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Markkleeberg Sorge um die Weinteichsenke
Region Markkleeberg Sorge um die Weinteichsenke
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18:34 08.07.2011
Artenbestimmung am Weinteichgraben, der dem Feuchtbiotop seinen Namen gibt: Judith Kleibs (links) und Britta Grunewald vom Ökolöwen erfassen Pflanzen und Tiere. Quelle: Julia Tonne
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Markkleeberg

Welche Pflanzen- und Tierarten außerdem in dem Feuchtbiotop vorkommen, hat die Abteilung Natur- und Artenschutz vom Ökolöwen – Umweltbund Leipzig, in den vergangenen zwei Tagen untersucht.

Eines wurde schon am ersten Tag des sogenannten Monitorings deutlich: Die Brennnessel breitet sich ungewöhnlich schnell in dem rund 5800 Quadratmeter großen Gelände aus. Den Grund für die rasante Vermehrung sieht Britta Grunewald vom Ökolöwen in der Düngung des angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Feldes. „Brennnesseln zeigen, dass im Boden viel Stickstoff vorhanden ist“, sagt die Biologin. Der allerdings komme ursprünglich nicht in Feuchtbiotopen vor und sei in diesem Umfang dem menschlichen Einfluss geschuldet.

Doch die Weinteichsenke weist noch weitere Veränderungen im Vergleich zum vergangenen Jahr auf. Auch die Goldrute habe hier mehr und mehr Fuß gefasst und verdränge zahlreiche heimische Arten. „Die Goldrute ist ein Neophyt, also eine durch Menschen eingeschleppte Pflanze“, erklärt Grunewald. Dazu gehören in der Senke außerdem der Hopfen und die Brombeere.

Im Gegensatz zur letzten Artenerfassung in der Senke 2010 haben die Mitarbeiter des Ökolöwen und freiwilligen Helfer die damals noch gesichtete Wasserschwertlilie nicht mehr gefunden. Dass sie verschwunden ist, könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich das Schutzgebiet nach und nach verändert. „Die Wasserschwertlilie ist eine äußerst seltene Pflanze, die ein gesundes Feuchtbiotop braucht“, begründet Grunewald ihre Vermutung. Doch die Artenvielfalt in der Weinteichsenke sei nicht nur durch das benachbarte Feld bedroht, sondern auch durch die Planungen, die Staatsstraße S 46 hier durchzuführen.

Um auch die Markkleeberger ein wenig mehr für das Biotop zu interessieren, hatten Grunewald und ihre Kollegin Judith Kleibs die Bewohner eingeladen, bei der Erfassung zu helfen. Einer von ihnen war Jürgen Stiller, der sich gerne in der Natur aufhält und mehr über diesen Lebensraum erfahren wollte. Außerdem hatte er vor, Heilkräuter zu sammeln, um sie eventuell zu kultivieren, doch da musste er sich eines Besseren belehren lassen. „Sie brauchen schon feuchten Boden und viel Licht“, sagt er. Beides sei bei ihm nicht gegeben. Stefanie Butter vom Naturschutzbund war ebenfalls in dem Schutzgebiet unterwegs. Für sie ist es „das Wichtigste, dass die Senke erhalten bleibt und nicht dem Verkehr zum Opfer fällt“, sagt sie.

Neben der Arbeit kam das Vergnügen jedoch nicht zu kurz: Grunewald und Kleibs verrieten Rezepte für leckere und heilsame Getränke. Unter anderem sei hier Giersch an zahlreichen Standorten zu finden. „Wenn man einen kleinen Strauch davon in Apfelsaft hält und das durchziehen lässt, hat man hinterher einen Giersch-Dudler.“ Und aus den überhandnehmenden Brennnesseln lasse sich ein leckerer Salat machen. Allerdings sollten nur die jungen Blätter gepflückt und vorher gekocht werden.

Bis zum nächsten Jahr, so erwartet es Grunewald, könnte sich das Biotop stellenweise in eine Rudaralfläche verwandelt haben, also eine Fläche, auf der vorrangig Wildkräuter und „typisches“ Unkraut wie die Brennnessel zu finden sind.

Julia Tonne

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