Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Seehaus will an Hainer See umziehen
Region Markkleeberg Seehaus will an Hainer See umziehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 19.05.2015
Start in ein neues Leben: Michael Richter (rechts) verabschiedet Marcel aus dem Seehaus. Der Straffälligenhilfe-Verein will 2014 an den Hainer See umziehen. Quelle: André Kempner

Mit Marcel hatte im Februar der erste ehemalige Jugendliche seine Haftzeit im Seehaus Störmthal abgesessen (die LVZ berichtete) und durfte wieder in die Freiheit, ein neues Leben beginnen. Im Mai folge ein Jugendlicher, im Juni und Juli hätten weitere zwei ihre Strafe abgebüßt, erzählt Michael Richter vom Seehaus-Verein. Die vier seien gleichsam die Erstbesetzung im Haus gewesen, erinnert er sich.

So wie die Plätze frei sind, werden sie jedoch auch wieder belegt. In wenigen Tagen werde das Haus wieder mit sieben Straffälligen voll besetzt sein, so Richter. Wenn es nach dem Justizministerium ginge, würden beim Seehaus-Verein sogar 14 Jugendliche ihre Strafe verbüßen - denn so viele Plätze solle der Verein eigentlich in Sachsen vorhalten, erzählt Richter.

Mittelfristig war so von vornherein ein Wegzug aus Störmthal geplant. Dort hatte der Verein im September 2011 das ehemalige Lutherstift bezogen, aber nur eine Genehmigung bis August 2014. Wie berichtet, sucht der Verein daher seit längerem nach einer dauerhaften, größeren Bleibe.

Die soll nun am Nordufer des Hainer Sees gebaut werden. Richter bestätigte das gestern. Der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen erklärte, der Verein habe bei dem am See zuständigen Zweckverband einen Antrag auf einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gestellt. Der Gemeinderat von Neukieritzsch, auf dessen Territorium die Fläche liege, habe bereits darüber beraten und das Vorhaben positiv bewertet. Mitte April sei geplant, den formellen Aufstellungsbeschluss für den B-Plan zu beschließen, erläuterte er die nächsten Schritte. Wichtig sei ihm, dass nach Gesprächen auch die am See tätigen touristischen Betriebe die Einrichtung akzeptieren, so Graichen.

Heute ab 18 Uhr würden die Vorhaben am Nordufer des Hainer Sees, also neben dem Seehaus auch etwa das Wassersportzentrum, auf einer Bürgerinformationsveranstaltung im Gemeinschaftshaus Kahnsdorf vorgestellt. Montag geschehe dies um 18 Uhr erneut in Großzössen.

Der Seehaus-Verein betreibt einen offenen, aber dennoch harten Strafvollzug. In familienähnlichen Strukturen haben die jugendlichen Straftäter einen anstrengenden Tagesablauf zu absolvieren, der mit ihnen ein späteres Leben in Eigenverantwortung trainiert. Vorfälle habe es in Störmthal nicht gegeben, so Richter. Über Ostern ginge es etwa zum Wandern, übernachtet werde unter freiem Himmel - nicht nur ein Abenteuer-Spaß: "Wir wollen die Jugendlichen dabei auch an ihre körperlichen Grenzen führen", meint Richter.

Der Verein hatte für seine Arbeit mit Ehrenamtlichen den Deutschen Bürgerpreis erhalten. Die Helfer bringen den jungen Leuten bei Projekten Sprachen, ein Musikinstrument oder Handwerkliches bei, helfen jetzt auch bei der Wander-Tour.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.03.2013

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Großpösna. Die Räte billigten den mit den Investoren vom Pösna Park verhandelten Durchführungsvertrag für den Umbau des Einkaufszentrums. Wie Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) erläuterte, verpflichteten sich die Inhaber damit, ein gewisses auch für die Ortsversorgung wichtiges Sortiment für einen längeren Zeitraum auch nach dem Umbau vorzuhalten.

18.10.2016

Blauer Himmel und Sonnenschein - Petrus hatte am Samstag ein Einsehen mit den Veranstaltern des Ostermarktes in der Markkleeberger Rathausstraße. Allerdings waren ob der eisigen Temperaturen Glühwein und Kinderpunsch die großen Renner.

18.03.2013

In der Lehmhaus Galerie in Zwenkau ist mit den Bildern der Malerin Marianne Riedel der Frühling eingezogen. Die 83-Jährige, die vor zehn Jahren zu den Gründern des Lützschenaer Künstlerkreises gehörte, entfacht mit ihren fantastischen Blumenstillleben, mediterranen Landschaften und temperamentvollen Flamenco-Tänzern ein "Fest der Sinne".

20.05.2015
Anzeige