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Markkleeberg Sportbad am Bahnhof wird 550.000 Euro teurer als geplant
Region Markkleeberg Sportbad am Bahnhof wird 550.000 Euro teurer als geplant
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10:05 19.08.2016
Vier Monate vor der geplanten Eröffnung ist jetzt klar, dass das Sportbad und die Sanierung des Bahnhofs deutlich teurer werden. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Das Sportbad wird deutlich teurer als geplant: Statt 7,35 Millionen Euro veranschlagt die Stadt Markkleeberg jetzt, vier Monate vor der Fertigstellung, 7,9 Millionen Euro für den Neubau der Schwimmhalle und die Sanierung des Bahnhofs. Bauamtsleiter Klaus Hartig nannte dem Stadtrat am Mittwochabend im Großen Lindensaal eine ganze Reihe von Gründen.

„Entgegen der Planung haben sich extrem viele Probleme eingestellt“, erklärte er. So habe im Bahnhof, künftig Eingang zum Sportbad, der Innenputz komplett entfernt werden müssen, ebenso die Fugen und die Treppe in der Zwischenetage. „Es wäre sonst kein barrierefreier Übergang vom Aufzug möglich“, so Hartig. Wegen Pilzbefalls musste die Gewölbedecke samt Holzkonstruktion im Saal herausgerissen werden. Und dann brauche die Bäckerei Wendl auch noch einen Extra-Schornstein für die fetthaltige Abluft, habe der Brandschutzprüfer weitere Forderungen und die neue Trinkwasserverordnung den Einbau von zusätzlichen Hygienespülungen vorgegeben. „Das war fast alles im Vorfeld nicht erkennbar“, betonte Hartig.

Ganze 23 Punkte und 489 000 Euro umfasst die Teuerungsliste für das Schwimmbad. Darauf stehen unter anderem ein zweiter Baustromanschluss, ein Kran-Überdrehverbot für die Gleisanlagen, das digitale Schließsystem, Edelstahl- statt Standardlüftungsrinnen, längere Standzeiten fürs Fassadengerüst, das Kassensystem, ein Beckenbodenreinigungsgerät und die allgemeine Baupreissteigerung. „Das größte Problem haben wir bei der Haustechnik bekommen“, gestand Hartig. Wegen des Zeitverzuges und der Umplanungen stünden jetzt Nachforderungen der Baufirmen ins Haus. „Dafür haben wir in den 550 000 Euro einen Puffer von 120 000 Euro vorgesehen“, sagte Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Er glaube nicht, dass dieser aufgebraucht werde, fügte Hartig hinzu.

„Die Mehrkosten sind für uns nicht nachvollziehbar. Das Planungsbüro hat uns immer wissen lassen, wir haben alles im Griff“, schimpfte CDU-Stadtrat Gerhard Pötzsch. Sein Fraktionskollege Christian Funke meinte: „Mir stößt auf, dass der Nachtrag zwei Monate nach dem Haushalt vorgelegt wird. Die Probleme waren doch früher bekannt.“ Im Rahmen der Haushaltdiskussion habe die Verwaltung die Mehrkostenvorlage für August angekündigt, erinnerte Schütze. „Die Alternative wäre gewesen, den Haushalt erst jetzt zu beschließen. Außerdem wurden die 550 000 Euro durch Einsparungen beim Aus- und Umbau der Grundschule Großstädteln bereits erwirtschaftet, so dass uns die Summe nicht den Haushalt zerschießt“, so der OBM.

Bauamtsleiter Hartig übte dennoch Selbstkritik: „Wir können die technische Seite eines Projektes dieser Dimension nicht adäquat absichern. Das haben nicht unsere Mitarbeiter zu verantworten, die leisten sehr gute Arbeit.“ Ein Schwimmbad sei eben keine Schule. „Wir sind auf die Kenntnisse und das Geschick der Planer angewiesen. Die Probleme müssen wir mit dem Planungsbüro aufarbeiten“, sagte er. Allerdings seien rund sieben Prozent Mehrkosten bei Vorhaben dieser Größe im öffentlichen Bereich noch immer ein Spitzenwert.

Dieter Bormann, Fraktionsvorsitzender der Linken, beruhigte das nicht: „Sie sind Ihrer Planungsfunktion nicht nachgekommen. Außerdem haben Sie uns monatelang immer wieder erklärt, dass die Mehrkosten nur durch die Sanierung des Bahnhofs entstehen würden. Jetzt wird deutlich, dass das Sportbad der eigentliche Kostentreiber ist.“ Am Ende stimmten 20 Stadträte den überplanmäßigen Ausgaben zu, drei dagegen. Die wichtigste Nachricht indes: Das Sportbad wird wie geplant im Dezember öffnen.

Von Ulrike Witt

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