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Soziokulturelles Zentrum Markkleeberg steht vor dem Aus

Kulturförderung Soziokulturelles Zentrum Markkleeberg steht vor dem Aus

Nach 15 Jahren steht das Soziokulturelle Zentrum Markkleeberg vor dem Aus. Der Kulturraum Leipziger Raum hat Leiterin Katrin Krahnstöver vergangene Woche in einer Vorinformation schriftlich mitgeteilt, dass der Verein 2017 keine Förderung erhalten wird. Eine Begründung gab es nicht.

Nach knapp zwei Jahren in der Orangerie Gaschwitz droht dem Soziokulturellen Zentrum Markkleeberg jetzt das Aus.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Nach 15 Jahren steht das Soziokulturelle Zentrum Markkleeberg vor dem Aus. Der Kulturraum Leipziger Raum hat Leiterin Katrin Krahnstöver vergangene Woche in einer Vorinformation schriftlich mitgeteilt, dass der Verein 2017 keine Förderung erhalten wird. Eine Begründung gab es nicht.

„Wenn der Kulturkonvent Mitte Dezember nicht anders entscheidet, ist das für uns das Ende“, erklärt die 52-Jährige in ihrem Büro in der Orangerie Gaschwitz. Es sei schade, um viele gute Veranstaltungen und für die Künstler. „Aber ich bin ehrlich: Wir gehen mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der ewige Kampf um Fördermittel ist ermüdend“, gesteht Krahnstöver. Sie arbeite mit ihrer Kollegin Rosmarie Pirnsch schon eine ganze Weile am Limit. „Vor lauter Bürokratie um neue Bestimmungen, Anträge und Projektdokumentationen sind wir kaum noch zu inhaltlicher Arbeit gekommen“, sagt Krahnstöver bitter. Mit Pirnsch geht sie wahrscheinlich zum 1. Januar in die Arbeitslosigkeit.

Vor knapp zwei Jahren war das Soziokulturelle Zentrum erst vom Schloss Markkleeberg in die Orangerie Gaschwitz umgezogen. Damaligen Befürchtungen zum Trotz folgte das Stammpublikum in den anderen Ortsteil, wurden sogar neue Besucher gewonnen. Jährlich kamen im Schnitt rund 13 500. Am Freitag hat Krahnstöver ihre Künstler per E-Mail informiert, dass das Soziokulturelle Zentrum mangels Förderung nicht fortgeführt werden kann: „Da wir als Verein nicht genügend Mittel zur Verfügung haben, um aus eigener Kraft weiter zu bestehen.“

Die Förderung durch den Kulturraum war in den vergangenen Jahren schon deutlich gekürzt worden: Von 55 000 Euro im Jahr 2014 auf 38 000 Euro in 2015 und 32 000 Euro im laufenden Jahr. Für 2017 hatte Krahnstöver mit 58 000 Euro in etwa die Summe der Vorjahre beantragt und gehofft – bis letzte Woche. „Das Fachgremium des Kulturraums hat unseren Antrag geprüft und ’keine Zuwendung’ empfohlen“, zitiert Krahnstöver enttäuscht aus der Vorabinformation.

„Wir müssen eine Lösung finden. Wie, kann ich noch nicht sagen. Dafür müssen wir den Grund kennen“, so Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Gemunkelt wird, dass die regionale Bedeutung nicht mehr ausreiche. Beim Stadtrat am Mittwoch hatte Schütze schon den Punkt „Förderung des Soziokulturellen Zentrums“ – für Außenstehende überraschend – von der Tagesordnung genommen. Kein Wunder: Der Zuschuss in Höhe von 13 400 Euro ist an die Kulturraumförderung gebunden.

„Der Sozialausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen“, kündigt Schütze an. Außerdem hat er Krahnstöver für Freitag zu einem Krisengespräch ins Rathaus eingeladen. Es geht um weit mehr als um den Verein: Die Orangerie Gaschwitz wurde mit erheblichen Fördermitteln aus den Töpfen Soziale Stadt und Efre saniert. Damit ist die Nutzung vorgegeben. Neben dem Soziokulturellen Zentrum gibt es derzeit nur einen Mieter, das Quartiersmanagement.

Kultursekretär Holger Pethke war gestern nicht erreichbar. Aus seinem Büro hieß es nur: „Eine Entscheidung fällt erst beim Kulturkonvent am 15. Dezember.“

Von Ulrike Witt

Gaschwitz Hauptstraße 315 51.2491868 12.3801376
Gaschwitz Hauptstraße 315
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