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Sportpark „Camillo Ugi“: Zwei Markkleeberger Vereine in Not

Investitionsbedarf Sportpark „Camillo Ugi“: Zwei Markkleeberger Vereine in Not

Der nahe Winter bereitet den beiden Vereinen im Sportpark „Camillo Ugi“ Sorgen. Grund ist der marode Flachbau am Parkplatz. Das im Volksmund auch als „Süß’sche Villa“, nach dem einst dort praktizierenden Sportarzt bezeichnete Objekt ist einsturzgefährdet und eigentlich gesperrt.

Der Flachbau, von alten Markkleebergern auch Süß’sche Villa genannt, ist in die Jahre gekommen. Die TSG und Kickers Markkleeberg brauchen jetzt schnell neue Lagerräume, Hausmeister und Platzwart eine andere Werkstatt.

Quelle: Andre Kempner

Markkleeberg. Der nahe Winter bereitet den beiden Vereinen im Sportpark „Camillo Ugi“ Sorgen. Grund ist der marode Flachbau am Parkplatz. Das im Volksmund auch als „Süß’sche Villa“, nach dem einst dort praktizierenden Sportarzt bezeichnete Objekt ist einsturzgefährdet und eigentlich gesperrt. Bislang haben die Hausmeister und Platzwarte darin ihre Werkstatt, lagern die Leichtathleten der TSG Markkleeberg und die Kickers 94 ihre Utensilien. Nur wohin damit? Eine Lösung muss her – und das schnell.

„Die Situation ist kritisch. Wenn unsere Hochsprungmatten im Freien überwintern müssen, sind sie im Frühjahr hinüber“, sagt TSG-Präsident Rainer Leipnitz. Die Vereine seien relativ kurzfristig mit dem Problem konfrontiert worden, jetzt müsse schnell eine Containerlösung her. „Wobei unbeheizte Container auch nicht 100-prozentig vor Frost schützen“, fügt Leipnitz hinzu. Er vertritt den mit rund 1500 Mitgliedern größten Sportverein der Stadt. Den rund 350 Fußballern geht es etwas besser. Sie können ihre Bälle vorerst im Keller des Hauptgebäudes lagern. „Die Regale müssen zwar aufwendig umgebaut werden, aber es hilft. Für alles Weitere, wie Stangen und Leibchen, brauchen wir auch einen Container“, erklärt Kickers-Präsident Roger Schöne.

Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) kennt die Probleme: „Es ist im Grunde seit Jahren bekannt, dass es an dem Gebäude Schäden gibt und es abgerissen werden muss.“ Die Risse an der Fassade seien nicht zu übersehen. „Im Interesse der Sicherheit muss es nach Begutachtung von Baufachleuten nun geräumt werden“, weiß er. Eine schnelle Lösung sei schwierig, räumt Schütze ein. „Wir müssen genau überlegen, wie viel Geld wir in die Hand nehmen“, erklärt er die Nöte aus kommunaler Sicht. Ein Teil der Utensilien sei ja schon in den Keller umgelagert worden. Für alle anderen würden Container angeschafft. Nicht die ersten auf dem Gelände. Für den Rasentraktor des Platzwartes sei auch ein kleiner Verschlag denkbar.

„Schwieriger als Lagerkapazitäten zu finden ist der Ausweich für die Hausmeisterwerkstatt“, meint Schütze. Aus Kostengründen wäre der Stadt am liebsten, wenn sich im Hauptgebäude noch eine Möglichkeit auftun würde. „Vielleicht können wir einen nur einmal wöchentlich genutzten Umkleideraum übergangsweise zur Werkstatt machen“, sagt der Rathauschef. Der Vorteil: Es müssten nicht erst teure Anschlüsse für Strom und Wasser in einen Container gelegt werden. Ihm ist aber auch klar: „Das sind alles nur Interimslösungen. Wir müssen das Problem grundsätzlich angehen. Gemeinsam mit den Vereinen werden wir weitere Bauabschnitte definieren. Gespräche dazu laufen bereits.“

Mit der Sanierung des Hauptgebäudes in den vergangenen Jahren sei es eben nicht getan. „Ich gehe davon aus, dass im Sportpark ein Investitionsbedarf von mehreren Millionen Euro besteht“, sagt Schütze. Beide Vereine hätten diverse Wünsche. „Der von den Fußballern genutzte Platz 3 soll erneuert werden. Das ist im Sportstättenentwicklungsplan auch schon verankert. Die Leichtathleten benötigen mehr Lagermöglichkeiten. Am Platz 2 wünschen sie sich eine Teilüberdachung der Tribüne“, erläutert er. Die Stadtverwaltung sei offen für Vorschläge der Vereine, betont der Oberbürgermeister. Was, wie und wann eingetaktet wird, sei Gegenstand der Haushaltsdiskussionen im nächsten Jahr.

TSG-Präsident Leipnitz ist skeptisch, oder wie er diplomatisch formuliert „nicht sehr optimistisch“. „Den Antrag auf eine Teilüberdachung der Tribüne haben wir schon vor 15 Jahren gestellt. Es gibt ein klasse Konzept von uns mit weiteren Plätzen, damit sich Leichtathleten und Fußballer nicht mehr gegenseitig behindern. Aber wir sind immer nur hingehalten worden. Die Stadtverwaltung und die Stadtratsausschüsse haben uns oft genug erklärt, was nicht geht. Und ich fürchte, auch diesmal läuft es auf eine Notlösung hinaus“, sagt er. Der Oberbürgermeister versichert derweil: „Die Notwendigkeit von Investitionen steht überhaupt nicht in Frage. Es geht nur um die zeitliche Einordnung.“

Übrigens: Bis der Flachbau komplett geräumt ist, werde er täglich vom Bauamt auf seine Standsicherheit hin kontrolliert, betont Schütze.

Von Ulrike Witt

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Fläche: 31,36 km²

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