In anderen Orte seien sogar Zehn-Jahres-Verträge abgeschlossen worden.

Das Pflanzenschutzamt wird abgerissen, eine Containerunterkunft entsteht dort. Quelle: Kempner

Der Seehaus-Verein und sein Projekt „Jugendstrafvollzug in freien Formen“ dürfen länger in Störmthal bleiben, müssen sich mit dem beschlossenen Umzug an den Hainer See nicht beeilen. Der Gemeinderat votierte einstimmig, dass das Haus der Diakonie bis zum Ende Juni 2018 weiter dafür genutzt werden darf. Der Bauantrag dafür sei im Technischen Ausschuss und auch im Ortschaftsrat Störmthal beraten und befürwortet worden, erklärte Lantzsch. Auch mit den direkten Nachbarn und der im Ort ursprünglich gegen die Straffälligenhilfe gegründeten Bürgerinitiative bestehe Konsens. Lantzsch: „Von dort kam die Empfehlung für die Nutzung über drei Jahre.“ Bei einer Bürgerbeteiligung im Ort sei sogar die Bitte geäußert worden, der Seehaus-Verein möge sich dauerhaft ansiedeln, hieß es. Zu dem Verein und seinen Jugendlichen, die dort im offenen Vollzug ihre Strafe abbüßen, gibt es vielfältige gute Verbindungen im Ort. Zwischenfälle wurden nicht bekannt. Ohne die aktuelle Nutzung wäre das kirchliche Haus sicher im Gespräch als Unterkunft für Flüchtlinge, meinen Beobachter.

Der Seehaus-Verein darf bis Mitte 2018 mit seinem offenen Strafvollzug bleiben. Quelle: Kempner

Der Großparkplatz Störmthal-Süd für 125 Pkw und drei Busse kann gebaut werden. Für und Wider des entsprechenden Bebauungsplans wurden abgewogen, der Satzungsbeschluss einstimmig gefasst. Die stark begrünte Stellfläche entsteht südlich vom Ort, auf der Seeseite des Dreiecks von neuer Umgehungsstraße und Kreuzung Ortsdurchfahrt. Wegen des dort geplanten Grünzuges und Waldmehrungsgebietes habe es anfangs Konflikte in der Planung gegeben, erläuterte Architekt Rüdiger Renno. Die flächenschonende Nutzung des Platz und seine starke Durchgrünung seien aber von den Aufsichtsbehörden gewürdigt worden.

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Störmthal beginnt im nächsten Jahr mit me Abschnitt von der Konsumgasse bis zum südlichen Ortsausgang an der Schäferei. Die Gemeinde stellt bei Gesamtkosten von etwa 850 000 Euro dafür Eigenmittel in Höhe von rund 212 000 Euro bereit. Das Geld soll fließen aus den 434000 Euro, die der Gemeinde für die Übernahme der Ortsdurchfahrt in ihre Bauträgerschaft vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr zugesichert wurden.

Die Flächennutzung im Gewerbegebiet Störmthal Nord 1.1 nahe der Autobahn wird anders zugeschnitten, ein größerer Teil als bislang darf auch Industrie aufnehmen. Hintergrund ist der Antrag einer ansässigen Transportfirma, dort eine Brecheranlage aufzustellen. Laut Bauamtschef Detlef Richter wurden die Nachbarn befragt. Nur zwei hätten abgelehnt, bei einem haben es sich um einen Mieter aus der IT-Branche gehandelt. Die Räte sagten trotzdem Ja, meinten, dort müsse diese neue Nutzung möglich sein.

Von Jörg ter Vehn

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