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Markkleeberg Sport & Beachclub „Weitblick“ bleibt vorerst geschlossen
Region Markkleeberg Sport & Beachclub „Weitblick“ bleibt vorerst geschlossen
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07:00 22.06.2017
Bis auf Weiteres geschlossen – der Sport & Beachclub am Zwenkauer See. Anwohner hatten sich an der Lautstärke und dem Anblick gestört und damit den Stein ins Rollen gebracht. Quelle: Ulrike Witt
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Zwenkau

Vor einem Jahr wurde an der Seepromenade in Zwenkau der Sport & Beachclub „Weitblick“ eröffnet. Die Idee der Leipziger Pächter – eine Anlage zum Auspowern und Entspannen mit Blick aufs Wasser – war super, die Umsetzung weniger. Nicht nur, dass laut Bebauungsplan eine Sportanlage auf dem Areal gar nicht zulässig ist, es fehlte auch die Baugenehmigung. Und das bis heute. Deswegen ist der Club seit Wochen dicht.

Den Stein ins Rollen gebracht hatten Anwohner des schicken Kap-Viertels, allen voran Günter Bauer. Der Chef der Leipziger Logistik und Lagerhaus GmbH, Gastronom und Galerist, legte im Februar 2017 Einspruch beim Landkreis Leipzig ein. „Insbesondere im Sommer 2016 wurden lautstarke Sportveranstaltungen mit Technomusik und Gastrobetrieb durchgeführt. Der Geräuschpegel war an den Wochenenden so hoch, dass unsere Mieter in ihrer Ruhe wesentlich und gesundheitsschädigend gestört waren“, beschwerte sich Bauer beim Bauordnungsamt in Grimma. Zudem forderte er „ordentliche Verhältnisse“, den Anblick werde er nicht weiter hinnehmen.

Das Bauordnungsamt schaute sich den 11 000 Quadratmeter großen Sport & Beachclub daraufhin genauer an und stellte fest, „dass der Bauherr aktuell keine gültige Baugenehmigung vorweisen kann“, erklärte Kreissprecherin Brigitte Laux. Die Behörde habe den Betreibern des „Weitblick“, Daniel Weise und Tobias Brendel, aber bis Ende Juni Zeit eingeräumt, einen nachträglichen Bauantrag zu stellen. In einem vereinfachten Baugenehmigungsverfahren könne der rechtswidrige Zustand geheilt werden. Bis zur Klärung dürfe die Anlage allerdings nicht genutzt werden, betonte Laux. Dies sei vom Bauaufsichtsamt auch kontrolliert worden.

Nur liegt bis dato kein Bauantrag vor, wie Laux gestern bestätigte. Und selbst wenn dieser in den nächsten acht Tagen noch eingeht, bleibt das Problem, dass der Bebauungsplan fürs Hafenviertel in diesem Bereich überhaupt keine sportlichen Anlagen vorsieht. Hier könnte allerdings die Stadt eingreifen. „Eine B-Planänderung wäre eine Option. Den Antrag müsste der Eigentümer der Fläche, die Sächsische Seebad Zwenkau, stellen“, sagte gestern Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Die Pächter des „Weitblick“ wollten sich selbst nicht äußern. Es handele sich um ein laufendes, sehr komplexes Verfahren und es kursierten schon genug Gerüchte, so Tobias Brendel.

Andreas Schmidt, Geschäftsführer der Sächsischen Seebad Zwenkau (SSZ), will nicht so schnell die Segel streichen: „Wir wollen die Sache Anfang Juli, nach dem Neuseenland-Musikfest, einer konfliktfreien Lösung zuführen. Hier geht es schließlich auch um die Reputation der SSZ. Wir setzen überall auf hochwertige Architektur und so ungepflegt, wie die Location jetzt aussieht, kann sie nicht bleiben.“ Das „Weitblick“ sei in Nachbarschaft zum Landschaftsschutzgebiet Eichholz nie als Partylocation geplant gewesen. „Dafür ist Platz am Hafen. Der Club war als gediegene Lounge gedacht, wo Gäste abends in gepflegter Atmosphäre einen Cocktail genießen können“, erläuterte Schmidt. Ohnehin sei dies nur eine Zwischennutzung, langfristig solle das Areal bebaut werden.

Laut Pachtvertrag hätten Weise und Brendel sich um eine Baugenehmigung für den Sport & Beachclub kümmern müssen. Kontrolliert wurde das von der SSZ offensichtlich nicht. Was ebenso verwundert, die Pächter sind entgegen des Bebauungsplanes verpflichtet, örtlichen Vereinen wie der SG Germania Plätze und Zeiten einräumen. Anfang Juni mussten die Handballer nun mit den Beach-Days an den Zwenkauer Stadtstrand ausweichen.

Von Ulrike Witt

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