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Markkleeberg Sorgen um Nachwuchs sind akut
Region Markkleeberg Sorgen um Nachwuchs sind akut
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14:06 19.05.2015
"Feuerwehr in Kittelschürze" - mit Wasser und Sekt wird gelöscht. Quelle: André Kempner

Doch es ist zu spät, ein brennendes Haus nicht mehr zu retten. Aber diesmal lachen alle. Die Übung ist ein Scherz anlässlich des 155-jährigen Bestehens der Feuerwehr. Indes der Hintergrund ist ernst.

"Ohne Nachwuchs wird unsere Feuerwehr zum Auslaufmodell", sagt Peter Pniok. 21 Jahre lang war der 60-Jährige Wehrleiter, genauso lang wie einst sein Vater Erwin Pniok. Dass aktuell mit neun Kameraden in der aktiven Abteilung nur die Mindestbesatzung gewährleistet ist, bereitet ihm Sorge. "Das wäre doch Wahnsinn, jetzt, wo das Gerätehaus saniert und die Technik auf modernstem Stand ist." 1964 gehörte Pniok zur neugegründeten Jugendwehr. Fast sein ganzes Leben hat er dem Ehrenamt gewidmet, auch wenn er inzwischen in die Alters- und Ehrenabteilung gewechselt und Udo Hornauer sein Nachfolger ist. Loslassen kann Pniok nicht.

So geht es auch Horst Schönbrunn. Seit 63 Jahren ist er Feuerwehrchronist. "Schauen Sie sich an, was wir für eine gigantische Entwicklung genommen haben", sagt er und führt Besucher stolz durch die Ausstellung im Feuerwehrgerätehaus. Jeder Einsatz, jedes Fahrzeug, jedes Fest - alles ist akribisch in Wort und Bild dokumentiert. "Über die Jahre sind elf dicke Aktenordner zusammengekommen." Wie es weitergeht? Er weiß es nicht. "Es wird immer schwieriger, junge Leute für die Feuerwehr zu interessieren."

Drei gut ausgebildete Männer haben sie zuletzt an Zwenkau verloren. "Hochzeit und weg sind sie. Das ist auf dem Land so", sagt Pniok. Wenn es die Wehr eines Tages nicht mehr gebe, fehle der letzte Anker für die Dorfgemeinschaft. Aufgeben wollen die Kameraden nicht. "Wir sind Optimisten", sagt Pniok und hofft, dass der Freistaat den Feuerwehren endlich hilft, die personelle Durststrecke zu überwinden. Sonst könnte es passieren, dass die Frauengruppe in Kittelschürze, die in diesem Jahr ihr 45-Jähriges feiert und ebenfalls längst das Rentenalter erreicht hat, demnächst wirklich mit roten Eimerchen ausrücken muss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2014
Ulrike Witt

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